Zeittafel Brandenburg

1902
Das preußische Abgeordnetenhaus billigt den mit 350 Mio Mark ausgestatteten Polenfonds zum Ankauf polnischer Ländereien.

1903
Reinhold Burger erfindet die Thermoskanne und meldet sie zum Patent an.


In Preußen tritt am 1. Mai die Regelung der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf Nebenstraßen in Kraft.

1906
Am 01.04.1906 wird die Großfunkstelle Nauen vom Telefunken-Ingenieur R. Hirsch ins Leben gerufen.

1906
Kaiser Wilhelm II. löst, nachdem die SPD die Mittel für den Hottentottenkrieg in Deutsch-Südwetafrika verweigert, das Parlament auf.

16.10.1906
Die Welt lacht über den Streich des "Hauptmann von Cöpenick". Der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt kauft sich eine Hauptmannsuniform beim Trödler und zieht mit Gardesoldaten nach Cöpenick, dort zieht er die Stadtkasse ein.

1906-1914
Bau des Oder-Havel-Kanal. Dabei mußte ein Höhenunterschied von 36 Metern überwunden werden.

1907
Der aus Schlesien stammende Apotheker Maximilian Negwer erfindet in Berlin einen Gehörschutz und nennt diesen Ohropax.

1908
Das neue preußische Enteignungsgesetz gestattet die Beschlagnahme polnischen Grundbesitzes auf deutschem Boden gegen Entschädigungszahlung.
Gründung der Brandenburgische Provinzialstelle für Naturdenkmalpflege In Teltow.

1909
Ab 1909 erließen die Regierungspräsidien von Potsdam und Frankfurt/Oder über zwanzig Verordnungen auf Grundlage des Gesetzes gegen die Verunstaltung von Ortschaften und landschaftlich hervorragenden Gegenden, mit denen erstmals zahlreiche Seeufer vor Verbauung geschützt wurden.

1910
Im Königreich Preußen spitzen sich die Proteste gegen das Dreiklassenwahlrecht zu.

Die ersten Käthe Kruse-Puppen werden im Berliner Warenhaus Hermann Tietz zum ersten Mal ausgestellt.

19.7.1911
Das preußische Abgeordnetenhaus verabschiedet das Gesetz über den Zweckverband Groß-Berlin.

1911
Die Firma Bioscop baut ihr erstes Filmatelier in Babelsberg. Aus dem ersten Glasatelier entwickelte sich bald das weltberühmte Ufa-Gelände. (Bioscop, Ufa, DEFA und Studio Babelsberg) In den höheren Schulen Preußens führt man die Unterrichtsstunde zu 45 Minuten ein.

1.4.1912
Das Gesetz über den Zweckverband Groß-Berlin tritt in Kraft. In dem Zweckverband haben sich Berlin, Spandau, die Kreise Niederbarnim und Teltow sowie die innerhalb derselben gelegenen fünf kreisfreien Städte zusammengeschlossen.

31.7.1914
Für Berlin und die Provinz Brandenburg wird der Kriegszustand erklärt. Am 1.8. wird im Deutschen Reich die Mobilmachung angeordnet.

1914-1918
Im I. Weltkrieg starben zirka 10 Millionen Soldaten und Zivilisten.
Bündnislage zu Beginn des 1. Weltkrieges im Jahre 1914
Propagandabilder aus dem I. Weltkrieg

1916
Die VI. Olympischen Sommerspiele sollten in Berlin stattfinden. (Der Erste Weltkrieg verhinderte dies.)

5.11.1916
Das Königreich Polen wird von den Mittelmächten proklamiert. (Mittelmächte - Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, Osmanisches Reich und Bulgarien)
Proklamation des Königreich Polen
Proklamation des Königreich Polen

Das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Jahr 1950
9.11.1918
Reichskanzler Prinz Max von Baden verkündet die Abdankung Kaiser Wilhelm II., der Kaiser flieht nach Holland. Philipp Scheidemann ruft die bügerlich-liberale Republik aus. Karl Liebknecht ruft vom Balkon des Stadtschlosses die sozialistische Republik aus.

