Biesenthal und Umgebung

Das Amt Biesenthal-Barnim mit den amtsgehörigen Gemeinden Biesenthal, Danewitz, Sydower Fließ, Melchow sowie Breydin liegt inmitten fast unberührten, wald- und wasserreichen Landschaft des Naturpark Barnim im Nordosten von Berlin.

Ausgedehnte Wälder, zahlreiche kleinere und größere Seen innerhalb des landschaftsschutzgebietes "Biesenthaler Becken", die durch die Eiszeit geprägt wurden, laden zum Baden oder zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Kulturhistorische und natürliche Denkmäler, wie der Schlossberg Biesenthal, der Bahnhof Melchow, die Fachwerkkirche Tuchen, die 1000-jährige Eiche in Grüntal oder der Gutspark Trampe können den Ausgangspunkt für Wanderungen oder Radtouren in die nähere Umgebung bilden. Die Entstehung der Dörfer geht auf die Ostexpansion im 12. und 13. Jahrhunderts zurück.

Biesenthal
Biesenthal, eine Stadt der Wälder und Seen, liegt zwischen den beiden Städten Eberswalde und Bernau und zählt zu den ältesten märkischen Städten. Der Ursprung der Stadt ist eine slawische Burg der askanischen Markgrafen. Biesenthal wurde 1258 erstmals als Bisdal urkundlich erwähnt. Mehrere Großbrände 1580, 1632 und 1756 vernichteten wichtige Dokumente und historische Bausubstanz. Ein kulturhistorisches Bauwerk ist das "Alte Rathaus". Die im Stadtwappen des Ortes enthaltene rote Burg weist auf die ehemalige Burg des markgrafen von Brandenburg hin, deren Grundmauern noch auf dem Schlossberg zu finden sind. Anfangs des 20. jahrhunderts entwickelte sich Biesenthal immer mehr zu einem Kur- und Erholungsort, dem 1934 die Berechtigung erteilt wird, die Bezeichnung Luftkurort zu führen. Das bereits 1925 eröffnete Strandbad am Wukensee präsentiert sich nach seiner Rekonstruktion im Jahre 1990 als eine Perle für jeden Natur- und Badefreund.

Markantestes Zeichen von Biesenthal sind zwei Kirchtürme, die aus der reizvollen Landschaft herausragen und schon von weitem sichtbar sind. Neben älteren Häusern im Villenstil und historischen, denkmalgeschützten Gebäuden im Altstadtbereich, wie dem historischen Rathaus mit Heimatstube, sind in letzter Zeit auch Wohngebiete mit Ein- und Zweifamilienhäusern entstanden.

Die Biesenthaler Landschaft ist im Wesentlichen durch gut gekennzeichnete Wanderwege erschlossen. Gäste und Besucher finden zu jeder Jahreszeit in der riezvollen wald- und wasserreichen Landschaft Erholung und Entspannung

Danewitz
Eine halbe Meile südöstlich von Biesenthal liegt das alte Bauerndorf Danewitz an einer schon 1267 urkundlich erwähnten wichtigen Handelsstraße, der "via Bizdal".

Das ursprünglich freie Bauerndorf hatte mit seinen zwölf "Bauerngütern" eine großes Gesinde aus eigener Küche, Back- und Räucherkammern zu versorgen. Doch am 2. Oktober 1826 "brach um 1 Uhr mittags, als der größte Teil der Einwohner sich auf dem Felde befand, durch Unvorsichtigkeit bei dem Gebrauch einer neu angelegten Räucherkammer ein Feuer auf dem Tempelfeldischen Ende aus und verbreitete sich, vom Ostwinde getrieben, schnell nach der Biesenthaler Seite hin. Im Nu standen die strohgedeckten, mit Getreide- und Futtervorräten reich gefüllten Gebäude in Flammen".

Nach dieser Katastrophe wurde verfügt, daß jeder Bauer seinen Backofen in sicherer Entfernung vom Gehöft zu errichten habe. So entstanden um 1850 in den Bauerngärten zwölf Backöfen in Feldsteinbauweise, die großenteils noch lange nach dem Zweiten Weltkrieg in Gebrauch waren - einmalig im Land Brandenburg.

Nun lebt seit dem Frühjahr 1995 der alte Brauch des Brot- und Kuchenbackens im Feldsteinofen wieder auf. Mit drei "Backofenfesten", im Mai "Frühlingsfest", am letzen Sonntag im August "Erntefest" und am 3. Oktober "Einheitsfest" genannt, feiert die Gemeinde dieses Handwerk.

Vom Duft des köstlichen frischen Steinofenbrotes und des selbstgebackenen Kuchen angelockt, von der Idylle des dörflichen Treibens auf dem Platz vor der alten Schmiede begeistert, zieht es seitdem viele Besucher nach Danewitz. So leben im märkischen Backofendorf alte Traditionen wieder auf.

