Königs Wusterhausen und Umgebung

Wendisch Wusterhausen wurde im Jahre 1320 erstmalig urkundlich erwähnt. Im Jahre 1475 wurd der Ort und die Burg vom Rittergeschlecht der Schenken von Landsberg und Seyda erworben. Daher stammt auch der Name Schenkenländchen für diese Gegend. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort und das Schloss von schwedischen Truppen verwüstet. Im Jahe 1682 erwarb der spätere Kurfürst Friedrich III. das Schloss und den Ort. Am 24. Dezember 1698 erhielt Kurprinz Friedrich Wilhelm das Schloss einschließlich der dazugehörigen Güter von seinem Vater geschenkt. 1701 gründete der Kronprinz und spätere König Friedrich Wilhelm I. seine Kompanie der "Langen Kerls". In den Jahren 1713 bis 1718 wurde das Schloss Wusterhausen zum Jagdschloss umgebaut. 1718 wurde Wendisch Wusterhausen in Königs Wusterhausen umbenannt. 1867 bekam Königs Wusterhausen einen Eisenbahnanschluß an die Strecke Berlin - Görlitz. Im Jahre 1920 wurde in Königs Wusterhausen der erste deutsche Rundfunksender in Betrieb genommen.

Der Sender- und Funktechnikmuseum Königs Wusterhausen auf dem Funkerberg ist heute ein technisches Denkmal. Erste Funkversuche fanden 1908 statt. Am 22. Dezember 1920 wurde vom Funkerberg das erste Mal Musik und Sprache mit Hilfe der Funktechnik auf Welle 2400 -Langwelle- gesendet. Es ging als Weihnachtskonzert der Deutschen Reichspost in die Geschichte ein. Damit gilt Königs Wusterhausen als Wiege des deutschen Rundfunks. Die Künstler waren Angestellte der Deutschen Reichspost. Die Initiative ging von Hans Bredow, dem „Vater des Deutschen Rundfunks“ aus. Bis 1926 wurden regelmäßig jeden Sonntag die Sonntagskonzerte gesendet. Das Studio dieser Sendungen war im Anfang ein umgebauter Sanitärraum im ersten Sendehaus auf dem Funkerberg.

Das Schloss, ein Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert, gründet sich auf einer Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert. Das Schloss wurde von Friedrich Wilhelm I. als Jagdschloss und Sommersitz genutzt. In dem Schloss hielt der Soldatenkönig seine berühmten Tabakskollegien ab, ging auf die Jagd und bildete seine "Langen Kerls" aus. Nach dem Tode Friedrich Wilhelm I. verfiel das Schloss bis in das 19. Jahrhundert. Die preußischen Könige ließen das Schloss im Stile des Historismus ausstatten. Vor dem Schloss liegen die beiden Kavaliershäuser, errichtet im Jahre 1703 bis 1706, die zusammen den trapezförmigen Schlosshof bilden. In beiden Kavalierhäusern logierten die Kavaliere, die Gäste des Soldatenkönigs waren. Zum Schloss gehört ein kleiner Schlosspark, dieser Garten ist heute jedoch nur noch in Rudimenten vorhanden. Im Jahre 1913 fand die letzte große königliche Jagd in Königs Wusterhausen statt. Nach dem 1. Weltkrieg dienet das Schloss als Museum und in DDR-Zeiten war im Schloss die Verwaltung der Stadt untergebracht. Das Schloss gehört heute zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Sehenswert in Königs Wusterhausen ist die Kreuzkirche aus dem Jahre 1693. Der achteckige Turm stammt von Johann Albert Eytelwein aus dem Jahre 1822. Die Schleuse Neue Mühle, aus dem jahre 1739, bildet den Abschluß des Nottekanals in Königs Wusterhausen. Die erste Blindenschule in Deutschland wurde im Jahre 1901 in Königs Wusterhausen eröffnet. Das Grundstück wurde von Kaiser Wilhelm II. gespendet.

