Ländchen Rhinow

Die Stadt Rhinow findet ihre erste urkundliche Erwähnung, als ein schon bekannter Ort; 1216. Über die Herkunft und den Namen der Stadt Rhinow finden wir in einer Arbeit von J.Bilek in : "Märkische Heimat 1/1996" folgendes :

Das Wort setzt sich aus dem mitteldeutschen Femininum "ouwe" - Flußaue - und den Namen des Flusses Rhin, als Bestimmungswort, zusammen. Der Name der Stadt Rhinow bedeutet daher "Ansiedlung in der Rhinaue".

Die Geschichte des Städtchens, in dem ca. 2.200 Menschen leben, war durch viele Ereignisse gekennzeichnet. Unter anderem im Jahr 1631 zogen Truppen des Schwedischen Heeres mit König Gustav dem II., Adolf von Schweden, durch die Stadt, daher auch der Name der Gustav-Adolf-Quelle in den Rhinower Bergen. 1775 wurden, auf Geheiß Friedrich des II., erste wasserregulierende Maßnahmen in unserem Landstrich vorgenommen. Im Jahre 1893 unternahm Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche von den Rhinower und Stöllner Bergen.

In den Jahren 1945 bis 1948 war die Geschichte der Stadt Rhinow durch ein Anwachsen der Bevölkerungszahl, aufgrund der Flüchtlingsströme während des Krieges und der Zuwanderung von Aussiedlern aus den deutschen Ostgebieten gekennzeichnet. 1959 erhielt Rhinow ein neues Wahrzeichen, den heute noch weithin sichtbaren Fernsehturm. Über die weitere Geschichte unseres Städtchen können Sie sich am besten bei einem Besuch in unserer Region informieren.

Die Landschaft rings um das Städtchen Rhinow können Sie mit dem Kremser oder auf dem Rücken eines der Pferde des Reitsportvereins Rhinow erkunden. Hierzu wurde ein umfangreiches Netz von Reit-, Wander- und Radfahrwegen errichtet.

Stölln
Stölln, 1441 erstmals erwähnt, ist eine ca. 350 Einwohner zählende Gemeinde. Der Ort liegt zirka 2 km von Rhinow entfernt am Fuße des 96 Meter hohen Gollenberges. Hier führte Otto Lilienthal, der erste Flieger, 1894 bis 1896 seine intensiven Flugversuche bis zu einer Weite von 280 Meter durch.

Am 9.8.1896 stürzte der große Flugpionier leider bei einem seiner Flugversuche ab und starb an dessen Folgen. Die Bürger der Gemeinde Stölln errichteten 1952 an dieser Stelle einen Gedenkstein, der 1991 rekonstruiert und über eine neu angelegte Treppe erreicht werden kann. Die Inschrift des Denkmals lautet:
Es kann Deines Schöpfers Werk nicht sein
Dich Ersten der Schöpfung dem Staube zu weih'n
Dir ewig den Flug zu versagen
ERSTER DEUTSCHER
FLUGPIONIER
OTTO
LILIENTHAL
abgestürzt am 9.8.1896
Ehre und Ruhm.

Otto Lilienthal wird 1848 im pommerschen Anklam geboren, seit dem 18. Lebensjahr lebte Lilienthal in Berlin. Otto Lilienthal setzte 1891 bei Potsdam mit seinem Flugapparat zum ersten Flug an. Im Jahre 1892 erreichte er mit seinen Flugapparaten schon eine Weite von 80 Meter. 1893 ließ sich Lilienhthal den Flugapparat patentieren. 1894 ließ er eine 15 Meter hohen Hügel in Lichterfelde errrichten. Lilienthal wird eine Berühmtheit in Berlin und in Europa. Um seine Flugversuche weiter durchführen zu könenn, weicht er zum Gollenberg aus. Hier gelingen Lilienthal Flüge bis 300 Meter. Bei einen Flugversuch am 9. August 1896 stürzt Lilienthal aus 15 Meter Höhe mit seinem Flugapparat ab. Er wird im Gasthaus Herms in Stölln auf einem eisernen Bett gelegt. Am Abend des 10. August 1986 stirbt Otto Lilienthal, er hatte sich den dritten Halswirbel gebrochen.

