Wust

Wust liegt zwar heute nicht mehr im brandenburgischen, aber ist einen Ausflug wert. Der Ort liegt 18 Kilometer westlich von Rathenow entfernt in Sachsen-Anhalt. Der brandenburgische Landkreis Havelland grenzt an den Osten der Gemarkung Wust.

Das Herrenhaus der von Kattes liegt gegenüber der Kirche in Wust. Leutnant Hans Hermann von Katte war der beste Freund des Kronprinzen Friedrich und teilte auch dessen Freigeist und die Neigungen für Musik und Literatur. Im Jahre 1730 half Leutnant von Katte dem Kronprinzen Friedrich, dem späteren König Friedrich II., bei dessen geplanter Flucht nach England. Die Fluchtpläne werden aber aufgedeckt, und der Kronprinz Friedrich und Leutnant von Katte werden verhaftet. Im Prozeß vor dem Kriegsgericht in Köpenick, Katte wird zu lebenslänglicher Festungshaft verurteilt. Aber König Friedrich Wilhelm I. ändert das Urteil in ein Todesurteil. Am 6. November 1730 wird der Leutnant von Katte in Küstrin hingerichtet. Der Kronprinz Friedrich muss aus einer Zelle der Hinrichtung seines besten Freundes zusehen. Hinter der Kirche in Wust wird im Jahre 1706/1707 auf Geheiß seines Vaters Hans Heinrich von Katte die Gruft errichtet. 1730 werden die Gebeine das Leutnant von Katte in die Gruft überführt.

Schönhausen

Schönhausen liegt an der Straße von Tandermünde nach Havelberg. Schönhausen wurde am Anfang des 13. Jahrhunderts von den Bischöfen von Havelberg gegründet. Hier stand bis 1958 das Schloss eines der größten deutschen Politikers, Otto von Bismarck. Von dem einstigen Schloss Schönhausen steht leider nur noch der Gartenflügel. Nachdem dem 2. Weltkrieg wurde das Schloss als Kriegsgefangenlager, Lazarett und Altersheim genutzt. 1958 sprengte dann die DDR das Schloss als eine Symbol von Preußen und dem Deutschen Reich. Doch ist den Machthabern der DDR ein Fehler unterlaufen, das Geburtszimmer Bismarcks befand sich im Gartenflügel des Schlosses und ist so ist dies erhalten geblieben.

Die Prämonstratenser-Kirche in Schönhausen ist im Jahre 1212 geweiht worden. Der romanische Backsteinbau ist im Innenraum mit barocken Elementen versehen. Indem Taufbecken aus Sandstein ist Otto von Bismarck getauft worden.

Tangermünde

Tangermünde wurde erstmals im Jahre 1009 urkundlich erwähnt. Die Stadt liegt direkt an der Elbe auf dem hohem Tangerufer. Als Karl IV. 1373 die Mark Brandenburg erworben hatte, entwickelte sich Tangermünde als ein wichtiger Handelspunkt zwischen Prag und Hamburg und Brügge und Nowgorod. Im 14. Jahrhundert wurde Tangermünde Nebenresidenz von Kaiser Karl IV. Die Burg von Tangermünde wurde zu einer Kaiserpfalz ausgebaut. Im Burghof steht das Denkmal Karl IV. Er hält in der linken Hand das Landbuch der Mark Brandenburg, die andere Hand ruht auf einer Geldtasche. Das Denkmal wurde 1900 von Kaiser Wilhelm II. gestiftet.

