Rund um den Schwielowsee

Schon Theodor Fontane schrieb über den Schwielowsee: "Der Schwielow ist breit, behaglich, sonnig und hat die Gutmütigkeit aller breit angelegten Naturen." Der See zählt zu den zeizvollsten Seen im märkischen Land, und liegt in der Nähe von Potsdam. An seinem Ufer befinden sich die Ortsteile der Gemeinde Schwielowsee, Caputh, Ferch, und Geltow, sowie das zur Stadt Werder zählende Petzow. Rund um den Schwielowssee erstreckt sich eine wunderschöne Allee um den See. Der See ist ideal für alle Wassersportbegeisterten, aber auch zum Wandern und Radeln. Schon im Jahr 1920 strömten viele Berliner zum Schwielowsee in die Sommerfrische. Wunderschöne Ausblicke über den Schwielowsee können Sie vom Schäfereiberg bei Geltow, Wietkiekenberg bei Ferch oder dem Krähenberg bei Caputh erhalten.

Der Schwielowsee ist rund 5,4 Kilometer lang und fast 2 Kilomter breit. Der Schwielowsee wird von der Havel durchflossen, und bedeckt eine Fläche von 786 Hektar. Der Schwielowsee ist ein flacher Gletscherzungensee. Er entstand vor zirka 19.600 bis 19.000 Jahren während des frühen Weichseleiszeit. Die größte Wassertiefe liegt bei zirka 9 Metern.

Ferch

Ferch wurde im Jahre 1317 erstmals urkundlich erwähnt. Das Fischerdorf Ferch liegt am Südwestufer des See, eingebettet in Kiefernwäldern, Wiesen und Obsthügeln. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort mehrfach zerstört. Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelte sich eine Kalkbrennerei und eine Ziegelei in Ferch. An die Blütezeit der Havelfischer erinnert die kleine Dorfkirche. Die denkmalgeschützte Dorfkirche wurde am Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Die gewölbte Holzdecke hat die Form eines auf dem Kopf liegendes Kahns, der an der Westseite der Decke sichtbare Auflagebalken soll das Steuerruder andeuten. Die Malerei soll in der Kirche soll die Wolkenbildung über den schwielowsee andeuten. Eine havelländische Malerkolonie siedelte sich in Ferch an. Maler wie Karl Hagemeister, Carl Schuch, Hans-Otto gehrcke, die Geschwister Wacker, Wilhlem Weick und Carl Goebel entdeckten Ferch als idealen Standort für ihre Kunst. In dem letzten Kossätenhaus in Ferch eröffnete der Verein "Havelländische Malerkolonie e.V." ein Museum und zeigt dort in einer dauerausstellung havelländische Künstler. Ein ausgeschilderter Kunstpfad zeigt die Lebens- und Schaffensorte der Meister. Auch die Fercher Obstkistenbühne ist ein Beusch wert. Im Hof eines 200 Jahren alten Bauernhauses kann man jedes Jahr zahlreichen Vorstellungen besuchen. Als einen besondern Tipp in Ferch kann der Japanische Bonsaigarten angesehen werden. Hier kann man bei einer Führung die japanische Bonsaikunst bei einer schönen Tasse Tee genießen. Der Japanische Bonsaigarten ist von April bis Oktober immer von Dienstag bis Sonntag von 10.00-18.00 Uhr geöffnet. Sehenswert ist der sogenannte Wiesensteg, ist die Verbindung vom Ortskern nach "Neue Scheune" und "Mittelbusch" am Ufer des Schwielowsee. Hier wurden schon im 17. Jahrhundert Bretter über das sumpfige Gelände ausgelegt. Heute kann man vom Wiesensteg zahlreiche Orchideen bewundern.

