Bad Liebenwerda und Umgebung

Bad Liebenwerda liegt im Südosten des Landes Brandenburg an der Schwarzen Elster. Im Jahre 1231 wurde Liebenwerda erstmals urkundlich erwähnt. Zu Beginn des 15. Jahrhundert geht die Stadt in den Besitz der sächsischen Herzöge über, es entsteht der das sächsische Amt Liebenwerda. Liebenwerda entwickelte sich im 15. Jahrhundert zu einem Pilgerort. Die zahlreichen Reliquien und Heiligtümer, zum Teil Schenkungen der Kurfürsten Rudolf III. und Friedrich der Weise, aus dem heiligen Land machten die Stadt reich. Zeugnis der zahlreichen Pilgerfahrten ist der nördlich der Stadt befindliche Pilgerweg.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Liebenwerda schwer verwüstet und schwedische Reiter steckten die Stadt in Brand. Durch den Brand wurden fast alle Wohnhäuser sowie das Rathaus und die Kirche vernichtet.

Nach dem Wiener Kongreß im Jahre 1815 wird Liebenwerda aus dem Bestand von Kursachsen ausgegliedert und kommt zur preußischen Provinz Sachsen. Die Stadt wird Zentrum des neugegründeten Kreises Liebenwerda (bis 1993). 1874 wurde Liebenwerda an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Oberlausitzer Eisenbahn stellte die BVerbindung zwischen Kohlfurt über Liebenwerda bis Falkenberg her. Dadurch nahm die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Ab dem Jahr 1904 werden in Liebenwerda Moorbäder zur Behandlung rheumatischer Leiden angeboten. Im Jahre 1925 wurde die Stadt in Bad Liebenwerda umbenannt. Im Jahre 1993 verlor Bad Liebenwerda den Status einer Kreisstadt an Herzberg. Im Jahre 2004 eröffnete in bad Liebenwerda die Lausitztherme "Wonnemar". Die Kur- und Erholungseinrichtung ist weit über die Stadtgrenzen bekannt und bietet ein vielfältiges Erlebnis- und Sprtprogramm an.

Mühlberg/Elbe
Die Stadt wurde auf einer Talsandinsel am Elbübergang im Schutze einer Wasserburg gegründet. Die urkundliche Ersterwähnung datiert aus dem Jahre 1226. Ende des 13. Jahrhunderts entstand in unmittelbarer Nachbarschaft eine zweite Stadt, die Neustadt. 1346 wurden beide Städte rechtlich vereinigt. 1228 gründete der Zisterzienserorden das Kloster Marienstein (später Güldenstein). Im 30jährigen Krieg unterlagen die Protestanten in der Schlacht in der Schlacht bei Mühlberg von 1547, dadurch wechselte die sächsische Kurwürde von der ernestinischen (Wittenberg) zur albertinischen Linie (Dresden) der Wettiner über. 1815 wurde Mühlberg preußisch. Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte mit der Elbregulierung die Verlegung des Hauptstroms, im alten Flußarm wurde ein Hafen ausgebaut. 1967 wurde mit der Kiesförderung begonnen, die Mühlbergs Umfeld nachhaltig verändert.

In Mühlberg ist das Stadtbild der mittelalterlichen Doppelstadt auch heute noch erkennbar. Zeitzeugen wie Altstädter und Neustädter Graben weisen auf einen früheren Elbverlauf hin, der heute als Grünzone die Trennlinie der fr¨heren Doppelstadt kennzeichnet. Unter der großen Zahl von Baudenkmalen nimmt das Kloster Güldenstern einen hervorragenden Platz ein. Erhalten sind u.a. das Hospiz von 1513, das Herrenhaus, die Probstei - seit 1926 Sitz des Heimatmuseums - und die Klosterkirche. Ihre kunstvoll gestaltete Westfassade setzt einen besonderen Glanzpunkt ins Stadtbild.

Im Scheitelpunkt der Stadt, innerhalb der ehemaligen Elbschleife liegt das 1545 anstelle einer zerstörten Wasserburg errichtete Schloß.

In der Innenstadt läßt sich die Aufzählung bemerkenswerter Gebäude weiter fortsetzen, z.B. Rathaus (1543-49), die Löwenapotheke (18. Jahrhundert, Ausstattung von 1904), die Frauenkirche (1487) mit wertvoller Innenausstattung. Eine Postmeilensäule erinnert an die sächsische Geschichte Mühlbergs.