14.11.1918
Der polnische Regentschaftsrat, damit endet die 4. polnische Monarchie, tritt zurück und überträgt Josef Klemens Pilsudski die Staatsgewalt. In der Folge greift Polen alle Staaten mit denen es Grenzen hat an. Pilsudski versucht damit ein polnisches Großreich wie unter den Piasten zu errichten. (Krieg gegen die Ukraine und Weissrußland, Polnisch-Russischer Krieg (1918-1920), Krieg gegen Litauen (1920), Anektion des Gebietes von Teschen (1938))

5.1.-12.1.1919
Massendemonstrationen gegen die Entlassung des Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn. Die Demonstration entwickelt sich zum Aufstand (Bestzung des Vorwärts-Verlages, Der Revolutinsausschuss erklärt die Absetzung des Rates der Volksbeauftragten und die Übernahme der Regierung, Besetzung der Eisenbahndirektion und des Polizeipräsidiums) Am 9.1. wird der Generalstreik von den Aufständigen ausgerufen, am 11.1. bestzen Regierungstruppen das Vorwärts-Gebäude, Ende des Aufstandes am 12.1., während des Aufstandes sterben zirka 165 Menschen.

24.1.1919
In Preußen wird das Dreiklassenwahlrecht durch das direkte, geheime Wahlrecht ersetzt.

3.2.1919
Schutz der Deutschen Ostgrenze durch die Oberste Heeresleitung (Hindenburg, Groener) gegen polnische Verbände, die Gebiete für Polen annektieren wollen. Hindenburg erlässt am 14.02. den Appell "An Deutschlands Söhne" zum Schutz der deutschen Ostgrenzen. Es sollen Freiwillige in Schlesien und Westpreußen geworben werden, um gegen Polen zukämpfen. Am 16.02. muss sich Deutschland verpflichten, alle Kämpfe an der Grenze zu Polen einzustellen.

22.12.1919
Der Langwellensender in Königs Wusterhausen sendet zum ersten Mal ein Rundfunkkonzert deutschlandweit aus.

1919/1920
Der Vertrag von Versaille wird unterzeichnet (28.6.1919).
Deutschland muß große Gebietsverluste hinnehmen : Ostpreußen, Danzig wird zu einem selbständigen Staat gemacht (1920 erhält der Völkerbund das Mandat über die Stadt), Elsaß-Lothringen, Memelland, Posen, Westpreußen, Pommerland, Hultschiner Ländchen, Nordschleswig, Ostoberschlesien, Eupen-Malmedy, alle Kolonien.
Am 28. Juni 1919 wird der Minderheitenschutzvertrag zwischen den Alliierten und Assoziierten Hauptmächten und Polen in Versaille unterschrieben. In: Themenportal Europäische Geschichte (2007)
Vertrag von Versaille - Bischofswerder

4.2.1920
Besetzung des Hultschiner Gebietes durch tschechische Truppen. Nach dem Versailler Vetrag (Artikel 83) verzichtete Deutschland zugunsten der Tschechoslawakei auf das Hultschiner Ländchen. Das Gebiet wurde ohne eine Volksabstimmung an die Tschechoslawekei abgetreten. In einer freiwilligen Abstimmung der Bevölkerung sprachen sich 93,7 Prozent für den Verbleib bei Deutschland aus.
Hultschiner Ländchen

13.3.-17.3.1920
Lüttwitz-Kapp-Putsch : Meuternde Offiziere unter General von Lüttwitz marschieren mit ihren Truppen auf Berlin um die Regierung zu stürzen. Die Regierung flieht nach Dresden. Wolfgang Kapp (* 24. Juli 1858; +  12. Juni 1922) wird von der meuternden Truppe als Reichskanzler eingesetzt. Daraufhin legt ein Generalstreik des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund das öffentliche Leben lahm. Der Putsch scheitert, Wolfgang Kapp flieht nach Schweden, von Lüttwitz wird für wenige Stunden Reichskanzler.

1920
Am 27. April 1920 wird das Gesetz "Gesetz über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin" von der Preußische Landesversammlung verabschiedet. Am 1. Oktober 1920 - "Groß-Berlin" entsteht, Berlin wird als selbständige Provinz aus Brandenburg ausgegliedert. Nach dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 schlossen sich zur neuen Einheitsgemeinde zusammen :
  • Alt-Berlin Stadtgemeinde mit den Bezirken :
    Mitte
    Tiergarten
    Wedding
    Prenzlauer Tor (später Prenzlauer Berg)
    Friedrichshain
    Hallesches Tor (später Kreuzberg)
    Pankow
    Reinickendorf
    Steglitz
    Tempelhof
    Treptow
    Weißensee
    Zehlendorf
  • Charlottenburg
  • Köpenick
  • Lichtenberg
  • Neukölln
  • Schöneberg
  • Spandau
  • (Deutsch-)Wilmersdorf
  • 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirke. Die Landgemeinde und Gutsbezirke werden zu weiteren sieben Bezirken zusammengefasst und erhalten ihren Namen von dem Ortsteil mit der größten Einwohnerzahl.
1921
Am 11. April stirbt Auguste Viktoria, die Frau von Wilhelm II. Ihr Leichnam wird nach Potsdam überführt.
Konrad Adenauer wird Präsident des Preußischen Staatsrates.
Abstimmung in Oberschlesien: 60 Prozent stimmen für den Verbleib bei Deutschland.