Geltow

Die Geschichte von Geltow reichen mehr als 1000 Jahre zurück. Das Dorf Geltow liegt inmitten von reichen Kiefern- und Mischwaldbeständen. Der Franzenberg erstreckt sich am Ufer des Schwielowsee. Hier sind zahlreiche Villen zu sehen. Die ehemalige "Franksche Villa" ist im Bauhausstil errichtet und komplett saniert. An der höchsten Stelle des Franzenberges staht der Carlsturm, benannt nach dem Bruder Kaiser Wilhlems I. Der Turm wurde im Jahre 1870 als Aussichtsturm errichtet, ist aber heutzutage nicht mehr öffentlich zugänglich. Weithin sichtbar ist die im Jahre 1887 fertiggestellt Kirche. Sie ist im roten Backstein mit grünglasierten Ziegel ein landschaftsprägendes Element des Dorfes. Sehenswert ist auch das kleine Handwebereimuseum in einem alten Fischerhaus neben der Kirche. Hier kann der Besucher viel Wissenwertes über die Entstehung der Stoffe sowie Webtechniken erfahren. Ein Gedenkstein erinnert an den Major Ferdinand von Schill und sein Husarenregiment. Er und sein Regiment erhoben sich im Jahre 1809 gegen die napoleonische Fremdherrschaft, unter der Schill-Eiche hielt der Major von Schill die Ansprache an sein Regiment.

Caputh

Albert Einstein machte den Ort Caputh weltweit berühmt. Caputh wurde im Jahre 1317 erstmals erwähnt. Caputh liegt an dem engsten Stelle zwischen dem Schwielowsee und Templiner See. Eine Fähre verbindet seit mehr als 150 Jahren Caputh und Geltow. Obwohl Caputh an verschiedenen Seen liegt, besaß der Ort nie Fischereirechte, erst im 19. Jahrhundert kam der Aufschwung in Caputh. Die Caputher übernahmen den Schifftransport der Ziegel aus Geltow nach Berlin. Im Jahre 1662 errichtete Philipp de la Chiéze ein Schloss in Caputh. 1671 wurde das Schloss zum Landsitz des großen Kurfürsten und seiner Gemahlin Dorothea. Während der Dreißigjährigen Krieges wurde Caputh stark verwüstet. 1709 legte die goldgeschmückte Luxusjacht Friedrichs I. in Caputh an, sie war eine der drei prächtigsten Staatsschiffe zu dieser Zeit. Sein Nachfolger Friedrich Wilhelm I. verkaufte die Jacht im Jahre 1713 an Zar Peter den Großen gegen Riesengrenadiere aus Russland. Das Schloss Caputh wurde von der Liste der königlichen Schlösser gestrichen und diente nur noch als Jagdhütte.
Das Schloss Caputh kann besichtigt werden, und mann erhält Eindruck in die höfische Wohnkultur um 1700 (Wohnungen des Herscherpaares, des Festsaales und der Porzellankammer). Sehenswert ist der Fliesensaal, der aus 7.500 holländischen Fayencefliesen besteht. Ein barocker Garten schließt sich an das Schloss an. Das Einsteinhaus, im Jahre 1929 als Holzhaus errichtet, beschäftigt sich mit dem Leben des großen deutschen Physikers. Einstein verbrachte hier bis zu seiner Emigration seine Sommerzeit. Der Altmann-Garten ist eine 2.000 qm große Anlage mit Alpinum, Heide- und Bauerngarten. Peter Altmann war ein Schüler des berühmten Staudenzüchters Karl Foerster. Im Heimathaus kann man das tägliche Leben der Menschen in Caputh um 1900 betrachten.

Petzow

Petzow wurde im Jahre 1419 erstmals urkundlich erwähnt.Im Jahre 1825 ließ sich die Familie von Kaehne von Karl Friedrich Schinkel ein repräsentatives Herrenhaus errichten, der Park wurde nach Plänen von Lenné angelegt. Das Schloss sit ein bunter Mix von maurischem Kastell- und englischem Tudorstil. Der letzte Gutsbesitzer wird kurz nach Kriegsende festgenommen und stirbt 1946 im KZ Sachsenhausen. Auch die Kirche in Petzow wurde nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet. Sie steht frei auf dem Grelleberg und weithin sichtbar. Das Heimatmuseum befindet sich im ehemaligen Waschhaus. Bekannt wurde das Schloss und Park durch die erste deutsche Telenovela "Bianca - Wege zum Glück", die hier gedreht worden ist. Im Jahre 1929 wird die Gemeinde Petzow in die Stadt Werder eingegliedert und ist seitdem Ortsteil.

Karte Werder