Insgesamt zeichnet sich Mühlberg in besonderem Maße durch eine homogene bauliche Gestaltung aus. Neben den Einzeldenkmalen sind auch häufig denkmalgeschützte Fassadendetails zu entdecken, wie Türen und Türgewände, Sitznischenportale, Schlußsteine und Fassadengliederungen.

Mühlberg liegt in der Elbe-Elster-Ebene, einer durch Dämme und Deiche geprägten Talniederung, die als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist. In der Saalekaltzeit kamen hier sowohl Sande und Kiese als auch tonige Auenlehme zur Ablagerung, die einen sind Ausgangspunkt für den Kiesabbau, die anderen für gute Ackerböden. Heute wird das unmittelbare Umfeld der Stadt von mehreren Kiesabbauseen bestimmt. Einer davon ist der Schloßteich, der nach seiner Renaturierung zu einem beliebten Badegewässer geworden ist.

Domsdorf
Wer ihr den Namen "Louise" gegeben hat, weiß heute auch niemand mehr. In der Regel gaben damals die Besitzer den Kohlengruben die Vornamen ihrer Ehefrauen oder ihrer Töchter. Jedenfalls wurde die Fabrik im Laufe der Jahre ein markantes Industriezentrum, daß auch optisch durch seinen wuchtigen Schornstein weithin auf sich aufmerksam macht. Freilich erwuchsen der ehrwürdigen Dame in der Anfangszeit schon bald Konkurrenten. Nur wenige Kilometer entfernt entstanden weitere Brikettfabriken, größere und leistungsfähigere. Sogar die nahegelegene Kurstadt Bad Liebenwerda bekam ihre Fabrik, aber alle diese Anlagen sind inzwischen wieder abgerissen oder werden wie in Bad Liebenwerda und im Nachbarort Tröbitz anderweitig genutzt. Von allen Fabriken, die gleichfalls Briketts hergestellt haben, und das waren in der Niederlausitz immerhin 30 Betriebe, hat im südlichen Brandenburg nur eine in Schwarze Pumpe überlebt. So erinnert allein "Louise" an die bedeutsame Bergbauepoche. Dabei war sie eine der kleinsten Fabriken in der Niederlausitz überhaupt. 600 Tonnen Briketts wurden am Tag gepreßt, ein Zehntel der Produktion, die mancher Betrieb im Kernrevier mühelos erreichte.

Die Führungen durch den Betrieb dauern anderthalb Stunden. In dieser Zeitspanne lernt der Besucher den gesamten technologischen Ablauf der Produktion kennen, vonder Rohkohleanlieferung bis zum fertigen Brikett. Fast alle Anlagen sind noch betriebsfähig. Sechs Einzelantriebe lassen sich in Funktion vorführen. Besonders beeindruckend dabei ist die Inbetriebnahme einer Brikettpresse aus dem Jahr 1883 oder eines Röhrentrockners aus den 20er Jahren oder einer Presse aus dem Jahr 1913.

Kunst in der Fabrik, auch dies ist seit einiger Zeit im Technischen Denkmal möglich. So finden in der Kraftwerkshalle Konzerte und Ausstellungen statt, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Die Chöre aus dem Landkreis Elbe-Elster haben im Mai und September ihren festen Platz im Veranstaltungskalender.

Uebigau
Uebigau, Mitte des 13. Jahrhunderts im Schutze einer Burg errichtet (Ersterwähnung am 2. Februar 1235), erhielt um 1300 Stadtrecht. Eine Furt in der Schwarzen Elster bei Uebigau wurde zum Festpunkt der in Richtung Breslau verlaufenden alten "Salzstraße" und begründete die Entwickling Uebigaus zu einem nicht unbedeutenden Marktort. Mit der industriellen Entwicklung im 19. Jahrhundert entwickelte sich das benachbarte Falkenberg zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt. In Uebigau selbst blieben Handel, Handwerk und Landwirtschaft Träger der bescheidenen Stadtentwicklung. Nach langer Zugehörigkeit zu Sachsen wurde Uebigau 1815 preußisch.