Zeesen

Zeesen wurde erstmals urkundlich im Jahre 1542 als Czeisen erwähnt. In Zeesen befindet sich das Schloss aus dem Jahre 1690 direkt am Zeesener See. Das Schloss wurde gebaut von Eberhard Dackelmann, und ist ein barockes Herrenhaus mit einem Mansardendach. Nach Intrigen und Verleumnungen gegen den Freiherrn Eberhard Dackelmann kam das Schloß und Gut 1697 in den besitz des preußischen Königs. Nach einer wechselvoller Geschichte des Schlosses kaufte Eugen Gutmann das Schloss im Jahre 1903. 1925 kam es in den Besitz von Ernst Goldschmidt. Der Dichter und Dramaturg Klabund (Alfred Henschke) und seine Frau wohnten hier zeitweise. Nach dem Tode von Ernst Goldschmidt im Jahre 1934 muss der Sohn nicht ganz freiwillig, das Grundstück verkaufen (Ernst Goldschmmidt war Deutscher Jude). Gustaf Gründgens erwirbt das Schloss, gemeinsam mit seiner Frau Marianne Hoppe. 1945 wird aus dem Schloss Zeesen ein Kinderheim und 1971 kommt es in den besitz das Außenministeriums der DDR. Nach Rückübertragung kommt das Schloss 1999 wieder in den Besitz der Familie Goldschmidt. Heute steht das Schloss leer und ein Verein versucht das Schloss zu erhalten.

Mittenwalde

Mittenwalde gehörte bis in das 1245 zum Machtbereich der Wettiner. Die Zentren der Wettiner im Teltow waren Mittenwalde und die Burg in Cöpenick. Nach dem sechsjährigen Teltower-Krieg kam Mittenwalde dann zu dem Machtbereich der Askanier und damit zur Mark. Im 14. Jahrhundert lag Mittenwalde an der Grenze zwischen der Mark Brandenburg und der Lausitz. Dadurch kam es zum Ausbau der Befestigungsanlagen der Stadt. Von dieser Befestigung ist der nördliche Torturm bis heute erhalten geblieben. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt geplündert und es begann der Niedergang der Stadt. Im Jahre 1651 kam Paul Gerhardt als Probst der St. Moritz Kirche in den Ort. Paul Gerhardt, der evangelische Kirchenlieddichter, schuf viele seiner in der ganzen Welt bekannten Lieder hier in Mittenwalde. 1900 wurde Mittenwalde mit der Neukölln-Mittenwalder Eisenbahn mit Berlin direkt verbunden.

Mittenwalde hat seinen Charakter als mittelalterliche Kleinstadt bis heute bewahrt. So stammt die Pfarrkirche St. Moritz aus dem 13. Jahrhundert. St. Moritz ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche mit Sterngewölben und Umgangschor aus dem 15. Jahrhundert. In der Yorckstraße befindet sich das Wohnhaus des Ludwig Graf Yorck von Wartenburg. Er lebte von 1799 bis 1806 in Mittenwalde.

Schenkendorf

Schenkendorf hatte im Laufe der Jahrhunderte viele Besitzer, so zum Beispiel Schenken von Landsberg, daher auch der Name. Im 19. Jahrhundert kam der Ort in den Besitz des berliner Zeitungsverlegers Rudolf Moses. Er ließ sich eine Schloss erbauen im italienischen Landhausstil. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Schloss enteignet. Zu DDR-Zeiten wurde das Schloss von der NVA (Nationale Volksarmee) genutzt. Im Park des Schlosses blühen das blaue, gelbe und weiße Frühjahrswindröschen. Der heutige Name Draculaschloss geht auf den ehemaligen Eigentümer Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco bürgerlich Ottomar Berbi zurück. Ottomar Berbi war ein 1987 adoptierter Nachfahre des legendären rumänischen Adelsgeschlechts Draculas.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Schenkendorf Braunkohle gefunden und abgebaut. der Ort entwickelte sich zum Industriestandort. In der Grube waren bis zu 500 Bergleute und Angestellte beschäftigt. Durch die Nähe zu Berlin, konnte die Briketts billig und bequem nach Berlin geliefert werden. 1898 wurde die grube geschlossen, da es immer wieder zu Wassereinbrüchen kam.


Karte Königs Wusterhausen