Schwielochsee und Umgebung

Der Schwielochsee gehört zu den größten natürlichen Seen der Niederlausitz. Er erstreckt sich in einer Länge von 10,5 km in Nord-Süd-Richtung und umfaßt eine Fläche von 11,7 Quadratkilometer.
Man unterscheidet zwischen dem Großen und dem Kleinen Schwielochsee. Der Kleine Schwielochsee liegt im Süden bei Goyatz und Jessern. Er hat eine Tiefe von 8-9 Metern und ist mit dem Großen Schwielochsee durch eine Fahrrinne, genannt der "Hals" verbunden. Der Große Schwielochsee hat eine Tiefe bis 14 Metern, die größte Breite liegt bei 2,4 Kilometer zwischen den Dörfern Zaue und Speichrow. Anliegergemeinden sind im Süden Goyatz, im Westen zaue, im Isten Jessern, Speichrow, Pieskow, Niewisch und Möllen.

Der Wasserzufluß erfolgt im Westen durch das Ressener Mühlenflies, im Osten durch das Doberburger Mühlenflies und das Möllener Mühlenflies sowie einigen ehemaligen Torfgräben. Die Regulierung des Wasserspiegelös, der 41,5 Meter über NN liegt, erfolgt überwiegend durch die in seinem nordwestlichen Teil durchfließende Spree. Die Uferbereiche des Schwielochsee haben sich sehr unterschiedlich herausgebildet. Die höchsten Erhebungen sind der Weinberg zwischen Speichrow und Pieskow mit 63,7 Meter, der Swietenberg bei Sawall mit 61,8 Meter der Babenberg bei Jessern mit 54 Meter. Das Westufer zeigt vorrangig rasch abfallende Hänge, überwiegend mit Kiefernwald bewachsen. Dem gegenüber zeigt das Ostufer nur einen allmählichen Abfall. Seewärts verläuft die Uferzone meist flach und fällt dann steil ab.

Während die Ostseite vorrangig Kies und zum Teil Geröll aufweist, zeigt sich das Westufer stark verschlammt.

Alle Seen in der Region liegen im Bereich der eiszeitlichen Bildungen. Die nach Süden vordringenden Eismassen brachten Schutt und Geröll mit sich. Noch heute bezeugen Findlinge der verschiedensten Größen und Gesteinsarten ihre Herkunft aus Skandinavien. Die beim späteren Abtauen des Eises freigewordenen Schmelzwasser haben sich zunächst in den bereits vorhandenen Rinnen gestaut, ehe sie dann später einen Abfluß fanden. Trotz der Schwierigkeiten einer genauen Bestimmung, ist der Schwielochsee seiner Entstehung nach als Rinnensee zu bezeichnen. Seine langgestreckte und schmale Form spricht dafür. Auch ist die Entstehung des Sees nicht so sehr auf eine erfolgte Auswaschung, sondern mehr auf eine Ansammlung großer Schmelzwassermengen zurückzuführen. Dafür spricht auch die geringe Tiefe des Sees. Der Schwielochsee ist das Mittelstück eines Nord-Süd gerichteten Rinnensystems zwischen dem Berliner und dem baruther Urstromtal.

Der Schwielochsee gehörte von altersher bis 1945 zur Herrschaft Lieberose, die seit 1529 im Besitz derer von der Schulenburg war. Nach den germanischen Stämmen kamen mit der Völkerwanderung um 600 slawische Stämme in den Raum des Schwielochsees. Der Schwielochsee wird erstmals in einer Urkunde des Landgrafen von Thüringen im Jahre 1302 erwähnt. Der Name wechselte in Lautung und Schreibweise durch die Jahrhunderte (1302 Zwilow, 1757 Schwieloh).

Goyatz
An der Südspitze des Schwielochsee liegt Goyatz. Erstmals tritt der Ort 1439 urkundlich als Gowenczk in Erscheinung. Goyatz kommt aus dem Niedersorbischen und bedeutet soviel wie Kiefer. Dei Gemeinde weist seit Beginn 1920 touristische Traditionen auf. Ein Grund war dafür war die Inbetriebnahme der Spreewaldbahn. Am 03.01.1970 wurde die Bahnstrecke leider stillgelegt.

