Beeskow und Umgebung

Beeskow entstand im Schutze einer Burg als Marktsiedlung in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts an einem Spreeübergang. 1253 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, 1132 erhielt er Luckauer Stadtrecht. Tuchhherstellung und Handel begünstigten die Entwicklung der Stadt, deren Blütezeit bis gegen Ende des 16. Jahrhunderts andauerte. 1519 bis 1524 ließ sich der Bischof Dietrich von Lebus anstelle der alten Wasserburg ein Schloß errichten. 1706 wurde Beeskow Immediat - und 1787 Garnisionstadt. Durch die Kämpfe im Berliner Umland zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Beeskow von schweren Zerstörungen betroffen.

Wesentlichen Anteil am Reiz der Stadt Beeskow hat ihre unmittelbare Lage am Flußlauf der Spree. Dabei korrespondiert die historische Altstadt linksseitig des Flußufers mit der gegenüber auf einer Spreeinsel gelegenen Burg.

Die an den drei "Landseiten" um den quadratisch angelegten Stadtkern verlaufende Stadtmauer aus Feldsteinen ist weitgehend erhalten und beeindruckt ob ihrer Größe sowie mit Wehrgang und 6 Türmen. Das beeindruckendste Bauwerk der Stadt ist aber unbeschritten die Stadtkirche St. Marien aus dem 15. Jahrhundert, die selbst als Ruine noch die Stadtsilhouette beherrscht. Ihr Wiederaufbau steht bevor. Wer den Aufstieg auf den Kirchturm wagt, wird mit einem schönen Blick auf die Stadt und die herrliche Spreelandschaft belohnt.

Von den zahlreichen zweigeschossigen Fachwerkshäusern sei hier nur das älteste Haus der Stadt (Anfang des 16. Jahrhunderts) in der Kirchgasse 2 genannt. Nach der Sanierung dient es musealen und kulturellen Zwecken. Hervorzuheben ist auch die Superintendentur in der Brandstraße, ein fünfachsiger Spätbarockbau aus um 1780. Vom Schloß ist das sogenannte "Alte Amt" erhalten, in dem heute ein Museum und ein Kultur- und Bildungszentrum Unterkunft gefunden haben.

Groß Rietz
Groß Rietz liegt nur 6 Kilometer von Beeskow entfernt und es lohnt sich ein Besuch des Ortes. Der Ort gehörte bis ins 17. Jahrhundert derer von Kracht. Der Ort war ein Raubrittersitz und von Kracht verbreitete Angst und Schrecken in der Gegend. Ein Spruch aus der damaligen Zeit lautete:

"Vor Köckeritz und Lüderitze,
vor Krachten und vor Itzenplitze
behüt uns, lieber Herre Gott!"

Zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges wurde Groß Rietz und das Rittergut verwüstet. 1649 erwarb das Rittergut Georg von der Marwitz. Das Schloss in Groß Rietz wurde zwischen 1693 und 1700 von der Familie von Marwitz erbaut. 1790 kaufte der preußische Minister Johann Christoph Wöllner das Schloss. Wöllner ließ neue Wirtschaftsgebäude errichten, pflanzte Maulberrbäume an und ließ den Schlossgarten umgestalten. Aber Wöllner hatte auch großen Einfluss auf Friedrich Wilhelm II. , Der dicke Lüderjahn, fühlte sich vom Mystischen, Geheimnisvollen, Dunklen angezogen. Wöllner gehörte den Rosenkreuzer an, einer sektirerischen Geistesströmung zu dieser Zeit. Wöllner hatte soviel Einfluß auf Friedrich Wilhelm II., das er sogar beim Regieren eingriff (Wöllner wurde zu der damaligen Zeit als Kleiner König bezeichnet). 1801 übernahm Peter Friedrich Ludwig von Itzenplitz das Schloss. Itzenplitz ließ den Garten nach englischen Vorbild umgestalten. 1861 kam das Schloss durch Erbschaft wieder in den Besitz der Familie von Marwitz.

