Stechlinsee und Umgebung

Im Norden von Brandenburg, schon nah an der Grenze von Mecklenburg-Vorpommern, bildet eine ausgedehnte Waldlandschaft mit vielen kleinen und großen Seen ein Erholungspotential von ganz besonderen Reiz. Diese Gegend stellt ein beliebtes Ferienziel dar und gehört zu den bekannten Naturpark "Stechlin-Ruppiner Land". Es ist das größte und bedeutendste Naturschutzgebiet im Land Brandenburg und weit über Landesgrenzen bekannt. In der Mitte liegt der Stechlinsee, ein Gewässer, das auf Grund seiner vielen Besonderheiten schon 1938 unter Naturschutz gestellt wurde und deshalb von Uferbebauung, Verschmutzung und Motorenlärm verschont blieb.

Der Stechlin ist einer der bekanntesten Seen des Norddeutschen Tieflandes, obwohl er mit seiner Größe von 4,25 Quadratkilometer nur einen Mittelplatz unter den vielen Seen der Region einnimmt. Seine Besonderheit sind die beträchtliche Tiefe von 68 Meter, die mittlere Tiefe beträgt 24 Meter und as außergewöhnlich klare Wasser mit einer Sichtweite von etwa 12 Meter.

Als oligotropher (nährstoffarmer) See findet der Stechlin in Norddeutschland nicht seinesgleichen. Alle anderen Seen haben in ihrer zehntausendjährigen Geschichte mehr Nährstoffe angereichert, was in einer Wassertrübungsichtbar wird. Dem Stechlinsee ähnliche Seen sind nur in Skandinavien zu finden. Die auch noch heute besondere Wasserqualität des Sees ist zurückzuführen auf seine Lage inmitten von Sandböden, auf die geringe Bevölkerungsdichte, fehlende Industrie sowie auf die große Tiefe. Charakteristisch für den Stechlin ist das Vorkommen der Kleinen Muräne, ein lachsartiger Fisch, der nur in tiefen und klaren Gewässern zu finden ist.

Die Buchen-, Eichen- und Kiefern-Mischwälder am Ufer erreichen mit ihren überhängenden Zweigen oft den Seespiegel und schaffen so romantische Landschaftsbilder. Am Steilufer, das als Totalreservat besonders geschützt ist, können mächtige Rotbuchen- Und Kiefernaltholzbestände bestaunt werden. Außerdem zeigt der Naturpark dem Besucher zahlreiche seltene Pflanzen, unter anderem Bärlapp, Wacholder, Königsrispenfarn, Sumpfporst, Sonnentau, Geflecktes Knabenkraut und mehrere Arten von Waldhyazinten. Die Umgebung des Stechlinsee ist auch Einzugsgebiet von seltenen Tierarten. In der Nähe brüten z.B. Kraniche und er selbst ist Jagdgebiet von See- und Fischadler, Waldkauz, Habicht und Reiher.

Ornithologische Untersuchungen konnten im Naturpark etwa 140 Vogelarten nachweisen, von denen allerdings in Seenähe nur wenige beobachtet werden können, weil Brutgelegenheiten fehlen.

Anders ist das im Winter, denn der See ist, weil er nie ganz zufriert, ein bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasserevögel.

Roter Hahn - Bild von birgit.reetz.de/meer/rote_hahn.html Der Stechlinsee wurde durch Theodor Fontane weit über die Granzen Deutschlands hinaus bekannt. Eine wichtige Rolle spielt in seinem "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" die Sage vom Roten Hahn. Sie besagt, daß auf dem Grunde des Sees ein hahn sitzt, der aufsteigt, wenn ein Fischer an ihm nicht genehmer Stelle fischt, "rot und zornig und schlägt den See mit seinen Flügeln, bis er schäumt und wogt und greift das Boot an und kreischt und kräht, daß es die ganze Menzer Forst durchhallt von Dagow bis Roofen und bis Altglobsow hin."

