Gransee und Umgebung

Eine sanfte Erhebung, im Norden durch den Geronsee begrenzt, so ist Gransee mitten im Ruppiner Land gelegen. Mitten in einer einzigartigen Natur- und Erholungslandschaft, die zudem noch mit den besten Luftwerten Deutschlands ausgestattet ist. Ursprung der Stadt war die Kreuzung zweier wichtiger Handelsstraßen, der Verbindung zwischen Mecklenburg-Strelitz und der Mark Brandenburg sowie der Uckermark und dem Ruppiner Land. 1261 wurde Gransee durch die askanischen Markgrafen Otto III. und Johann I. der Status einer Stadt verliehen.

"Gransee war eine feste Stadt, vielleicht die festeste der Grafschaft Ruppin" befand Theodor Fontabne auf seinem Streifzug durch die Mark Brandenburg. Der Eindruck drängt sich noch heute auf, wenn man die Stadtmauer von Anfang des 14. Jahrhunderts betrachtet, einen Festungsring, der noch zu 80 Prozent erhalten ist. Betritt man die Stadt durch das Ruppiner Tor, dem Wahrzeichen Gransees, so fallen die rechtwinkligen Straßen und Blöcke auf. Ein Stadtgrundriss wie ein Schachbrett, besser: vom Reißbrett. Er geht auf das Jahr 1711 zurück, als man Gransee nach dem großen Stadtbrand neu aufbaute.

Doch Gransee spielte in der Geschichte Brandenburg eine wichtige Rolle. So öffnete man die Stadttore für einen Mann der später als der "Falsche Waldemar oder Woldemar" in die Geschichte einging. Der askanische Markgraf Waldemar war auf einer Pilgerfahrt in das Heilige Land verschollen. Durch die große Ähnlichkeit des Fremden mit dem Markgrafen dachten die Granseer das dies der lange Vermisste sei. Sogar Kaiser Karl IV. ließ sich täuschen und der "Falsche Waldemar" wurde in der Fürstengruft in Dessau begesetzt. Aber es handelte sich um einen Betrüger, diese Meinung vertrat auch Ludwig der Bayer. Zur Strafe ließ Ludwig der Bayer die Tore der Stadt zu mauern, durch die der "Falsche Waldemar" in die Stadt eingezogen ist.

An der Stadtkirche St. Marien, einem gewaltigen Backsteinbau mit drei Schiffen, einem monumentalen Ostgiebel und seiner westlichen Zweiturmfassade: "So eine große Kirche für diese kleine Stadt" das ist oft der Eindruck der Besucher, die sich nun schon seit 45 Jahren an den von Mai bis Oktober stattfindenden Granseer Sommermusiken erfreuen können. Im Innern finden sich zwei wertvolle Altäre und eine Wagner-Orgel.

Klein dagegen, doch vom großen Karl Friedrich Schinkel an eine große Regentin erinnernd: "Das Luisendenkmal hält das rechte Maß: Es spricht nur für sich und die Stadt und ist rein persönlich in dem Ausdruck seiner Trauer. Und deshalb rührt es." Wen hat es gerührt? Fontane. Es würdigt Luise, Königin von Preußen, Symbolfigur im Widerstand gegen Napeloen, von Heinrich Kleist idealisiert. Sie starb 1810 mit nur 34 Jahren. Als der Trauerzug am 25.Juli 1810 auf dem Weg von Hohenzieritz nach Berlin in Gransee Halt machte, wurde die "Königin der Herzen" für eine Nacht hier aufgebahrt. Schinkel hatte zu Ehren der verstorbenen Königin an dieser Stelle ein Denkmal errichten lassen. Das Denkmal wurde in der Berliner Königlichen Eisengießerei ausgeführt. Über dem Sarg entfaltet sich ein stahlblauer Baldachin, der von Säulen getragen wird. An den Sargecken rankeln sich Lotosblumen, auf dem Sarg ruht eine Krone. Auch heute ehrt man die Königin Luise. Gransee ist Etappenort der Königin-Luise-Route, die die Stationen ihrer letzten Reise miteinander verbindet. So kann man mit dem Rad einer ausgeschilderten Route zwischen Berlin und Hohenzieritz folgen.

Ein Franziskanerkloster am nördlichen Stadtrand - Ende des 13. Jahrhunderts gegründet und währen der Reformation 1561 wieder aufgelöst - wird seit 2005 restauriert und soll in Zukunft für eine Besichtigung offen stehen. Bei einem Bummel entlang der Promenade begegnet man "royalen Mauerblümchen". Noch heute werden die Wallgärten von den Granseern gehegt und gepflegt, so wie sie auf königliche Order hin im 18. Jahrhundert angelegt worden waren.

Die wirtschaftliche Blüte der Stadt beruhte bis in das 16. Jahrhundert hinein auf dem Ackerbau, dem Handwerk und der Bierbrauerei. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt im Wechsel von Schweden und Kaiserlichen geplündert. Mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Obstbau wichtigster Gewerbezweig.

Mit einem gut ausgebauten Radwegenetz bietet die Region um Gransee optimale Bedingungen für Radfahrer. Zwischen dem Radweg Berlin-Kopenhagen und der Königin-Luise-Route gibt es zahlreiche Ortsverbindungen, u.a. die so genannte Kanzlerpiste, auf der man nach Meseberg gelangt. Im dortigen Barockschloss empfängt die Bundesregierung ihre Staatsgäste. Sehenswert sind auch die Ortsteile Buberow, ein Rundlingsdorf und Dannenwalde mit seinem Umweltbahnhof und dem Barfußpfad.

In unmittelbarer Nähe Gransees befindet sich der 680 km2 große Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, eine Seen- und Waldlandschaft. Der Stechlinsee bildet den Mittelpunkt dieses markanten Rotbuchen und Traubeneichenwäldern durchsetzten Naturschutzgebietes.Das direkt am Großen Stechlin gelegene Neuglobsow ist als anerkannter Erholungs- und Urlaubsort bekannt. Reizvoll sind aber auch weniger bekannte Orte wie das Gut Zernikow mit seiner von Arnimschen Geschichte und das Naturparkhaus in Menz.

Quelle : teilweise aus einer Publikation über den Kreis Oberhavel

Karte Gransee