Das Schloss hat die Schrecken des 2. Weltkrieges unbeschadet überstanden, nur die Inneneinrichtung ist seit 1945 verschwunden. Nach 1945 wurde das Schloss als Kindergarten und Unterbringung von Vertriebenen genutzt worden. Zu DDR-Zeiten wurden im Schlosspark Kleingärten angelegt und der Park stark umgestaltet, so wurde eine zum Beispiel eine Freilichtbühne errichtet. Das Schloss wurde nach 2000 umfangreich saniert und hat seinen alten Charme wieder zurückerhalten. Der westlich des Schlosses gelegene Teil des Parkes wurde wiederhergestellt.

Auf dem Friedhof von Groß Rietz kann man die Grabsteine von Wöllner und seiner Frau sehen. Die Kirche, ein rechteckiger Putzbau, ist von Hans-Georg von Marwitz errichtet worden.

Kossenblatt
Kossenblatt wurde im Jahre 1208 erstmals als Coscenblot urkundlich erwähnt. 1699 kaufte der Feldmarschall und Reichsgraf Johann Albrecht von Barfus das Dorf Cossimblath für 32.000 Taler. Unter Friedrich I. war Barfus zuerst Gouverneur von Berlin und dann Premierminister von Friedrich I. In den Jahren von 1702 bis 1712 wurde das Schloss nach den Entwürfen des holländischen Baumeisters Van Spieren erbaut. Allerdings verstarb von Barfus im Jahre 1704 und konnte so nicht die Vollendung seines Schlosses miterleben. Seine Witwe, eine geborene von Dönhoff, soll sehr geizig gewesen sein. Sie gönnte sogar ihrem Sohn nicht das Erbe das Vaters und ließ unter dem Keller ein geheimes Gewölbe errichten. Darin soll sie den gesamten Goldschatz versteckt haben und den Baumeister mit vergifteten Wein umgebracht haben. Kurz vor ihrem Tode ließ sie das gesamte Mobilar des Schlosses in den Hof bringen und verbrennen.

1736 kaufte König Friedrich Wilhlem I. das Schloss und die Herrschaft Kossenblatt für 125.000 Taler. Friedrich Wilhelm hatte das Schloss Kossenblatt auf einer Jagd kennengelernt. In den letzten jahren seines Lebens hielt sich König Friedrich Wilhelm i. hier wegen seiner Gicht und Wassersucht auf. Das Schloss blieb bis 1945 im Besitz der Hohenzollern. Den 2. Weltkrieg hatte das Schloss unbeschadet überstanden. Leider wurde im Jahre 1945 das Schloss komplett geplündert. 1967 wurde begonnen das Schloss zu restauriert. Zu DDR-Zeiten war im Schloss Kossenblatt das Archiv des DDR-Innenministeriums untergebracht. Das Schloss ist nach seiner nochmaligen Restaurierung im Jahre 1996 für Besichtigungen geöffnet. (nur mit Voranmeldungen !).

Beeskower Land
Land der stillen Reize haben wir das Beeskower Land im Osten Brandenburgs mit seine unzähligen Seen, ausgedehnten Kiefern- und Mischwäldern, Wiesen- und Weideflächen genannt, denn die Schönheiten dieser noch intakten Naturlandschaft erschließen sich oft erst auf den zweiten Blick.

Ob von Storkow, dem Ausgangspunkt der Scharmützelseenkette, oder von Beeskow aus, der Kreisstadt des Landkreises Oder-Spree, ob von Müllrose, dem Tor zum Schlaubetal oder den Niederlausitzer Ackerbürgerstädtchen Friedland und Lieberose, Ausgangspunkte für das Oelsetal und Schwielochseegebiet; unverwechselbar und gleich anziehend sind jene Orte, als daß man einem den Vorzug geben könnte.

Alleen, die im Sommer Schatten und angenehme Kühle spenden, laden zu einer Fahrt durch verträumte Dörfer nicht nur rund um den Schwielochsee ein. Die forstwirtschaftlichen Versuchsreviere in Schwenow und Sauen sollten Sie genausowenig vergessen wie die uralten Eichen in Krügersdorf oder die nach historischen Vorbild erneuerte Zugbrücke in Briescht. Ein Blick vom 135 Meter hohen Kosakenberg bei Pfaffendorf oder, weiter westlich, nahe des Godna-Sees, von den 111 Meter hohen Blocksbergen vermittelt dem Betrachter ein riesiges Laub- und Nadeldach, unterbrochen von silbrig schimmernden Wasserbändern - der Spree mit ihren Altarmen, von Gräben, Fließen, Teichen und Seen.