Fast 30 Jahre später widmete Fontane diesem See sein letztes Buch, den berühmten Roman "Der Stechlin". (Quelle : Wander- und Radwanderkarte Nordbrandenburg)

Neuglobsow
Neuglobsow liegt 12 km östlich von Rheinsberg unmittelbar am Stechlinsee. Dieser See ist mit einer Tiefe von 68 Metern bei einer Größe von 425 Hektar einer der tiefsten Seen des Norddeutschen Tieflandes. Als einer der letzten kalkoligotrophen Seen in Deutschland zeichnet er sich durch eine außergewöhnliche Durchsichtigkeit des Wassers aus. Der Stechlinsee und seine Umgebung wurden bereits 1938 unter Naturschutz gestellt. Neuglobsow wird vom Landschaftsschutzgebiet "Fürstenberger Wald- und Seengebiet" umschlossen und gehört zum Naturpark "Stechlin-Ruppiner Land".

Der Ort geht auf eine Glashütte zurück, die zwischen 1779 und 1780 ihren Betrieb aufnahm. Der Ortskern wird noch heute geprägt durch die Glashüttenarbeiterhäuser mit ihrem Fachwerk und den Inschriftenbändern. Nach der Einstellung des Glashüttenbetriebes entwickelte sich Neuglobsow seit etwa 1900 zu einem beliebten Ausflugs- und Urlaubsziel.

Neuglobsow ist gemeinsam mit dem Ortsteil Dagow staatlich anerkannter Erholungsort. Jährlich besuchen etwa 60.000 Tagesgäste diese beiden Orte, zusätzlich werden etwa 50.000 Gästeübernachtungen gezählt. Neuglobsow ist seit 1998 ein Ortsteil der Gemeinde Stechlin. (Quellen: Angaben zur Lage und Geschichte teilweise aus: H.-D. Krausch u.a., Das Rheinsberg-Fürstenberger Seengebiet, Berlin 1974)

Menz
Menz liegt zwischen Rheinsberg und Fürstenberg/Havel unmittelbar am Roofensee und grenzt an das Waldgebiet der Menzer Heide mit dem Stechlinsee. Das Naturschutzgebiet "Stechlin" und das Landschaftsschutzgebiet "Fürstenberger Wald- und Seengebiet" grenzen unmittelbar an die Ortslage. Menz liegt im Naturpark "Stechlin-Ruppiner Land".

Menz wurde 1290 zum ersten mal urkundlich erwähnt. Archäologische Spuren reichen jedoch weit in die Zeit der slawischen Besiedlung zurück. Auf dem Wallberg über dem Roofensee lagen eine Siedlung und eine Burg aus dieser Zeit. Die Feldsteinkirche wurde 1585 vollendet. Der Kirchturm erhielt 1772 seine heutige Form. Der Ort wird geprägt durch einen großen, lindenbestandenen Dorfanger, dem Friedensplatz. Im Zentrum des Ortes befindet sich eine alte Oberförsterei, die heute das NaturParkHaus beherbergt.

Menz mit seinem Ortsteil Neuroofen schloss sich im September 1998 mit den Nachbargemeinden Neuglobsow und Dollgow zur Gemeinde Stechlin zusammen. (Quellen: Angaben zur Geschichte teilweise aus einer Informationsbroschüre der Kirchengemeinde Menz, 1999)

Dagow und Neuglobsow
Dagow und Neuglobsow liegen etwa 12 Kilometer östlich von Rheinsberg im Nordosten des Ruppiner Landes. Unmittelbar westlich grenzt der 24 Hektar große Dagowsee an die Ortslage, der Stechlinsee ist nur einen Kilometer entfernt. Dagow wird durch das Landschaftsschutzgebiet "Fürstenberger Wald- und Seengbiet" umschlossen, grenzt an das Naturschutzgebiet "Stechlin" und gehört zum Naturpark "Stechlin-Ruppiner Land".

Die Entstehung von Dagow geht auf die Zeit der slawischen Besiedlung des Gebietes zurück. 1816 wurde Dagow durch den Glashüttenbesitzer von Neuglobsow erworben. Seitdem sind beide Orte eng verbunden.

Der Ortsteil Dagow ist zusammen mit Neuglobsow staatlich anerkannter Erholungsort. Beide Orte sind seit 1998 Teil der Gemeinde Stechlin. (Quellen: Angaben zur Lage und Geschichte teilweise aus: H.-D. Krausch u.a., Das Rheinsberg-Fürstenberger Seengebiet, Berlin 1974)

Karte Rheinsberg