Burgen in Brandenburg

Schloß Wiesenburg - Wiesenburg
Eine Burg wird hier erstmals im Jahr 1161 als "burgwardis ... Wisenburg" erwähnt. Sie diente zur Sicherung eines Grenzübergangs im Wald zwischen den alten Slawengauen der Ploni (daher der Name des Flusses Plane) und Moraziani, die vor der deutschen Ostkolonisation in dieser Gegend seßhaft waren. Aus diesem Grenzpunkt entwickelte sich eine stattliche Burg, die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch einen Neubau ersetzt wurde. 1730 erweiterte man das Schloß, und in den Jahren 1864/80 erhielt es bei umfangreichen Baumaßnahmen seine heutige Gestalt.

Aus dem Mittelalter stammt noch der untere Teil des Bergfrieds, die Turmspitze kam erst bei den Umbauten 1864 hinzu. Auch der Wiesenburger Bergfried kann bestiegen werden. Dem Besucher öffnet sich ein herrlicher Blick über Dorf und Land. Sehr schön sind das Torhaus und die Hofapotheke im Stil der Neurenaissance.

Von der Parkseite bietet sich dem Betrachter ein vollkommen anderes Bild. Die nach Süden ausgerichtete Schaufassade thront hoch über dem, in neuerer Zeit nach alten Plänen rekonstruierten Landschaftspark, der zu den schönsten im Stil des englischen Landschaftsgartens angelegten Parks Brandenburg zählt.

Er wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts unter der Herrschaft Friedrich Ernst von Watzdorffs angelegt. Aus dieser Zeit stammen auch die seltsam anmutenden Mauern aus Findlingen und Tuffsteinen. Letztere wurden aus Bad Kösen bei Naumburg herbeigeschafft.

Das Dorf Wiesenburg mutet eher wie ein kleines Bergstädtchen an. Sehenswert ist auch die am Rand des Parks gelegene kreuzförmige Kirche. Bei dem Schiff handelt es sich um ein Feldsteinbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Im Jahr 1880 wurde sie durch den neuromanischen Turm ergänzt.

Burg Ziesar - Ziesar
Der Ort wurde erstmals 948 als "Ezeri" anläßlich der Gründung des Bistums Brandenburg erwähnt. Weithin sichtbar sind die beiden Türme der Burg, der Bergfired mit seinen 35 Metern und der Storchenturm.

Erbaut wurde die Festungsanlage im 15. Jahrhundert unter Dietrich von Stechow im Auftrag des Brandenburger Bischofs. Von der Vorburg blieb nur ein Rundturm (Ende 15. Jahrhundert), von der Hauptburg der etwas jüngere Bergfried mit deiner "Bischofsmütze" erhalten (um 1540). Besonders sehenswert ist die Burgkapelle von 1470.

Der spätgotische Backsteinbau besticht durch die nahezu vollständig erhaltene Wand- und Gewölbemalereien aus seiner Entstehungszeit. Den Schlüssel zur Kapelle kann man sich im Burginternat und beim Pfarrer holen. Oder man richtet es so ein, daß man sonntags um 10 Uhr in Ziesar ist, um bei einem katholischen Gottesdienst das Innere der Kapelle zu bewundern.

Burg Eisenhardt - Belzig
Erstmalig 997 erwähnt ("Belizi"), besitzt Belzig mit der Burg Eisenhardt eine der ältesten Höhenburgen in Brandenburg. Von den ursprünglichen Anlagen ist der Burgfried der älteste erhalten gebliebene Bau, um 1200 errichtet. Da dem Magdeburger Erzbischof die Grenzfestung ein Dorn im Auge war, zerstörte und eroberte er nach langen Kämpfen 1406 die Burg und die Stadt. Die Burg wurde vollständig zerstört. Der Neuaufbau der Burg, als Grenzfeste, wurde im Jahre 1465 abgeschlossen.

Nach der nochmaligen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg Eisenhardt erneut aufgebaut und ist in dieser Form bis heute erhalten geblieben. Vom Butterturm genießt man einen herrlichen Blick auf Belzig und die Fläminglandschaft hinein. Mit seiner Größe von 33 Metern ist er der älteste Teil der Burg Eisenhardt. Durch seine Ähnlichkeit mit einem Butterfaß, wird er im Volksmund auch Butterturm genannt.

Das Burgenmuseum informiert eindrucksvoll über die Geschichte der drei Burgen des Hohen Flämings, die Reformation und den 30jährigen Krieg. Besonders aufschlußreich ist das Zinnfiguren-Diorama zur Schlacht am Hagelberg.

Burg Rabenstein - Raben
Wahrscheinlich reichen die Anfänge der Burg bis ins 12. Jahrhundert zurück. Nach ihrer Zerstörung durch die Magdeburger wurde sie im Jahre 1395 wiederaufgebaut. Bis ins 16. Jahrhundert hinein diente die Anlage als Amtssitz der sächsischen Kurfürsten. Im 30jährigen Krieg litt sie stark unter schwedischen Angriffen und Besetzung, wurde aber stets wiederhergestellt und in den folgenden Jahrhunderten mehrmals verändert.

1813 nutzte der schwedische Kronprinz Bernadotte Rabenstein als Hauptquartier vor der Schlacht bei Dennewitz. Zwie Jahre später verlor Sachsen den Fläming an Preußen, seither steht die Burg ebenso wie Schloß Wiesenburg und die Feste Eisenhardt in Belzig, auf brandenburgischen Boden.

Den 28 Meter hohen Bergfried kann man besteigen, hier hat man einen herrlichen Blick weit über den Hohen Fläming. Die Mauern des Turms haben eine Dicke von sage und schreibe 3,60 Meter - 5,40 Meter. Auch der Laie kann anhand der unterschiedlichen Baumaterialen leicht die verschiedenen Zeitepochen erkennen, die über Burg rabenstein hinweggegangen sind. Die älteren Mauern bestehen aus behauenen Feldsteinen; Backstein wurde erst später verwendet. Wahescheinlich wurden Haupt- und Torhaus, Herbergsgebäude und Rittersaal um 1717 um- und teilweise neu gebaut.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war die Burg in einem beklagenswerten Zustand. Mitte der 50er Jahre wurde sie wiederhergerichtet und dient seither als Jugendherberge.

Nicht nur die Burg hatte im 30jährigen Krieg stark gelitten, auch das Dorf war dem Erdboden gleichgemacht worden. 1640 lebte nicht ein einziger Mensch mehr im Ort. Nur die Kirche aus dem 13. Jahrhundert trotzte den schwedischen Angreifern.

Karte Burgen in Brandenburg