Der Schutz der Natur wird großgeschrieben, denn sie ist das Besondere dieser Gegend, was wir erhalten und bewahren wollen - für uns, aber vor allem für Sie !

"Auch Dörfer und Städte, Kirchen und stille Winkel, alte Eichen und Feldraine sind Dinge, die irgendwie zu uns gehören, und wenn wir sie nicht nur hinnehmen, sondern genau wahrnehmen, nicht nur wissen wie sie sind, sondern auch wie sie wurden, wissen wir auch mehr über uns selbst", schreibt der Schriftsteller und Wanderer durch die Mark Günter de Bryun.

Wer etwas Zeit mitbringt und Sinn für Geschichte, der kann von Storkow aus, wo im 13. Jahrhundert der nicht immer friedliche Ausbau des Beeskower Landes begann, märkische Bautraditionen und kulturelle Vielfalt nicht nur an Kirchen, Burgen und Herrensitzen verfolgen.

Zahlreiche Dorfschmieden, Backöfen, Landarbeiterkaten und einige vereinzelte Windmühlen (wie die in Kohlsdorf, bei Tauche oder Leißnitz) künden vom Leben früherer Zeiten, das viel stärker von den natürlichen Gegebenheiten bestimmt war.

Vom als Aussichtsturm dienenden Bergfried der vor 1250 erbauten Burg Beeskow sieht man weit ins Spreeland hinein. Wie diese ist auch die Burg Friedland in dem Städtchen gleichen Namens mit wenig mehr als 800 Einwohnern eine Gründung der Ritter von Strele und war über zwei Jahrhunderte Sitz des Johanniter-Ordens. Die Kirche auf dem neu gestalteten Marktplatz ist ebenfalls eine Besichtigung wert - und die Töpferei Reichmann ist geradezu ein Muß für jeden kunsthandwerklich Interessierten. Alte Handwerkstraditionen prägen immer nachhaltiger das Bild unserer Region. Korbflechter, Töpfer und Schmiedemeister sind auf jedem der zahlreichen Bauern- und Wochenmärkte vertreten, auf Dorffesten kann das Spinnen wieder erlernt werden, Reisig und Kienäpfel werden für den Feldbackofen gesammelt, dessen knusprig frisches Brot unübertroffen ist. Mühlen- und Fischerfeste laden in die Klingemühle nach Chossewitz ein, der Pferdemarkt lockt nach Lieberose, ganz am südlichen Ende des Beeskower Landes gelegen.

Aber nicht nur Pferdenarren zieht es nach Lieberose. Neben Land- und Pfarrkirche, die gleich hinter dem Rathaus in unmittelbarer Nähe des Marktes stehen, hinterlassen Schloß und Park der Familie von der Schulenburg den wohl nachhaltigsten Eindruck.

"Auf den Spuren großer Namen" könnte Ihre selbstgewählte Route heißen - und da das Amt tauche mit den Dörfern Kossenblatt und Trebatsch einiges zu bieten. 1736 kaufte Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, Schloß Kosselblatt als Alters- und Jagdsitz - und 1862 waren Schloß und Dorf das Ziel Fontanes, um für den geplanten Band "Oderland" die Geschichte der Familie von Barfus zu recherchieren, der Bauherren und Besitzer von 1699 bis 1736.

Trebatsch würdigt seinen Ludwig Leichhardt, den berühmten Erforscher Australiens, mit einem liebevoll ausgestatteten Museum, und - wen verwundert es - mit einer Ludwig-Leichhardt-Straße im Ort. Der Erforscher des australischen Kontinents, Ludwig Leichhardt, wurde am 23. Oktober 1813 in Sabrodt bei Beeskow als sechstes Kind eines königlichen Torfmeisters geboren und besuchte von 1820 bis 1826 die einklassige Dorfschule in Trebatsch. Sein Vater, als Torfgräber von frühester Jugend an mit der Natur verbunden, weckte in ihm, der ein guter Beobachter und Zuhörer war, das Interesse an den Geheimnissen der Natur und Umwelt.