Melchow
Melchow mit Schönholz und Spechthausen waren vor dem Gemeindezusammenschluss im jahr 1998 selbstständige Gemeinden. Urkundlich wurde Melchow 1324 erstmals erwähnt. beim Hussitenanstrum 1432 wurde der Ort vollständig zerstört und im 15. jahrhundert an heutiger Stelle wieder aufgebaut, allerdings ohne Kirche. Erst 1932 wurde ein Stallgebäude zu einem Bethaus umgebaut. In Schönholz erinnert ein Gedenkstein an die Opfer des 1. Weltkrieges. Bekannt wurde Spechthausen durch die Papierfabrik Wolfswinkel, die Banknoten, Wertpapiere und Büttenpapier mit Wasserzeichen herstellte.

Breydin
Trampe und Tuchen-Klobbicke waren vor dem Gemeidezusammenschluss im jahre 1998 selbstständige Gemeinden. Der ehemalige Schloßpark Trampe ist eine Besonderheit des Ortes. Einst in der Mitte des 17. jahrhunderts als Lustgarten im englischen Stil umgestaltet. Im hinteren Teil des Parkes sind noch Feldsteinmauerreste der Burg Breydin zu finden, auch Wall und Wassergraben sind noch zu erkennen. Eine aus dem 13. jahrhundert stammende Feldsteinkirche befindet sich in Klöbbicke. Auch die Tuchener Kirche war im 13. Jahrhundert ursprünglich aus Feldsteinen errichtet.

Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche auf dem vorhandenen Fundamenten in den Jahren 1711-1718 als für die Gegend untypische Fachwerkkirche errichtet. Trotzt mehrerer Reperaturen stürtzte das Kirchenschiff 1990 in sich zusammen. 1993 wurde mit der Rekonstruktion der Kirche begonnen. Heute steht sie unter Denkmalsschutz und dient als Stätte kultureller Veranstaltungen und als "Hochzeitskirche" des Amtes.

Ausgedehnte Wanderungen in die waldreiche Umgebung des Ortes, besonders ins Gebiet des Nonnenfließes, welches hier seinen Ursprung hat, bieten Erholung und Entspannung.

Sydower Fließ
Grüntal und Tempelfelde waren vor dem Gemeindezusammenschluss im jahr 1998 selbstständige Gemeinden. Im OT Grüntal befanden sich einst zwei Güter, das Gut Sydow und das Gut Grüntal. Die Grenze zwischen ihnen war das Sydowfließ. Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte 1375 im Landbuch Karl IV. Im Jahre 1826 wurde durch den Justizrat Schütz eine Brauerei nach bayrischer Art angelegt. Seit 1894 besaß Bernhard Graf von Schulenburg den Ort Grüntal. Er war an der Entwicklung der Landwirtschaft sowie des Brennereigewerbes maßgeblich beteiligt.

Neben der Feldsteinkirche in Grüntal ist eine tausendjährige Eiche zu bewundern. Sie steht unter Naturschutz. Unter ihrem "Dach" soll auch Napoleon Rast gemacht haben. Ein unter Schutz stehndes Feuchtbiotop befindet sich am Weinberg. Hier haben sich unter anderem Kraniche angesiedelt. Auch die im Kellerberg zu findenden Fledermäuse stehen unter strengem Schutz. Der OT Tempelfelde wird urkundlich erstmals 1375 erwähnt. Die mittelalterliche Feldsteinkirche wurde 1885 durch einen Brand bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Der Wiederaufbau begann im darauffolgenden Jahr. Der 1884 gegründete Sängerverein ist seither ein aktiver Mitgestalter des kulturellen Lebens in Tempelfelde. Die 1861 gegründete Schützengilde ist nach einer längeren Ruhepause wieder aktiv geworden. Auf den Gemarkungen von Tempelfelde und dem benachbarten Wilmersdorf wurde der größte Windkraftpark Brandenburgs erbaut. Besucher können Wanderungen in die waldreiche Umgebung unternehmen.

Echte Wanderfreunde kommen auf ihre Kosten wenn sie auf den Spuren der Märkischen Eiszeitstraße wandeln. Diese ausgedehnte Route führt von Bernau über das Biesenthaler Becken in nördlicher Richtung bis nach Prenzlau und in östlicher Richtung bis ins Untere Odertal. Aber auch kleinere Wander- und Radtouren im Amtsbereich bieten hautnahes Erleben der Naturschönheiten dieser Region. Empfehlenswert ist auch eine Wanderung im Landschaftsschutzgebiet "Nonnenfließ". Der Wanderweg beginnt hinter dem Ortsausgang Spechthausen (Richtung Bernau). Nach zirka 2 Kilometer erreicht man den kleinen Ort Schönholz, der Ausgangspunkt für weitere Wanderungen in die Umgebung sein kann.

Karte Biesenthal