Kultureller Höhepunkt des Lebens in der Gemeinde ist seit 1969 das alljährliche am ersten Wochenende im August stattfindende Otto-Lilienthal-Fest. Gemeinsam mit den Segel-, Motor-, Ultar-leicht- und Drachenfliegern, den Reitern und vielen anderen Veranstaltern gestalten unsere Bürger ein mehrere tausend Besucher anziehendes Dorffest.

Gern besuchtes Ziel in Stölln ist ein ausgemustertes Passagierflugzeug vom Typ IL-62, das eine Erinnerungsstätte an Otto Lilienthal und ein Standesamt beherbergt. Flugbegeisterte Besucher können an den Wochenenden auf dem ältesten Flugplatz der Welt in die Lüfte steigen und die herrliche Landschaft des Rhinower Lädchens aus der Vogelperspektive betrachten.

Schönholz
Schönholz ist ein Dorf, bestehend aus den Ortsteilen Neuwerder und Ohnewitz. Es hat ca. 200 Einwohner und wurde erstmals 1441 urkundlich erwähnt. 1782 wurde Neuwerder durch Friedrich den Großen mit Holländern besiedelt. Mit der Bodenreform 1946 entwickelte sich Schönholz durch den Zugang von 37 Neubauernstellen. In den Wäldern eingebettet lädt die Umgebung zu Wanderungen ein.

Klessen
Die Gemeinde Klessen ist 1280 das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Gemeinde befindet sich in unmittelbarer Nähe der Stadt Friesack. Ein See mit einer Größe von 52 ha, bietet allen Einwohnern der Gemeinde und der Umgebung Erholung und ein kühles Bad.

Görne
Görne ist ein Dorf südwestlich von Friesack und wurde 1353 zum erstenmal als "den See zu Görne" erwähnt. 1669 erhielt das Dorf seinen heutigen Namen Görne. Görne ist ein Straßendorf und liegt in unmittelbarer Nähe des 38 ha großen Görner Sees. Allerdings bestehen keien Bademöglichkeiten, da das Gewäseer für viele Tierarten als Lebensraum und zum Naturschutzgebiet erklärt wurde. In begrenzten Mäße bestehen aber Angelmöglichkeiten. Görne ist einen Ausflug wert. Seine waldreiche Gegend, mit alten Baumbeständen, lädt allzeit zu einem geruhsamen Spaziergang ein. Eine Sehenswürdigkeit ist das Schloß aus dem Jahre 1786, mit dem Anbau des Seitenflügels aus dem Jahre 1896. Auch die 1934/36 wieder hergestellte Kirche, ein rechteckiger Fachwerksbau aus dem Jahre 1728, mit dem verbretterten Dachturm, gebaut 1740, ist ein Besuch wert.

Wolsier und Prietzen
Diese Gemeinde, südwestlich von Rhinow gelegen, wurde 1437 ertsmals erwähnt. Anziehungspunkt ist die Dorfkirche in Wolsier, ein rechteckiger Fachwerksbau mit westlichem Dachturm von 1752 und einem Kanzelaltar von 1722. Die Dorfkirche in Prietzen, ein neugotischer Backsteinbau mit einer Taufschale aus dem 16. und einer Glocke aus dem 14./15. Jahrhundert, sind ebenso wie die 1771 errichtete Mühle sehenswert. Von einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet um den Gülper See werden Sie begeistert sein.

