Lindenau und Umgebung

Man nimmt mit Vorsicht an, daß der Ort um und nach 1200 gegründet wurde. In dieser Zeit wurde die Gegend zwischen Schwarzer Elster und Pulsnitz entwässert und das Dorf Lindenau gegründet. 1346 wird Lindenau in einem ersten Schriftstück als selbständiges Pfarramt genannt. 1392 war es als Lindenau zum Gau Milzemie gehörte. Es ist wahrscheinlich, daß Gut und Dorf im frühen Mittelalter von den Rittern von Lindenau, die zum Adel der damaligen Mark Meißen zählten, gegründet wurde. Die Anlage des Dorfes, die auf eine germanische Niederlassung hinweist, unterstützt diese Annahme. Als Wappen und Siegel diente ein Baum (Linde).

Durch den Wiener Kongreß 1815 wurde das sächsiche Lindenau preußisch. Die Reformierung der regionalen Verwaltung Preußen brachte es mit sich, daß Lindenau von der Provinz Schlesiens verwaltet wurde. Lindenau war somit der westlichste Ort Schlesiens geworden.

Im Jahre 1881 vernichtete ein Großbrand das alte Lindenau, das aus schilfbedeckten Häusern bestand. Bauernhäuser aus Stein und im ländlichen Jugendstil der Jahrhundertwende gehalten prägten danach den Dorfkern.

Nach 1945 entwickelte sich Lindenau beträchtlich. Die Industriealisierung Lauchhammers (Braunkohle) nach 1900 und Ansiedlung von Familien aus den deutschen Gebieten nach 1945 ließen die Einwohnerzahl fast verdoppeln.

Die Gemeinde Lindenau liegt im Kreis Oberspreewald-Niederlausitz, im südlichsten Teil Brandenburg, und grenzt an den Freistaat Sachsen. Der Ort liegt etwa 100 Meter über dem Meeresspiegel und befindet sich im Urstromtal der Schwarzen Elster, welches von den Kmehlener Bergen bis zu den Plessaer Höhen reicht. Die ebene, im Süden von Lindenau leicht hügelige Landschaft und der kleine Fluß Pulsnitz mit seinen vielen Verzweigungen, sorgen für ein ausgeglichenes Klima. Forstwirtschaftliche Flächen, Teiche, Wiesen, Felder und ein reizvoll gestalteter Landschaftspark prägen die Umgebung des Ortes.

Die vorhandene Natur und die historischen Bauten bieten sich für einen Stillen Tourismus an. Das Schloß entstand 1584, wurde seither jedoch mehrmals umgebaut und erweitert. Elemente der Renaissance und des barock spiegeln sich im Baustil wieder. 1668 wurde mit dem bau der jetzigen evangelischen Kirche begonnen. Das Torhaus errichtete man 1690. Park, Schloß, Torhaus, Kirche und das Fachwerkhaus bilden ein in der Lausitz einmaliges Dorfensemble von bemerkenswerter Schönheit.

Der Landschaftspark am Rande von Lindenau, in dem sich das Schloß befindet, ist denkmalgeschützt. Durch Einbeziehung der ursprünglichen Garten- und Parkanlagen entstand seine heutige Form um 1820 bis 1850 (ca. 23 Hektar). Der Landschaftspark wird von den Nebenarmen der Pulsnitz durchfloßen. Er vereint die Elemente eines englischen Landschaftsparks mit Grundzügen barocker und holländischer Gartenbaukunst. Zwischen dem im Park liegenden Auenwald (im Volksmund Urwald genannt) und dem Kalmusteich liegt die Lindenauer Wassermühle. Sie ist ebenfalls um 1600 erbaut worden.

Den Ort umgeben mehrere große Teiche mit einer Gesamtfläche von ca. 35 Hektar. Sie werden zur Fischzucht genutzt und laden im Sommer zum Angeln, Wandern, Wassersport und Baden ein. Im Winter dienen sie teilweise als Eisflächen und eignen sich ausgezeichnet zum Eislaufen.
Sehenswertes in Lindenau und Umgebung:
  • Renaissance-Wasserschloss und Park in Lindenau
  • Torhausmuseum in Lindenau
  • Renaissance-Wasserschloss in Großkmehlen
  • Silbermannorgel in der Kirche von Großkmehlen
  • Schlosskirche aus dem 15. Jahrhundert St. Georgs in Großkmehlen
  • Park in Kroppen
  • Schloss Schönfeld (Freistaat Sachsen)
  • Teichlandschaft in Frauendorf
  • Rathaus in Ortrand
  • Kirche St. Jacobi romanischer Saalbau in Ortrand
  • ehemalige Schlosskapelle und heutige Pfarrkirche St. Barbara in Ortrand
  • Barockkirche in Kroppen
Karte Lindenau