Angermünde und Umgebung

Um 1230 wurde Angermünde im Schutze einer Burg als Grenzfeste gegen Pommern von den Askaniern gegründet. Die urkundliche Ersterwähnung datiert aus dem Jahre 1286, als der Ort Stolpe Angermünder Stadtrecht erhielt. Für die Verleihung der Stadtrechte an Angermünde wird das Jahr 1233 angenommen. 1350 huldigt die Stadt Angermünde den "Falschen Waldemar", und behält damit ihre Privilegien. Nachdem der "Falschen Waldemar" als Betrüger enttarnt worden war, mußte Angermünde auf geheiß des Kaisers Ludwig den pommerschen Herzögen huldigen. Damit kam Angermünde bis 1420 nach Pommern. Im Jahre 1420 eroberten die brandenburgischen Markgrafen die Stadt zurück.

Im 30jährigen Krieg wurde Angermünde fast vollständig zerstört. Nur noch 20 Prozent der Häuser war bewohnbar, die Bevölkerung sank auf 1/10 des Standes vor dem Krieg. Die Stadt Angermünde kann sich lange nicht von den Folgen des 30jährigen Krieges erholen. Erst mit Ansiedlung von hugenottischer Familien, Pfälzern und Juden am Ende des 17. Jahrhunderts konnte die Stadt die schweren Auswirkungen des 30jährigen Krieges überwinden.

1871 wurde Angermünde Kreisstadt und behielt diesen Status bis zur Bildung der Großkreise 1993. Mit der kampflosen Übergabe der Stadt an die Rote Armee 1945 konnte die historische Altstadt weitgehend vor Kriegsschäden bewahrt werden.

Die historische Altstadt wurde auf nahezu quadratischem Grundriß am Ufer des Mündesee angelegt. Das Stadtbild wird vorwiegend von Bürgerhäusern in Fachwerkbauweise aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert bestimmt. Dominante Einzelbauwerke sind das 1828 in barocker Formen errichtete Rathaus mit dem großen Eingangsportal und die beiden mittelalterlichen Kirchen. Die St. Marienkirche entstand bereits im 13. Jahrhundert als 3schiffiger gotischer Backsteinbau mit gewaltigem Turm. Im Innern befinden sich Rippen- und Sterngewölbe sowie reiche Malereien. Die barocke Orgel, von dem Orgelbauer Wagner 1742-1744 geschaffen, erfreut noch heute zahlreiche Konzertbesucher. Der 57 m hohe rechteckige Turm ist überwiegend aus behauenen Feldsteinen errichtet und gehört neben dem der Nikolaikirche zu Berlin zu den höchsten Feldsteintürmen Brandenburgs.

Die Franziskaner-Klosterkirche gilt als eine der Ursprungsbauten märkischer Backsteingotik. Von der 1299 erstmals erwähnten Klosteranlage ist heute nur noch die Kirche erhalten. Die asymetrische zweischiffige Hallenkirche, aus einem breiten Hauptschiff und einem schmalen südlichen Seitenschiff bestehend, hat kein Gewölbe mehr. Wegen Einsturzgefahr mußten die Gewölbe bereits in der I. Hälfte des 19. Jahrhunderts abgetragen werden. Die Eichenbalken der sehr altertümlichen Dachkonstruktion stammen überwiegend aus der Zeit um 1445.

Am Eingang zur Altstadt befindet sich eine dritte Kirche, die gotische Heilig-Geist-Kapelle aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Bemerkenswert sind ihr reich geschmückter Giebel, der Turmaufsatz aus Fachwerk von 1775 und das Sterngewölbe im Innern.

Von der ehemals bis zu 7 m hohen Stadtmauer sind nur noch Reste an der ehemaligen Burg und am Oberwall sowie der Pulverturm mit begehbarem Zinnenkranz erhalten.

Der Pulverturm, Ende des 13. Jahrhunderts als Teil der Stadtbefestigung erbaut, wurde bis ins 17. Jahrhundert noch als Schuldturm genutzt. Im 18. Jahrhundert lagerte man dann hier die Pulvervorräte der Stadt. Die Zinnen sind begehbar und bieten einen weiten Ausblick auf die Umgebung. In den unteren Geschossen ist heute ein Teil des Heimatmuseums untergebracht. Der Geheimtunnel, der Gerüchte zufolge aus dem Verließ zum Kloster Chorin führen soll, ist bisher gänzlich unentdeckt.

Nicht erhalten ist hingegen der legendäre Angermünder Schatz, der in einem Gewölbe der Marienkirche eingemauert gewesen sein soll. Als Indiz für die Richtigkeit der Überlieferung ist immerhin eine fast drei Meter lange Eichentruhe zu besichtigen, in der der Schatz angeblich aufbewahrt wurde.

Eine uckermärkische Besonderheit ist das Literaturmuseum Ehm Welk. Hier wird dem Schriftsteller (1884-1966), der mit "Die Heiden von Kummerow" und weiteren Romanen das uckermärkische Wesen besonders farbenprächtig beschrieben hat, ein lebendiges Denkmal gesetzt, das dem Interessierten sicher nicht nur Aufschluß über den Brauch des Kummerower Heiden-Döpen geben kann.