Der historische Grundriß und das traditionelle Stadtbild einer kleinen Landschaft haben sich in Uebigau weitgehend unverändert erhalten. Straßen- und Platzräume sind angenehm proportioniert. Der unregelmäßige Stadtgrundriß bietet dem Besucher immer neue Raumwahrnehmungen. Idyllisch wirkt der Marktplatz mit Rathaus (ehemaliges Bürgerhaus), Postsäulenmeile von 1730 und über 100 Jahre alten Eichen. Das ursprüngliche Rathaus wurde nach einem Brand nicht wieder aufgebaut. Die meist schlichte Bürgerhausbebauung aus dem 18./19. Jahrhundert ist ein- und zweigeschossig. Zahlreiche Fachwerkgebäude heben sich im Stadtbild ab. Auf fast jedem Grundstück stehen neben dem Wohnhaus noch die alten Wirtschaftsgebäude und betonen den ländlichen Charakter Uebigaus. Fast im gesamten historischen Stadtkern ist die alte Straßenpflasterung noch zu finden.

Die Stadtkirche St. Nikolai, etwas abseits des Marktplatzes, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Ihr Turm, der die Stadtsilhouette prägt, wurde im 16. Jahrhundert errichtet. Das aus einem einstigen Rittersitz überkommene Schloß am Rande der Stadt ist im Kern barock. Seine Fassade weist Elemente des Jugendstils auf. Jahrelang als Jugendherberge genutzt, steht es als "Schloßherberge" nach wie vor Besuchern offen. Der als Landschaftspark gestaltete Schloßpark weist einen beträchtlichen alten Baumbestand auf.

Das Tal der Schwarzen Elster, in dem die Stadt Uebigau liegt, ist Teil des in der Saale-Eiszeit entstandenen Breslau-Magdeburger-Urstromtales und wird durch Talsande und Heidewaldgebiete (Annaburger Heide), aber auch durch nacheiszeitliche Niederungen geprägt. Die wiesen- und waldreiche Elsteraue beherbergt wertvolle Biotope und ermöglicht naturnahe Erholungsformen.

Nonnenkloster Marienstein
Ein im 13. Jahrhundert entstandenes Nonnenkloster des Zisterzienserordens weist bis zur heutigen Zeit eine geschlossene Klosteranlage mit Probstei, Resten des Refeftoriums und Klosterkirche auf. Es ist eines der 16 ehemaligen Zisterzienserklosterstätten im Land Brandenburg. Die Brüder Bodo und Otto von Ileburg gründeten 1228 das Kloster, in dem bis zu 36 Nonnen lebten. In der ehemaligen Popstei befindet sich seit 1926 das Stadtmuseum mit gut erhaltener Decken- und Wandmalerei aus dem 16. Jahrhundert. Der noch zum Teil erhandene Nonnengang verband diese Gebäude mit der Klosteranlage. Die Klosterkirche St. Maria ist ein romanischer Backsteinbau, deren Westgiebel besonders bemerkenswert ist.

Wer man den Klosterpark durchwandert, verspürt man noch einen Hauch früherer Klosterzeit. Konzerte werden in der Zeit von Mai bis Oktober angeboten. Mühlberg als mittelalterliche Doppelstadt hat viele denkmalgeschützte Gebäude, darunter das Rathaus, die Frauenkirche, das Hospital, das Schloß und die Friedhofskapelle aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Verschiedenartige denkmalgeschützte Fassadendetails, wie Türgewände, Sitznischenportale und Schlußsteine sind zu betrachten. Ein besonderes Erlebnis und eine Verkürzung der Wegstrecke von Mühlberg zum Nachbarland Sachsen ist das Übersetzen mit der 40-Tonnen Gierseilfähre.
Sehenswertes in Bad Liebenwerda und Umgebung:
  • Burgplatz und Lubwartturm in Bad Liebenwerda
  • Rathaus aus dem 18. Jahrhundert in Bad Liebenwerda
  • Rossmarkt mit kursächsische Postsäule (nachempfunden) in Bad Liebenwerda
  • Kurpark in Bad Liebenwerda
  • St. Nikolai-Kirche aus dem Jahre 1490 in Bad Liebenwerda
  • Bauernmuseum in Lindena
  • Heimatmuseum mit bronzezeitlichen Dorf in Uebigau
  • Schlosspark in Uebigau
  • Rathaus aus dem 19. Jahrhundert in Uebigau
  • Markplatz mit historischen Straßenpflaster des jahres 1822
  • Jungbronzezeitliches Hügelgräberfeld im Natur- und Landschaftsschutzgebiet "Schweinert"
  • Eisenbahnmuseum in Falkenberg/Elbe
  • "Kleiner Spreewald" auf der Kleinen Elster in Wahrenbrück
  • Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert in Saxdorf
Karte Mühlberg/Elbe