Im 15. Jahrhundert war in Tangermünde das Kurfürstenamt der Hohenzollern. Im Jahre 1488 erhoben sich die Bewohner von Tangermünde gegen die eingeführte Biersteuer. Die Stadt sank in der Gunst von Kurfürst Johann Cicero und die Residenz wurde nach Cölln verlegt. Am 13. September 1617 wurde Tangermünde von einer verherenden Brandkatastrophe heimgesucht. Es wurde 486 Häuser und 52 Scheunen vernichtet. Die Schuld am Brand soll eine gewisse Grete Minde getragen haben. Nach schwerer Folter gestand sie den Brand gelegt zu haben. Grete Minde wurde 1619 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Tangermünde wird auch als "Rotenburg des Nordens" bezeichnet. Im 15. Jahrhundert entstanden die Stadtmauer, Stadttore und das Rathaus in norddeutscher Backsteingotik. Durch Glück ist die Stadt während des 2. Weltkrieges von Zerstörungen verschont geblieben. Zuerst besetzten die Amerikaner die Stadt und am 1. Juli 1945 wurde die Stadt durch russische Truppen besetzt. Sehenswert ist auch die gotische Hallenkirche St. Stephanskirche mit seiner Orgel. Die Altstadt von Tangermünde ist seit dem 19. Jahrhundert fast unverändert geblieben. So ist das im Jahre 1430 errichtete Rathaus von Tangermünde mit seiner 24 Meter hohen spätgotischen Schauwand ein Beispiel der norddeutschen Backsteingotik. In dem rathaus befindet sich heute auch das Heimatmuseum der Stadt. Die Salzkirche soll bereits unter Markgraf Johann I. gegründet worden sein. 1456 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Seit Anfang des 18. Jahrhunderts wurde sie als königliches Salzmagazin und als Kornspeicher genutzt. Heute werden in ihr Veranstaltungen durchgeführt. Die Stadt besitzt über 30 große und kleinere Türme. In der Innenstadt sind eine Vielzahl von Fachwerkhäusern erhalten. Tangermünde war Mitglied der Hanse.

Die Burganlage liegt am Zusammenfluß der Tanger mit der Elbe. Sie wurde erstmals 1009 urkundlich erwähnt. Sie galt als eine der stärksten Burgen in der Mark Brandenburg. Sie zählt mit ihrer Größe zu einer der größten Höhenburgen in Norddeutschland. Das Tanzhaus stammt vermutlich noch aus der Zeit Karl IV. Das älteste erhaltene Wohnhaus in Tangermünde steht in der Schlossfreiheit 5. Es wird heute als Burgmuseum genutzt und wurde im Jahre 1543 erbaut.

Stendal

Die Geschichte Stendals beginnt im Jahre 1160 als eine Kaufmannssiedlung. Der Handel soll auch in den weiteren Zeiten Ausschlag für die Entwicklung der Stadt geben. Der Brandenburger Markgraf Albrecht der Bär verlieh dem Ort 1160 das Marktrecht nach Magdeburger Stadtrecht. Im Jahre 1230 wird in Stendal ein Franziskanerkloster errichtet. Von 1350 bis 1518 war Stendal Mitglied der Hanse. 1423 wird der Stendaler Dom errichtet mit seinem Doppeltürmen. Gegen Ende des Mittelalters verlor Stendal immer mehr wirtschaftlichen Einfluß an die aufstrebende Stadt Berlin. Im Jahre 1849 bekommt Stendal einen Eisenbahnanschluß an die Strecke Madgeburg-Wittenberge. 1873 wurde in Stendal die Hauptwerkstätten der Königlich-Preußischen Eisenbahnverwaltung errichtet, dem späteren RAW Stendal.

Während des 2. Weltkrieges war in Stendal ein Jagdfliegerkommando stationiert. Damit war Stendal Angriffsziel allierter Bomberverbände geworden. Bei den Bombenagriffen wurden zahlreiche Menschen getötet, der Bahnhof und der Stendaler Dom wurde beschädigt. Am 4. Mai 1945 kapitulierte die "Armee Wenck" unter dem General Reichsfreiherr von Edelsheim im Stendaler Rathaus. Zu DDR-Zeiten war Stendal Sitz des Grenzkommandos Nord der Grenztruppen der DDR, und Garnisionstadt der russischen Truppen.

