Gamengrund und Umgebung

Wenige Kilometer westlich von Bad Freienwalde zieht sich von Neugersdorf aus der Gamengrund in südliche Richtung und geht im Süden in das Strausberg-Eggersdorfer Seengebiet über.

Die Seenrinne, die die Barnimhochfläche durchzieht, bildet eine einzigartige Landschaft, die teilweise mittelgebirgsartige Formen aufweist. Das im Gefolge der Eiszeit entstandene durchschnittlich 300 bis 400 m breite und meist tief eingeschnittene Tal des Gamengrundes ist zu 95% mit Wald bedeckt. Die ausgedehnten Mischwälder, in die fast 20 Seen eingestreut sind, die Täler mit ihrem natürlichen Heckenbestand und den Besenginsterflächen geben diesem Gebiet ein unverwechselbares Gepräge.

Der Gamengrund ist ein ruhiges und abgeschiedenes Gebiet, das sich besonders zum Wandern eignet. Der einzige Campingplatz des Gebietes liegt in Tiefensee direkt am Gamensee.

Tiefensee, eine Siedlung, die ihren Namen wahrscheinlich dem "tiefen Waldsee", dem Gamensee, verdankt, ist erst seit 1925 eine eigenständige Gemeinde, verfügt über keine Kirche, keinen Marktplatz und seit der Eigenständigkeit erst über einen eigenen Friedhof.

Bekannt ist der Ort seit den 30iger Jahren für viele Berliner als Ausflugsort. Sieben Gaststätten gab es früher in dem kleinen Ort. Die Regionalbahn und Sonderzüge, auch Busse brachten früher die Ausflügler nach Tiefensee. Zu Himmelfahrt gab es in Tiefensee den "Heiratsmarkt" - ein Familienfest mit alter Tradition.

Am See wurde bereits 1925 die erste Jugendherberge eingeweiht, die schon 1937/38 neu gebaut wurde, weil sie den wachsenden Übernachtungsansprüchen nicht mehr gewachsen war. In den letzten Kriegsmonaten diente sie dann als Lazarett und brannte 1945 gänzlich ab. Sie wurde auch nicht wieder aufgebaut. Heute befindet sich dort der international bekannte Zeltplatz "Country Camping"

Nicht zu vergessen ist das Leben und Wirken des bekannten Pädagogen und Sozialdemokraten Adolf Reichwein, der von 1933 bis 1939 in Tiefensee eine Schulleiterstelle erhielt. Beteiligt an Plänen zum Staatsstreich um Stauffenberg im Sommer 1943, wurde er 1944 verhaftet und in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Quelle Tiefensee : www.amt-werneuchen.de/tiefensee/

Im südöstlichen Bereich des Gamengrundes schließt sich nach Osten hin der Blumenthal an. Dieses Gebiet ist mit einer Fläche von etwa 100 Quadratkilometer eines der größten geschlossenen Waldgebiete in der Umgebung von Berlin.

Die höchste Erhebung mit 152 m befindet sich in den Langen Bergen bei Tiefensee. Kenner sprechen vom landschaftlich schöneren westlichen Teil mit dem Gamengrund und dem geschichtsträchtigeren östlichen Teil, wobei der letztere sicher noch einiges im Verborgenen hält. Bekannt wurde das Gebiet besonders durch den Dichterpfarrer Schmidt von Werneuchen und Theodor Fontane, der das Gebiet 1861 aufgesucht hat.

Der Name Blumenthal ist zurückzuführen auf das vielfältige Blühen eines artenreichen Blumenbestandes, "als wolle es der Wald immer wieder beweisen: ich bin der Blumenthal" (Theodor Fontane). Sowohl die Pflanzen- als auch die Tierwelt dieses Gebietes sind bemerkenswert. Das Gebiet will im wahrsten Sinne des Wortes erwandert werden. Einige kleine Parkplätze sind vorhanden, z. B. in Höhe des Gamensees und beim ehemaligen Chausseehaus. Zu empfehlen ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bis Strausberg oder Tiefensee.

Stadtstelle
Stadtstelle befindet sich an der an der Straße L337 zwischen Tiefensee und Prötzel. Der Weiler mit einigen Gehöften und Ferienhäusern liegt südlich der Straße und ist eingerahmt von tiefen Wäldern des "Blumenthal", einem großen Waldgebiet, sowie sich südlich anschließenden Feldern.

Um die Geschichte des Ortes ranken sich eine Reihe von Mythen und unbelegter Behauptungen.

So befindet sich unweit der heutigen Siedlung ein ungewöhnlich geformter flacher Findling, der seit jeher die Phantasie der Menschen angeregt hat. Oftmals wird behauptet, dieser Stein wäre Mittelpunkt und Opferstein eines "Heiligen Hains der Semnonen" gewesen, eines germanischen Stammes welcher zwischen Elbe und Oder siedelte. Selbst Theodor Fontane beschäftigte sich in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg mit diesem Stein. Diese These wird von dem Historiker Rudolf Guthjahr bereits 1934 in seiner Promotion (siehe "Literatur") stark bezweifelt.

Im "Landbuch der Mark Brandenburg" wird an jener Stelle 1375 ein Städtchen mit dem Namen Blumenthal noch unter den Ortschaften des Landes Barnim erwähnt. Der flache Stein soll im Mittelpunkt des Städtchens gelegen haben und war als Marktstein oder auch Markstein bekannt. Von der Stadt ist heute nichts mehr zu sehen, obwohl 1689 Bürgermeister Grüvel aus Kremmen noch mannshohe Feldsteinmauern gefunden haben will, ebenso Johann Christoph Bekmann um 1750, Bernouilli um 1777.

1863 besuchte Theodor Fontane den Ort und war danach überzeugt, dass hier ein Städtchen gestanden haben muss.

Als Ursache der Auslöschung des Ortes geht man von vielen Thesen aus. Kriegerische Auseinandersetzung mit dem Stamm der Pomoranen oder mit den Hussiten werden genannt, aber auch der grassierenden Pest wird vermutet.

Heute deutet lediglich die Bezeichnung des Weilers Stadtstelle darauf hin, dass sich etwas weiter südlich eine Stadt befunden haben soll. Der Siedlungsplatz der ehemaligen Stadt Blumenthal ist heute eine Wüstung, lediglich der umgebende Wald sowie eine kleine Waldsiedlung nördlich der Straße trägt noch diesen Namen.
Quelle : (Wikipedia®)

Gamengrund