Im Jahre 1974, aus Anlaß seines 90. Geburtstages, wurde das Literaturmuseum in Angermünde eröffnet, in dem anhand von Texten, persönlichen Gegenständen, Fotos und anders mehr das Werk und Leben des humanistischen Dichters verdeutlicht wird. Ehm Welk ist Ehrenbürger von Angermünde. Seine Bücher, die bereits 1986 eine Auflagenhöhe von 4 Millionen Exemplaren überschritt, sind für den Leser Geschichtszeugnis und Sensibilisierung globaler Probleme zugleich. Das Erlebte war Quelle seines literarischen Schaffens. Wie kaum einem anderen gelang es ihm, auf humoristisch lebendige Weise sein tiefes humanistisches Anliegen zum Ausdruck zu bringen. Heimatliebe und Weltoffenheit sind bestimmende Elemente seiner Bücher, die sich noch immer großer Beliebtheit erfreuen und so manchen Leser auf die Spuren des Dichters locken. So findet der Besucher in der Symbiose zur Literaturausstellung die Ausstellung "Naturschutz in der Uckermark" mit Zitaten von Ehm Welk. (Quelle : Ehm Welk Museum in Angermünde)

Ehm Welk Museum in Angermünde

Ehm Welk - Literaturmuseum
Puschkinallee 10
16278 Angermünde
Telefon: 03331-33381


Die Stadt Angermünde liegt eingebettet in der seenreichen Grundmoränenlandschaft der uckermärkischen Platte. Westlich der Stadt breitet sich das große Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin aus, und im Osten schließt der Nationalpark Unteres Odertal an. Nur wenige hundert Meter trennen die Angermünder Innenstadt vom Mündesee. Als Badegewässer laden die nahe gelegenen Seen Seen Wolletzsee und Parsteinsee ein.

In der Nähe von Angermünde liegt die Blumberger Mühle, ein Projekt des NABU (Naturschutzbund Deutschland), der hier ein Informationszentrum betreibt. Auf mehr als 200 qm Ausstellungsfläche werden hier Themen wie die Nutzung von Wasser und Boden behandelt. Dabei steht die Lnadnutzung im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Vordergrund. In der 14 Hektar großen Freifläche werden verschiedenste Landschaften und Biotope des Biosphärenreservat nachempfunden.

Stolpe/Oder
Bereits im 8. Jahrhundert wurde das Dorf von dem slawischen Volk der Ukraner angelegt. Sichtbares Zeichen dafür ist der im Jahre 1160 errichtete Stolper Turm. Der Stolper Turm war Teil einer Burganlange mit Ringhaus und Torhaus. Leider ist heute nur noch der Burgturm sichtbar. Er besitzt eine Durchmesser von 18 Metern (außen) und wird im Volksmund "Grützpott" genannt. Stolpe/Oder liegt direkt an der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße. Das Schloss von Stolpe wurde im Jahre 1545-1553 als zweigeschossiger Putzbau errichtet. In der heutigen Zeit beinhaltet das Schloss ein Kinderheim.
Sehenswertes in Angermünde und Umgebung:
  • Ehm Welk- und Heimatmuseum in Angermünde
  • Marienkirche in Angermünde
  • Pulverturm mit Stadtmauer in Angermünde
  • Heilig-Geist-Kapelle in Angermünde
  • Franziskanerkloster mit Dauerausstellung des Heimatvereins in Angermünde
  • Mündseepromenade mit verschiedenen Kunstwerken in Angermünde
  • Tierpark in Angermünde
  • NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle in der Nähe von Kerkow
  • Mittelalterliche Feldsteinkirche in Altkünkendorf
  • Feldsteinkirchen aus dem 13. Jahrhundert in Biesenbrow, in Bruchhagen, in Crussow, in Frauenhagen, in Gellmersdorf, in Mürow, in Schmargendorf, in Schmiedeberg, in Steinhöfel, in Welsow
  • Geburtshaus von Ehm Welk in Biesenbrow
  • Schlosspark in Crussow
  • Breitenteicher Mühle aus dem 14. Jahrhundert und Ziethen-Mühle in Frauendorf
  • Ruine der Greiffenburg in Güntersberg
  • Lenné-Park in Görlsdorf, das Schloss ist 1945 vollständig abgebrannt
  • Sternwarte in Greiffenberg
  • Dorfkirche aus dem 16. Jahrhundert in Herzsprung
  • Gut Kerkow mit Hofladen
  • Mürower Hünengrab an der Landstraße L28 von Mürow nach Frauenhagen
  • Gutshofensemble mit Schloss, Speicher und Brennerei in Mürow
  • Schmiede- und Baeuernmuseum in Schmargendorf
  • Blockhaus mit nachgestellten Steingräbern sowie Teilen eines germanischen Trinkplatzes in Schmiedeberg
  • Großsteingrab germanischer Stammesfürsten in Schmiedeberg
  • Bronzezeitliches Hügelgrab in Schmiedeberg
  • Slawische Burgwallanlage um 1160 erbaut in Stolpe
  • Schloss und Schlosspark in Wolletz
  • Parsteiner See
  • Brodowin
Karte Angermünde