Neuzelle und Umgebung

Neuzelle, ein kleiner Ort auf der Landkarte zwischen Schlaubetal und Oderstrom wenige Kilometer südlich von Frankfurt(Oder). 1268 stiftete Heinrich der Erlauchte, Markgraf von Meißen und der Ostmark, ein Zisterzienserkloster "Nova Cella", heute Neuzelle. Zu dieser Zeit konnte er noch nicht ahnen, daß die Mönche in jahrelanger, fleißiger Arbeit ein "Barockwunder" schaffen werden. Allerdings gingen die Krige der damaligen zeit nicht spurlos an Neuzelle vorbei. 1429 verwüsten die Hussiten den ort und Kirche und Kloster werden verwüstet und in Brand gesteckt. Die Reformation übersteht das Kloster auch, während des Dreißigjährigen Krieges wird Neuzelle Lager für die schwedischen Truppen. Beim Abzug der Truppen wird das Kloster wieder geplündert und zerstört. 1817 wird das letzte Zisterzienserkloster in Deutschland, Kloster Neuzelle, durch preußische Kabinettsorder aufgehoben.

Schon von weitem ist das Wahrzeichen des Ortes, der über 70 m hohe Kirchturm, zu sehen. Aus Westen kommend führt geradewegs eine von Kastanien gesäumte Allee zum Kloster. Begleitet werden Sie von zahlreichen Bauwerken, die ein Stück Klostergeschichte erzählen. So auch die letzte produzierende Klosterbrauerei im Land Brandenburg, in der heute noch nach alter Tradition Bier gebraut wird. Das Neuzeller "Klosterbräu" ist eine kulinarische Spezialität, deren himmlischer Genuß schon die Mönche zu schätzen wußten. Nach alter übermittelter handwerklichen Tradition wird dort das Bier gebraut. "Himlisch gut seit 1589", steht's überm Eingang mit dem Emblem des Neuzeller Kloster-Bräu. Wer beim Ausflug nach dorthin Glück hat, kann sich einer Führung durch das Gebäude anvertrauen und dem Brauer über die Schulter schauen. Der erfährt auch von dem Ausspruch des Theophrastus Bombastus Paracelsus um 1520 : "Laßt unsere Nahrungsmittel Heilmittel und unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein."

Dabei wollte er das Bier mit eingeschlossen wissen, was seit Jahrhunderten durch die Gemüter der Mediziner spukt. Die Abtissin Hildegardis von Bingen, die bedeutendste Ärztin des 12. Jahrhunderts, erteilte bereits 1150 kurz und bündig den Rat : "Cerevisiam bibat ! Trinkt Bier !"

Sie meinte das durchaus medizinisch. Der kursächsische Arzt Henckel schrieb 1725 in einem einschlägigen Werk, daß an einem guten Biere mehr gelegen ist als an medizinischen Doldessenzen, Herzpulvern und derlei Siebensachen. So erfährt der Ausflügler in historischem Brauhausgemäuer wissenwertes über den allerorts beliebten Gerstensaft.

Gegenüber der Brauerei befindet sich der Klosterteich. Einst von den Mönchen angelegt, ist er zur Sommerzeit mit einem Seerosenteppich bedeckt, eine wahre Augenweide und im Winter Anziehungspunkt für Freunde des Eissports.

Nur wenige Schritte entfernt, geben weitgeöffnete Tore den Blick in den Innenhof des Klosters frei und gewähren jedermann Einlaß. Vor ihnen erhebt sich der prächtigste Bau seiner Art, den es in Brandenburg gibt, die Stiftskirche St.Marien. Die Innenausstattung ist einmalig. Das ursprüngliche gotische Gotteshaus wurde im 17. und 18. Jahrhundert zu einem Juwel des Barock umgebaut. Einzigartig und ergreifend schön - viele Deckenfresken widerspiegeln die biblische Geschichte; 13 Altäre, jeder mit Putten, Säulen und Heiligen versehen - lassen im hellen Sonnenschein jedem den Atem anhalten. Heute ist sie Pfarrkirche für die katholische Gemeinde und seit 1947 Marienwallfahrtskirche. Zahlreiche Wallfahrer pilgern jährlich von nah und fern nach Neuzelle und beten in Gemeinschaft zur Mutter Gottes.