Weitere Informationen zur Spreewaldbahn unter : www.bahnstrecken.de/sb.htm

Ressen/Zaue
Die erste schriftliche Erwähnung findet Zaue im Stiftsmatrikel des Bistums Meißen. Es wird 1346 als Czaw bedeutet im Niedersorbischen Sowa und heißt auf deutsch Eule. Ressen wird im Urkundenbuch von Lübben 1517 als Briessk benannt. Dahinter verbirgt sich das Niedersorbische Wort Rjos - Heidekraut bzw. die obersorbische Bezeichnung Rjasa - Wasserlinse. Zaue gehörte von 1529 bis 1849 zur Standesherrschaft Lieberose. Besitzer war er Graf von Schulenburg. Ressen gehörte zur Standesherrschaft Groß-Leuthen vor 1519. Die Kirche in Zaue gehört sicher zu den ältesten in der Region, sie wurde 1300 erbaut. Der gesamte Bau besteht aus Feldsteinen. Der Turm wurde um 1350 errichtet. Bemerkenswert ist die Wandmalerei, entstanden um 1420 und 1450 mit Darstellungen aus dem Alten und neuen Testament.

Jessern
Jessern liegt 9 Kilometer nordwestlich von Lieberose am Schwielochsee. Der Ort wird erstmals im Jahre 1470 urkundlich erwähnt. Von 1647 bis Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte er zur Herrschaft Lieberose. Von der Siedlungsform ähnelt der Ort einer Sackgasse. Der Ort liegt am Anfang einer in den Schwielochsee hineinragenden Halbinsel.

Speichrow
Zur Gemarkung der Gemeinde Speichrow gehören der Große und Kleine Schwielochsee. Die älteste Erwähnung von Speichrow bezieht sich auf das jahr 1406. Zu dieser Zeit übereignete Markgraf Jobts von Brandenburg und von Mähren dem Abt des Klosters Neuzelle auch Speichrow mit allen Rechten, Ober- und Niedergericht und allen Abgaben.

Pieskow
Der Name Pieskow verrät uns den slawischen Ursprung des Ortes am Ostufer des Schwielochsees zwischen Niewisch/Möllen und Speichrow. "Wasserdörfer" nennt man auch alle vier Orte am Ostufer.

Niewisch
Die Gemeinde Niewisch/Möllen liegt zirka 3 Kilometer südlich von Friedland am Schwielochsee. Frühgeschichtliche Fundpöätze der Gemeinde und Umgebung beweisen die Besiedlung bereits vor der jüngsten Bronzezeit, in der späten römischen Kaiserzeit, sowie im frühen Mittelalter. Den Slawen folgten hier zuwandernde Germanen. Die rste urkundliche Erwähnung Niewisch geht auf das Jahr 1346 zurück. Niewisch und Möllen gehörten ursprünglich zur wettinischen, später böhmischen Niederlausitz und kamen 1555 zum Kurfürstentum Brandenburg. Das Dorf Möllen wurde 1935 als Ortsteil eingemeindet. Historisch erwähneneswert sind die Möllener Mühle und die Voigtsmühle, deren Gründung nach dem 30-jährigen Krieg erfolgte.

Trebatsch
Trebatsch liegt an der alten Handelsstraße Petersburg-Leipzig. Die während de letzten Eiszeit entstandenen wasserreiche Landschaft, die von Spree, dem Schwielochsee und Swietensee sowie sumpfigen Niederungen und sandigen Moränen, wie dem Schwietenberg un den Kiebitzbergen bestimmt ist, eignete sich vorzüglich zur sicheren Ansiedlung, und so weisen alte Burgwallreste und slawische Namen darauf, dass Trebatsch dereinst eine slawische Kult- und Wohnstätte war. Steckt im Namen Trebatsch doch das slawische "treba", das man mit Opfer übersetzen kann, und der Schwietenberg und Swietensee waren wohl dem slawischen Gott des Frühlings, der Morgendämmerung und des Lichtes Swietowicz oder Swantovicz gewidmet.
1988 wurde in Trebatsch ein kleines Museum eingeweiht, das dem im Ortsteil Sabrodt 1813 geborenen Australienforscher Ludwig Leichhardt gewidmet ist. Er wagte und schaffte es als Erster, das Wüsteninnere des 5. Kontinents zu durchqueren, und gilt deshalb als bekanntester Ausländer Australiens. Seit seinem Versuch einer Ost-West-Durchquerung im Jahre 1848 gilt er als verschollen. Von 1937 bis 1945 hieß der Ort Leichhardt.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die 1868/69 errichtete Kirche - eine Stülerarchitektur im Neugotischen Stil.

Ranzig
Der Name Ranzig kommt aus dem sorbischen und bedeutet "Raben". Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort am Ende des 14. Jahrhunderts.

Karte Schwielochsee