1841 verwirklicht sich Leichhardt den Traum von einer Forschungsreise nach Australien. Ein Freund ermöglichte ihm, die Überfahrt auf einem Segelschiff zu finanzieren. Während der ersten Expedition lernte er die Ureinwohner gründlich kennen und bereitete eine Expedition zur Erforschung des weitgehend unerschlossenen Kontinents vor.

Seine nächste Entdeckungsreise von der Ost- zur Westküste wurde 1847 in Angriff genommen. Der erste Versuch mußte abgebrochen werden. Der zweite Versuch endete in einer Tragödie. Die letzte Nachricht stammte vom 3. April 1848 an einen Freund. Suchexpeditionen blieben erfolglos.

200 Mal hat man in Australien Straßen, Flüsse und Berge nach ihm benannt. Dort hält man das Andenken an ihn sehr hoch. Auch in England gibt man ihm die Ehre. In Deutschland dagegen blieb er fast unbekannt. Der Lehrer Kempcke, Begründer des Heimatmuseums Beeskow, macht ihn in den 20er Jahren wieder bekannt. Hier steht auch ein umfangreiches Archiv über ihn zur Verfügung. In Trebatsch hat man Ludwig Leichhardt anläßlich seines 175. Geburtstages am 23. Oktober 1988 mit einer Gedenkstätte ein würdiges Denkmal gesetzt.

Im ersten Raum des Heimatmuseums ist eine einklassige Dorfschule aus der Zeit Leichhardts nachgestaltet. Weiterhin dokumentieren Schriften, Karten und Fotos das Schaffen des Australienforschers. Die Hausgeräte im Obergeschoß stammen teilweise aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurden vornehmlich von Bürgern aus Trebatsch zur Verfügung gestellt.

Und was wäre das Beeskower Land ohne das Dörfchen Sauen, dessen Schloß und Gut der Chirurg August Bier 1912 kaufte, um mit seinen Waldexperimenten auf sich aufmerksam zu machen. So ist seit den dreißiger Jahren der Wald von Sauen ein begehrtes Expeditionsziel für Forstleute und ökologisch-waldbaulich Interessierte aus aller Welt.

Urlaub aktiv, dazu findet im Beeskower Land jeder, was er begehrt. Auf über 400 Kilometer ausgeschilderten Wanderwegen, natürlichen Wanderpfaden und Reit- und Radwegen entdecken Sie die abwechslungsreiche Landschaft mit ihrer einmaligen Tier- und Pflanzenwelt. Besonders zu empfehlen sind von Friedland aus die Wanderwege um den Schwielochsee mit ihren Schutzhütten sowie das Oelsetal, der Naturpark Schlaubetal mit dem Naturlehrpfad um den Wirchensee und die forstwirtschaftlichen Versuchsreviere bei Sauen und Schwenow. Reiterhöfe in Beeskow, Schneeberg und Zaue bieten Kutsch- und Kremserfahrten, aber auch Reitunterricht an. Ausritte durch schattige Laubwälder, schmale Täler und über sandige Höhen wecken bei Mädchen und Jungen Abenteuerlust.

Zusammenhängende Waldgebiete mit wechselnden Vegetationen bieten vielen Wildarten Lebensraum - ideale Voraussetzungen, um zwischen Sauen und Beeskow, in den Forsten um Friedland, Kossenblatt, Schwenow, Groß Eichholz und im Oelse-Schlaubetal auf die Jagd zu gehen. Und wer sich mit der Pirsch auf Pilze begnügt, kommt ebenfalls auf seine Kosten. Ganz zu schweigen von den Angelfreuden, die die Auswahl unter Dutzenden von Seen haben, um auf Karpfen, Hecht, Aal oder Zander zu gehen, vorausgesetzt, sie haben die entsprechende Genehmigung erworben.

Die durch Kanäle und Seen mit Dahme, Havel, Oder und Neiße verbundene Spree lockt viele Wasserwanderer in das Gebiet zwischen Spreewald und den Berliner Gewässern. Neue Rastplätze wurden hierfür eigens angelegt, zahlreiche Campingplätze modernisiert.

Karte Beeskow