Schräg über den Stiftsplatz führt geradewegs ein kurzer Weg zur Kirche zum Heiligen Kreuz. Die ehemalige Pfortenkirche, wesentlich kleiner als die Stiftskirche, ist der in Rom erbauten Kirche Il Jesu nachempfunden. Im Innenraum schufen Meisterhände, malerisch wie auch architektonisch, ein ikonographisch-künstlerisches Programm. Schlicht, einfach und doch wunderschön, präsentiert sich der nördlich von der Stiftskirche gelegene Kreuzgang, das eigentliche "Herzstück" des ehemaligen Klosters. Einen einzigartigen Blick auf die gesamte Klosteranlage sowie über weite Wiesen der Oderniederung bis ins benachbarte Polen, gibt der Kulischberg frei.

Das Kloster Neuzelle ist das Wahrzeichen einer Region, wo die Geschichte auf Schritt und Tritt zum Wegbegleiter wird. Über lange Zeit prägte das Kloster die Umgebung und war geistiger, kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region, der im Jahr 1996 mit der Restitution des Stiftes Neuzelle neu auflebt. Neuzelle ist und bleibt die Perle des märkischen Barocks.

Bauernmuseum Möbiskruge
Hier wurden alte historische landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Geräte sowie alte Fotos und Urkunden aus der Umgebung gesammelt. In einer ehemaligen Scheune hat man alle Gegenstände liebevoll zusammengestellt. Diese Ausstellung kann nach vorheriger Absprache besichtigt werden. Anmeldungen täglich in der Zeit von 12.00 - 13.00 Uhr unter Telefon : 033652-7852

Schwerzkoer Mühle
Bis ins 13.Jahrhundert reicht die Geschichte aller Mühlen dieser Region zurück. Einst wurde mit Ihnen Getreide gemahlen, Öl gepresst und Holz gesägt. Von den sechs arbeitenden Mühlen, die von der Dorche gespeist wurden, ist die Schwerzkoer Mühle als einzige in ihrer Funktionstüchtigkeit erhalten geblieben. Die Schwerzkoer Mühle steht unter Denkmalschutz und beeindruckt durch den Durchmesser ihres Wasserrades von 3,20m und Radbreite von 1,50 m. Ein unvergeßliches Erlebnis ist es, wenn man zu besonderen Anlässen das große Mühlenrad in Bewegung setzt.
Schwerzko, ein kleines idyllisches Dorf, hat sich bis in die heutige Zeit Stille und Abgeschiedenheit bewahrt.

Sühnekreuze in Wellnitz
Die vier sichtbaren Steinkreuze stammen mit großer Wahrscheinlichkeit aus dem Mittelalter und sind Zeugnis der damaligen Rechtssprechung. Eine Sage erzählt, daß vor vilen Jahren in Wellnitz ein reicher Bauer gelebt hat. Dieser hatte vier Söhne. Jeder wollte die Wirtschaft erben. Es kamn zum Streit. Die Brüder gingen aufeinander los. Drei fanden den Tod. Der Vierte überlebte, tart das Erbe an und ließ die Kreuze aufstellen. Die Wellnitzer Sühnekreuze zählen zu den bemerkenswertesten geschichtlichen Denkmälern unserer Region. Zu finden sind diese auf dem alten Kirchhof. Vermutlich ist es nicht der ursprüngliche Standort.

Reicherskreuzer Heide und Heidehof Henzendorf
Über Jahre breitet sich auf großen Flächen südlich von Henzendorf ein riesiges Heidegebiet aus. Besonders reizvoll und zugleich eine wahre Augenweide ist eine Kremserfahrt im Mai zur Ginsterblüte sowie im August und September zur Heidekrautblüte, wo die Heide ihr schönstes "Kleid" trägt.

Göhlensee
Der 2 km lange und 45 ha große Göhlensee ist eingebettet in eine landschaftlich wunderschöne Tallage. Das Ufer und die Hänge werden von einem artenreichen Baumbestand umsäumt. Viele Brutvögel haben sich darin angesiedelt. Noch heute gehört dieser See zu den fischreichsten der Umgebung.

Karte Neuzelle