Ausflugtipps - Land Brandenburg

"Märkische Heide, märkischer Sand sind des Märkers Freude, sind sein Heimatland"

Im vielbesungenen Brandenburger Heimatlied wird jenem Landschaftsflair Reverenz erwiesen, das schon so manchen bezaubert hat. Das mit rund 30 000 Quadratkilometern flächenmäßig größte neue Bundesland präsentiert sich aber nicht nur mit Heide, Kiefernwäldern und Sand. Geprägt vor allem durch die letzte Eiszeit, bestimmen ruhige Hügellandschaften, Seen und Seenplatten die Landschaft.

Seine idyllische, herb-romantische Natur ist vorzüglich für einen sanften Tourismus geeignet. Wasser, Wälder und Felder bilden im reizvollen Wechsel den Rahmen für die Landschaft zwischen Uckermark und Prignitz, Havelland und Niederlausitz. Hunderte Kilometer Wanderwege laden in vielerorts geschützte Natur ein. Sonnentau und Wasserrose, Seeadler und Storch, Biber und Fischotter sind dank umfangreicher Anstrengungen heimisch. Wasser besitzt Brandenburg reichlich. Berühmt und beliebt sind der Stechlinsee im Norden des Landes, die Seenkette der Havel, das Dahme-Spree-Gebiet und die einzigartige Landschaft des Spreewaldes. Wer will, kann auf den zahlreichen Wasserstraßen Brandenburgs reisen und bis zur Nord- oder Ostseeküste gelangen.

Reich ist das Land an Klöstern und Burgen, historischen Stadtkernen und Wehranlagen, herrlichen Landschaftsparks und Schlössern. Mit Brandenburg verbinden sich klangvolle Namen historischer Persönlichkeiten. Die schillerndste Persönlichkeit, Friedrich II., später der "Große", auch "Alter Fritz" genannt, galt als aufgeschlossener Monarch. Aus dem Kernland Preußen machte er eine europäische Großmacht. Er rief Künstler, Architekten und Philosophen von Weltrang in seine Potsdamer Nähe, die der Nachwelt Kunstwerke von unschätzbarem Wert hinterließen.

In Neuruppin wurden der bedeutende Baumeister Karl Friedrich Schinkel und der Dichter Theodor Fontane, der mit den "Wanderungen durch die Mark" seinem Heimatland ein anregendes literarisches Denkmal setzte, geboren. Der Kampehler Ritter Christian Friedrich von Kahlbutz ist die einzigste "Mumie" auf ostdeutschen Gebiet.

Brandenburg gilt als weltoffenes Land. Die Wurzeln dafür reichen weit in die Vergangenheit zurück. Bereits der erste Markgraf von Brandenburg, der Askanierfürst Albrecht der Bär, holte im 12. Jahrhundert Flamen, Rheinländer und Holländer in die Mark. Mit dem Toleranzedikt von 1685 erhielten französische Hugenotten Glaubensfreiheit und neue Existenzmöglichkeiten. Auch Juden, böhmische Protestanten, Russen und Holländer siedelten sich im Raum Potsdam-Berlin an.

Sachzeugen ihres Wirkens finden sich vor allem in Potsdam in der Alexandrowka-Siedlung und im Holländischen Viertel. Für Toleranz und politischen Weitblick stehen auch Namen wie Freiherr von Stein, Freiherr von Hardenberg, Scharnhorst, Gneisenau und Yorck von Wartenberg, die mit ihrer Reformpolitik zum Ende der Napoleonischen Fremdherrschaft beitrugen.

Mit herben Charme, sanftmütig romantisch und zuweilen in vollendeter Gestaltung, von der Natur oder auch von Menschenhand geschaffen, - so bietet sich die brandenburgische Landschaft dem Besucher dar. Ihre besondere Attraktion liegt in ihrem Wald- und Wasserreichtum, der so viele malerische Flecken ausmacht und dem Land sein eigentliches Lebenselement gibt. Wer diese märkische Landschaft einmal entdeckt hat, wird sich ihrem Reiz schwer entziehen können. Da fährt man noch über baumbewachsenen Alleenstraßen, kann endlos durch Wälder wandern und ganz mit sich allein an einem der großen und kleinen Seen rasten.

Ob in den hügeligen Kiefernwäldern des Fläming oder im "Krämer", dem großen Mischwaldgebiet im Havelland bei Nauen und Brieselang, in der Schorfheide oder in der Märkischen Schweiz um Buckow, an den Ruppiner oder Uckermärkischen Seen, die Havel mit ihren Seen nicht zu vergessen und auch nicht die im Dahme-Gebiet, - es sind Landschaftsbilder von großer Schönheit - zum Genießen und Entspanne.