Sehenswert sind mehrere Gebäude im Stil der Backsteingotik in Stendal. Die Marienkirche stammt aus dem Jahre 1447 und bildet zusammen mit dem Rathaus und dem Roland des Stadtbild am Markt. Sehenswert in der Marienkirche ist die astronomische Uhr. Die Rolandsfigur (Kopie aus dem Jahre 1974) ist fast 8 Meter hoch, das Schwert in seiner Hand ist zirka 4 Meter lang. Die Rolandsfigur symbolisierte im Mittelalter das Stadtrecht und die Freiheiten der Stadt. Das Schwert soll die Gerichtsbarkeit der Stadt symbolisieren. Das Rathaus ist ein Bau im Stil der Backsteingotik. Die Schnitzwand im Inneren des Rathauses stammt aus dem Jahre 1462. Das Uenglinger Tor ist ein Teil der ehemaligen Befestigungsanlage der Stadt Stendal. Es zählt zu den schönsten Stadttoren des norddeutschen Raumes. Der Toraufbau aus dem 15. Jahrhundert diente damals der Repräsentation des Reichtums von Stendal. Von dem Tor hat man einen wunderschönen Blick auf die Stadt Stendal. Weitere Teile der Stadtbefestigung sind der Pulverturm aus dem 13. Jahrhundert und das Tangermünder Tor ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert. Von dem ursprünglichen Gründungsbau von 1188 sind heute nur noch die um 1200 errichteten unteren Geschosse der Turmfront erhalten. Die heutige Stiftskirche, die zwischen 1423 bis 1463 entstand, ist eine dreischiffige Hallenkirche mit Querhaus. Der hohe Chor ist die Weiterführung des Mittelschiffes nach Osten. In seiner klaren Linienführung ist der Dom St. Nikolaus eine der reifsten Schöpfungen der mittelalterlichen Architektur Norddeutschlands. Von besonderer Schönheit ist der Staffelgiebel, welcher über einem großen fünfteiligen Fenster am nördlichen Querschiff aufragt. Die aus dem 15. Jahrhundert stammenden 22 Glasmalereifenster, die kürzlich restauriert wurden, machen ihn zu einer Sehenswürdigkeit von internationalem Rang. Im ehemaligen Kloster befindet sich das Altmarkmuseum.

In dem Geburtshaus von Johann Joachim Winkelmann befindet sich heute das Winckelmannmuseum. Johann Joachim Winckelmann war ein deutscher Archäologe, Antiquar und Kunstschriftsteller. Er gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und der Kunstgeschichte.

Havelberg

Havelberg liegt an der Havel, in der Nähe der Mündung der Havel in die Elbe. Havelberg gilt als eine Gründung Kaisers Otto I. im Jahre 948. Hier wurde im Zuge der Deutschen Ostexpansion östlich der Elbe ein Bistum errichtet. Damit ist Havelberg neben Brandenburg an der Havel das älteste Bistum östlich der Elbe. 983 wurde Havelberg während des Wendenaufstandes von den Wenden erstürmt. Erst 1129 siedelten sich wieder Mönche in Havelberg an.

Havelberg gehörte bis 1952 dem Landkreis Westprignitz, also Brandenburg, an. Nach der Auflösung der Länder und der Bildung der Bezirke in der DDR kam Havelberg zum Bezirk Magdeburg und damit später zu Sachsen-Anhalt. 1150 wurde mit dem bau des mächtigen Doms zu Havelberg angefangen. Die Domweihe fand dann im Jahre 1170 unter Teilnahme des Albrecht dem Bären statt. 1151 erhielt Havelberg das Stadtrecht. Nach der Reformation im Jahre 1571 erfolgte die Aufhebung des Bistums Havelberg und die Eingliederung in das Kurfürstentum Brandenburg.

Die Kirche St. Laurentius erhielt 1660 einen Westturm mit barocker Haube. Im Zeitraum von 1688 bis 1698 wurden mehr als 15 hochseetüchtige Schiffe unter Benjamin Raule mit niederländischen Schiffbauern für den Kurfürsten der Mark Brandenburg gebaut und von hier nach Hamburg und Berlin gebracht. Die Werft wurde im Jahre 1687 errichtet. 1698 wurde ein neues Rathaus gebaut, nachdem dieses 1627 durch dänischen Beschuss zerstört worden war. 1716 trafen sich in Havelberg der russische Zar Peter der Große und der preußische Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., wobei Gastgeschenke ausgetauscht wurden: Preußen übergab das Bernsteinzimmer und erhielt dafür Soldaten, die sogenannten "Langen Kerls". Seit 1750 ist der Havelberger Pferdemarkt nachweisbar.

Die klassizistische Havelberger Domschule westlich des Doms wurde 1803 bis 1815 erbaut. 1819 erfolgte die Aufhebung des Domstifts, und von 1856 bis 1901 wurde ein Teil der Gebäude als Kaserne genutzt. 1854 wurde wiederum ein neues Rathaus gebaut. 1870 wütete ein verheerender Stadtbrand. 1907 wurde auf das Westwerk des Domes ein fünfarkadiges, neoromanisches Glockengeschoss mit Dachreiter aufgesetzt.

Heute ist im Obergeschoß der drei Stiftsgebäude das Prignitz-Museum untergebracht. Das Museum besitzt Sammlungen zur Ur- und Frühgeschichte der Region, aus den Bereichen Sakralkunst, Dombaugeschichte, Bistums-, Regional- und Stadtgeschichte.