Die Altmark

Die Altmark wurde erst nach dem Ende der Eiszeit besiedelt. Die Spuren beginnen aber erst in der Jungsteinzeit deutlicher zu werden. Während die Bandkeramiker, die Rössener Leute und selbst die Ballberger den lößarmen Raum noch weitgehend meiden, sind es die nordwestdeutschen Gruppen (später mit Tiefstichkeramik) der Trichterbecherkultur die sich in der Altmark verbreiten, wovon ihre zahlreichen Megalithanlagen zeugen.

Albrecht der Bär erhielt 1134 von Kaiser Lothar den Markgrafentitel und unter ihm und seinen Nachfolgern Otto begann die Besiedelung des Landes vor allem mit Bauern aus den Niederlanden. Um 1160 schenkt Albrecht der Bär dem Johanniter-Orden die Kirche in Werben und Land. Werben wird Sitz der Ordensregierung des Johanniter-Ordens für Brandenburg, Pommern und die Wendenlande. Die Altmark war westelbisches Stammland der Mark Brandenburg und wurde erstmals 1304 als solche - Antiqua Marchia (Alte Mark) - erwähnt. Vor der Völkerwanderung war der Landstrich von Langobarden besiedelt, später folgten Sachsen im Nordwesten und Slawen im Osten. Nach den Kriegen der Franken gegen die Sachsen wurde das Gebiet in das Reich der Karolinger integriert und war als Nordmark unter Karl dem Großen Grenzgebiet zum Schutze des Herzogtums Sachsen gegen die Slawen. Markgrafen der Nordmark waren die Udonen. Mit dem Zerfall des Frankenreichs und deren Zersplitterung gehörte die Nordmark im 9. Jahrhundert zu den sächsischen Bistümern Verden und Halberstadt im Ostfrankenreich.

Nach dem Tode des Markgrafen Gero wurde die Nordmark als Markgrafschaft vom übrigen Sachsen getrennt. 1134 belehnte Kaiser Lothar III. den Askanier Albrecht I. mit diesem Gebiet, das nun Ausgangspunkt für die Eroberung ostelbischer Gebiete wurde. Nach der endgültigen Einnahme von Brandenburg 1157 wurde die Nordmark Teil der Mark Brandenburg mit Albrecht I. als Markgrafen. Nach dem Aussterben der brandenburgischen Linie der Askanier gelangte die Mark Brandenburg und somit die Altmark von 1324 an unter die Herrschaft der Wittelsbacher und Luxemburger, die sich ab 1356 Kurfürsten nennen durften und mit Kaiser Karl IV. Tangermünde zur Nebenresidenz von Prag ausbauten. 1415 begann mit Kurfürst Friedrich I., nach fast einem Jahrhundert der Unruhen und Wirren in der Mark, die Herrschaft der Hohenzollern über das Kurfürstentum Brandenburg und die Altmark.

Brandenburg im Jahre 1440 mit Altmark
Brandenburg um 1440 mit der Altmark

Die beiden größten und zugleich bedeutendsten Städte in der Altmark sind Stendal und Salzwedel. Sie gehörten neben fünf weiteren Städten in der Altmark (Gardelegen, Tangermünde, Osterburg, Seehausen und Werben) der Hanse an. Die sieben altmärkischen Städte waren zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert reiche, wehrhafte Handelsstädte und bildeten zusammen den Altmärkischen Städtebund mit dem sie bei den Hansetagen Geschlossenheit demonstrierten. Das Ende der altmärkischen Hanseherrlichkeit wurde nach der blutigen Niederschlagung von Aufständen gegen die vom Kurfürst eingeführte Bierziese im Frühjahr 1488 eingeleitet. In Folge dieser Niederlage mussten sich die altmärkischen Städte aus allen Bündnissen, auch aus der Hanse, zurückziehen und verloren zahlreiche Rechte wie das Münzrecht. Lediglich Stendal und Salzwedel blieben bis zu ihrem Ausschluss 1518 Mitglied der Hanse. Neben den Hansestädten gibt es in der heutigen Altmark sechs weitere Städte (Arendsee, Arneburg, Bismark, Kalbe (Milde), Klötze und Tangerhütte), die im Gegensatz zu den Städten des Altmärkischen Städtebunds im Spätmittelalter allerdings keine wehrhaften und bedeutenden Handelsstädte waren. Sie gingen aus Siedlungen oder Flecken in der Nähe von Burgen, die von den jeweiligen Landesherren zum Schutz der Grenzen angelegt wurden sind, hervor. Arneburg gilt als die älteste Stadt der Altmark. Dagegen erhielt Klötze, bis 1815 ein Amt des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg, erst im 19. Jahrhundert das Stadtrecht, und Tangerhütte ging im Zuge der Industrialisierung aus einem Dorf hervor. Die Stadt Oebisfelde, jetzt Landkreis Börde, war historisch ein Teil der Altmark, wird heute aber der Region Elbe-Börde-Heide zugeordnet. Die Hansestadt Havelberg, historisch ein Teil der Prignitz, gelegen im ehemaligen Landkreis Westprignitz, orientiert sich erst seit der Gründung des Bezirks Magdeburg 1952 in Richtung Altmark.

Ab 1701 war die Altmark als Teil der Mark Brandenburg Kernprovinz im Königreich Preußen. Nach der Niederlage Preußens in den napoleonischen Kriegen 1806 kam die Altmark zum Königreich Westfalen. Das Königreich Westfalen wurde von Napoleon für seinen jüngeren Bruder Jerome als französischer Vasallenstaat geschaffen. Das Königreich erstreckte sich auf die Gebiete Kurfürstentum Hessen, dem Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel mit den Gebiete westlich der Elbe, den preußischen Gebieten die westlich der Elbe lagen (Fürstbistümer Paderborn und Osnabrück, die Grafschaft Ravensberg und das Fürstentum Minden.) und den obersächsischen Gebietsteilen.

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde sie der preußischen Provinz Sachsen zugeschlagen und in die Kreise Salzwedel, Gardelegen, Osterburg und Stendal untergliedert. Zur Provinz Sachsen kam auch das frühere Amt Klötze, das bis dahin eine Exklave des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg bzw. des Kurfürstentums Hannover in der Altmark war.

Nach Auflösung Preußens 1947 gehörte die Altmark dem Land Sachsen-Anhalt an, mit der Verwaltungsneugliederung in der DDR von 1952 bis 1990 zum Bezirk Magdeburg, seither wieder zu Sachsen-Anhalt.
(Text größtenteils aus Wikipedia® mit Korrekturen und Ergänzungen)

Historische Ansichten der altmärkischen Städte:

Arendsee
Arendsee
Arneburg
Arneburg
Bismark
Bismark
Gardelegen
Gardelegen
Havelberg
Havelberg
Osterburg
Osterburg
Salzwedel
Salzwedel
Seehausen
Seehausen
Stendal
Stendal
Tangermünde
Tangermünde
Werben/Elbe
Werben/Elbe