Ribbeck

Ribbeck liegt zirka 30 Kilometer westlich von Berlin an der Bundesstraße 5 nach Hamburg im Havelland. das Dorf ist im Zuge der Eroberung des Landes zwischen der Elbe und Oder durch Albrecht der Bär. Die Familie von Ribbeck wird mit dem Domherrn und Priester Heinrich von Ribbeck in Brandenburg erstmals 1237 genannt. Im Jahre 1375 wird das Dorf und die Familie von Ribbeck im Landbuch von Kaiser Karl IV. erwähnt. Die Familie von Ribbeck waren bis zum Jahre 1850 für die Gerichtbarkeit, Polizeigewalt und Verwaltung in Ribbeck zuständig.

Im Jahre 1889 wurde Ribbeck durch Theodor Fontane weit bekannt. Er verfasste die Ballade "Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland" aus dem Inhalt einer märkischen Sage. Die Ballade handelt von dem kinderlieben Hans Ludwig von Ribbeck (1695-1755). Dieser Herr von Ribbeck war ein kinderlieber Mann und hatte stets die Taschen voller Äpfel und Birnen. Damit machte er den Kindern immer eine Freude. Nach seinem Tode vergaß man die seine Taschen, in denen sich noch Birnen befanden, zu leeren. Nach einigen Jahren wuchs ein Birnbaum aus dem Grab und die Kinder konnten sich wieder an den Birnen erfreuen. Im Jahre 1911 wurde der alte Birnbaum bei einem Sturm umgeworfen. Der damalige Gutsherr ließ einen zweiten Birnbaum auf dem Grab des Herr von Ribbeck pflanzen. Dieser Birnbaum wurde aber im Jahre 1950 wieder vom Sturm abgebrochen. Der nun 4. Birnbaum in Ribbeck wurde im Jahre 2000 gepflanzt.

Die im Kern mittelalterliche Kirche mit dem begrünten Kirchhof, der von hohen Bäumen umgeben ist, zeigt die barocken Formen von 1722 im Kirchenturm und Kirchenschiff. Innen ist der Hallenraum reich in klassizistischen Formen ausgemalt. Schinkel soll dafür die Entwürfe gefertigt haben. Die Besuchszeiten der Kirche zu Ribbeck : täglich von 10.00-17.00 Uhr.

In den Jahren 1893-1897 ließ Hans Georg Henning von Ribbeck das ehemalige Herrenhaus im neobarocken Stil umbauen. Die Familie von Ribbeck wurde im Jahre von den Nazis 1944 enteignet und der Gutsherr Hans von Ribbeck in das KZ Sachsenhausen gebracht. Dort wurde er im Jahre 1945 ermordet. Ab dem Jahre 1952 wurde das Schloss als Altersheim genutzt. Das Schloss Ribbeck befindet sich im Eigentum das Landkreises Havelland. Ab 2009 kann auf Schloss Ribbeck geheiratet werden.

Schloss Ribbeck GmbH
Theodor-Fontane-Straße 10
14641 Ribbeck
Tel. 033237 85448
Fax 033237 850055
e-Mail: schloss@ribbeck-havelland.de
Internet : www.ribbeck-havelland.de

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: "Junge, wiste 'ne Beer?"
Und kam ein Mädel, so rief er: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn."

So ging es viel Jahre, bis lobesam
Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam.
Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit,
Wieder lachten die Birnen weit und breit;
Da sagte von Ribbeck: "Ich scheide nun ab.
Legt mir eine Birne mit ins Grab."
Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus,
Trugen von Ribbeck sie hinaus,
Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht
Sangen "Jesus meine Zuversicht",
Und die Kinder klagten, das Herze schwer:
"He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?"

So klagten die Kinder. Das war nicht recht -
Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht;
Der neue freilich, der knausert und spart,
Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt.
Aber der alte, vorahnend schon
Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn,
Der wußte genau, was damals er tat,
Als um eine Birn' ins Grab er bat,
Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus
Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus.

Und die Jahre gingen wohl auf und ab,
Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab,
Und in der goldenen Herbsteszeit
Leuchtet's wieder weit und breit.
Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her,
So flüstert's im Baume: "Wiste 'ne Beer?"
Und kommt ein Mädel, so flüstert's: "Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn."

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Karte Ribbeck