Gülpe
Die Gemeinde Gülpe wird zum erstenmal 1440 urkundlich erwähnt. Juelpe und Gulippe war von war von 1445 bis in die Neuzeit im Besitz der Familie von der Hagen. Der Name Gulpe kommt aus dem Wendischen. Es gibt dafür zwei mögliche Deutungen.
  • Golpe : bedeutet soviel wie Taubendorf oder
  • Gelippa : ist der Name einer wendischen Fischergöttin
Gülpe ist eine kleine Gemeinde im Ländchen Rhinow, unweit der Havel, mit ihren malerischen Ufern und Wiesen. Ein beliebtes Ausflugsziel ist der Gülper See, der mitten im Naturschutzgebiet liegt. Einen besonders schönen Anblick bietet für jeden Touristen das mitten im Dorf, auf dem Sims des Kirchturms, gelegene Storchennest, welches sich dort seit Jahrzehnten befindet. Jedes Jahr bewohnt ist und, nach Schätzungen von Ornithologen, 20 Zentner wiegt. (1 Zentner = 50 kg)

Spaatz
Spaatz liegt südwestlich von Rhinow. Zum erstenmal wird dieser Name 1245 und 1441 direkt urkundlich erwähnt. Sehenswert ist die Kirche. Sie gehört zu den bemerkenswerten Baudenkmalen des westlichen Havellandes. Es ist ein frühgotischer Feldsteinbau, der um die Mitte des 13. Jarhhunderts erbaut wurde. Chor und Apsis sind eingezogen, die beiden Südportale aus Backstein entstanden um das 14. Jahrhundert. Der Dachturm, ein Fachwerk, wurde um 1706 fertiggestellt. Seine Westseite ist massiv, an der Südseite des Chores befinden sich Fachwerksanbauten von 1730.

Hohennauen
Hohennauen, ein Dorf mit ca. 700 Einwohnern liegt, nördlich von Rathenow. 1386 wurde es erstmals als "dat Hus to Hagenowen" erwähnt. Sehenswert ist die Kirche von Hohennauen, ein polygonal geschlossener Putzbau mit seitlichen Patronatslogen. Ebenso das ehemalige Schloß am See und Gutshäuser im Fachwerkstil des 18. Jahrhunderts.

Witzke
Witzke liegt nordöstlich von Rathenow, unmittelbar am Witzker See. Es wurde 1411 erstmal erwähnt, 1541 erhielt das Dorf seinen heutigen Namen. Attraktion des Ortes ist die Dorfkirche, ein gestreckter Fachwerksbau. Im westlichen Dachturm (1820), befindet sich ein hölzernes Tonnengewölbe mit gemalten Kassetten, sowie Einrichtungen mit Kanzelaltar und Emporen aus der Bauzeit.

Wassersuppe
1441 erstmals erwähnt. Als Baudenkmale zu besichtigen sind die Dorfkirche (erbaut im späten 19. Jahrhundert aus Backsteinen), ein erneuerter Fachwerksbau von 1756, die hölzerne Tontafel für den 1705 verstorbenen Chr. von Wuthenow, das ehemalige Gutshaus (ein eingeschossiger barocker Putzbau von 11 Achsen mit Kuppelwalmdach) und das Allianzwappen.

Parey
Das frühere Poreike, heute Parey, war ein Fischerdorf, das seit dem 15. Jahrhundert zum Ländchen Rhinow zählt. Seine erste urkundliche Erwähnung fand es bereits im 14. Jahrhundert.

Strodehne
Der nördlich von Rhinow gelegene Ort wurde erstmals 1378 urkundlich erwähnt. Sehenswert ist die 1858 erbaute Mühle am Gahlberg, das geschlossene Backsteinensemble in Kleindorf sowie das Naturschutzgebiet Gülper See, ein Vogelparadies, in dem jährlich ca. 70.000 Graugänse überwintern.

Großderschau
Südwestlich von Neustadt/Dosse wurde 1774 die Kolonie Friedrichsdorf gegründet. Bereits ein Jahr darauf das heutige Grossderschau schriftlich erwähnt. Sehenswert ist die Kirche, deren heller Turm weithin sichtbar ist. Das Gebäude entstand Ende des 18. Jahrhunderts, wie auch eine Vielzahl von Fachwerkshäusern, die dem Dorf sein eigenes, reizvolles Gesicht geben.

Karte Rhinow