Eine gelunge Harmonie zwischen Natur und Kultur stellen die zahllosen Garten- und Parklandschaften dar, die vor allem von Lenné und Pückler im Land Brandenburg geschaffen wurden. Herausragend natürlich jene in und um Potsdam : Park Sanssouci und Babelsberg, der Neue Garten und der Park zum Schloß Cecilienhof am Ufer des Heiligen-Sees. Nicht weniger schön in die Naturlandschaft eingebettet sind die Parkanlagen in Branitz und Rheinsberg. Die Spuren der Gartenkunst Joseph Peters Lennés, der 1816 als Gartengeselle in Sanssouci eingestellt wurde und fünfzig Jahre hindurch in Brandenburg wirkte, findet man aber auch an nicht so bekannten Orten. Viele kleine ländliche Schlösser um Potsdam herum haben von Lenné gestaltete Gärten und Parks, z.B. Caputh, Paretz oder Petzow. Im nördlichen Brandenburg gehören die Anlagen in Görlsdorf, Wolfshagen und Boitzenburg dazu oder weiter östlich der Park zum Schloß Neuhardenberg.

Ausgedehnte Wiesen, durchzogen von kleinen Kanälen und Wassergräben, findet man im Havelländischen Luch. Das Luch ist heute ein idealer Lebensraum für selten gewordenen Großvögel : Kraniche, Fischreiher, Störche und sogar Großtrappen leben hier. In Buckow beschäftigt sich eine Naturschutzstation mit Forschung, Pflege und Aufzucht der Großtrappen.

Der Naturliebhaber wird in Brandenburg fast immer Wald und Wasser zusammen finden und den Hauch von Romantik, den beides vermittelt - zum Beispiel, wenn er die 22 km lange Kyritzer Seenkette umwandert. Bewaldete Steilufer und einige sehenswerte Baudenkmale, die Schlösser Bantikow, Karnzow oder Ganz, liegen auf seinem Weg.

Die Ruppiner Seen und die Rheinsberger Seenkette erreicht man übrigens über die durch Brandenburg führende Deutsche Alleenstraße. Am sagenumwobenen Stechlinsee, dessen Ufer mit dichten Buchen- und Mischwäldern umgeben sind, wird nicht nur der Badelustige im Sommer Vergnügen haben. Dem Wanderer, der Ruhe sucht, werden die Farben des Herbstes genauso wohl tun.

Die Uckermark gehört mit ihren mehr als 300 Seen zu den wasserreichsten Regionen des Landes. Welche da empfehlen - die um Lychen inmitten des Naturparks "Feldberg-Lychener Seenlandschaft", die Uckerseen bei Prenzlau oder die um Templin ? Idyllisch sind sie fast alle, fischreich und umgeben von Wäldern, Wiesen, Heideflächen. Ganz anders, aber einmalig, ist die Flußauenlandschaft des deutsch-polnischen Biosphärenreservat "Unteres Odertal", die Heimstatt vieler zum Teil vom Aussterben bedrohter Tiere und Pflanzen ist.

Südöstlich von Berlin und über die Autobahnen nach Frankfurt (Oder) oder Cottbus schnell zu erreichen, liegen das Oder-Spree- und das Dahme-Seengebiet. Natürlich kommt man hierher auch auf Wasserwegen - über ein weitverzweigtes Netz von Seen, Flüssen und Kanälen. Die beiden größten Seen sind der Scharmützelsee mit den sehr traditionsreichen Erholungsorten Bad Saarow-Peiskow und Wendisch-Rietz und der Schwielochsee bei Beeskow.

Einzigartig in Europa und fast paradiesisch anmutend ist die Landschaft des Spreewaldes, eine kultivierte Flußlandschaft mit einem feinmaschigen Fließgewässernetz. Seit 1991 genießt sie als "Biosphärenreservat Spreewald" den Schutz der UNESCO. Dieses Kleinod ist Lebensraum für Rot- und Schwarzwild, für viele Wasservögel und Singvogelarten und 725 wildwachsenden Pflanzenarten. Zu Fuß, aber natürlich besser im Fährkahn oder im Paddelboot, erschließt sich der Spreewald in seiner ganzen Einmaligkeit.

Die Niederlausitz ist eine Landschaft der Extreme. das Baruther Urstromtal und die Peitzer Niederung - das kleine Städtchen Peitz ist berühmt wegen seiner Teiche und der Karpfenzucht - gehören zu den Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Gleichzeitig hat der ungehemmte Abbau der Braunkohle im Tagebau über viele Jahrzehnte unübersehbare Spuren hinterlassen - Mondlandschaften, an deren Rekultivierung jedoch systematisch gearbeitet wird. Und so sind bereits neue Landschaften entstanden - große Badeseen, wie bei Spremberg oder Senftenberg, und weite Kiefernwälder.

Südlich des Baruther Urstromtals beginnt der Fläming, der seinen Namen flämischen Siedlern des 12. Jahrhunderts verdankt. Die "Berge" des Landes Brandenburg, sanft und waldig, bieten dem Betrachter reizvolle Plätze. Im Hohen Fläming sind der Hagelberg mit 201 m, im Niederen Fläming der Golmberg mit 178 m die höchsten Erhebungen. schlichte Dörfer mit Feldsteinkirchen, weite Wiesen und Wälder, sich durch's Land schlängelnde Alleen geben diesem Landstrich etwas typisch Märkisches.

Wo die Havel, deren geschwungenen Verlauf vom Norden nach Westen und wieder gen Norden etwas verwirrend ist, von Potsdam über Ferch, Werder, Petzow nach Brandenburg fließt, trifft der Tourist auf eine phantastische Fluß-Seenlandschaft.

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