1922
Der Freistaat Preußen gliedert sich ab 1922 aus folgenden 13 Provinzen:
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Hannover
  • Hessen-Nassau
  • Ostpreußen
  • Pommern
  • Grenzmark Posen-Westpreußen
  • Rheinprovinz
  • Sachsen
  • Niederschlesien
  • Oberschlesien
  • Schleswig-Holstein
  • Westfalen
Sowie die so genannten : Hohenzollerischen Lande (1849 verzichteten die Fürsten von Hechingen und Sigmaringen auf ihre Herrschaft und so gelangten diese beiden Fürstentümer zum Staat Preußen. Sie wurden zum Regierungsbezirk Sigmaringen zusammen gefasst, der später auch als "Hohenzollerische Lande" bezeichnet wurde.)

18.11.1922
Verbot der NSDAP in Preußen, am 12.12.1924 hebt der preußische Innenminister Severing das Verbot wieder auf.

9.11.1923
Hitler-Ludendorff-Putsch in München. Staatsstreich in Bayern, scheiterte. Ludendorff wurde noch am selben Tag verhaftet, etwas später auch Hitler. Die NSDAP wurde verboten. Hitler zu einer 5-jährigen Festungshaft verurteilt.

1925
Das Observatorium in Lindenberg bei Berlin, lässt am 14.4. einen Registrierballon aufsteigen, der eine Höhe von 32.000 Meter erreicht. Dies ist der bisher höchste unbemannte Ballonaufstieg.

1926
Die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße wird nach 20jähriger Bauzeit fertiggestellt.

1.11.1926
Joseph Goebbels wird NSDAP-Gauleiter von Berlin-Brandenburg.

1927-1934
Bau des Schiffshebewerk bei Niederfinow (Tragfähigkeit von 1.000 Tonnen und eine Höhe von 93 Metern)

20.11.1928
Geburtsstunde des Fernsehens, in Königs Wusterhausen werden Bildfunk-Probesendungen durchgeführt.

1931
Das IOC vergibt die XI. Olympischen Sommerspiele nach Berlin. Berlin setzt sich gegen 12 andere Städte durch.

20.7.1932
Das geschäftsführende Kabinett des Ministerpräsidenten von Preußen Otto Braun (SPD) wird durch eine Notverordnung von Franz von Papen abgesetzt (sogen. Preußenschlag) Franz von Papen übernimmt als Reichskommissar deren Aufgaben. In Berlin und Preußen wird der Belagerungszustand verhängt.

1933
Machtübernahme durch Adolf Hitler, Reichspräsident Hindenburg am 30.1. ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler.
Am 27. Februar 1933 ging das Reichstagsgebäude in Berlin in Flammen auf; die Brandstiftung wurde den Kommunisten angelastet. Am 28. Februar engte eine "Verordnung zum Schutz von Volk und Staat" die Verfassung des Deutschen Reiches ein, von der sieben Artikel außer Kraft gesetzt wurden. Beschränkt wurde die persönliche Freiheit, das Recht der freien Meinungsäußerung einschließlich der schon gebeutelten Pressefreiheit, das Vereins- und Versammlungsrecht, das Brief-, Post-, Telegraphen- und Fernsprechgeheimnis. Für Haussuchungen, Beschlagnahmen und Beschränkungen des Eigentums gab es keine gesetzlichen Grenzen mehr.
Am 21.3.1933 wird in der Garnisionskirche von Potsdam Adolf Hitler von Reichspräsident Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Der Tag geht als "Tag von Potsdam" in die deutsche Geschichte ein.
Ermächtigungsgesetz (24.3.1933)- Dieses erste Gesetz, das Hitler vorlegt, und das die Reichsregierung ermächtigt, für die Dauer von vier Jahren Regierungsgeschäfte ohne das Parlament durchzuführen, wird von allen Parteien angenommen, nur die SPD stimmt dagegen. Den zuvor entweder geflohenen oder verhafteten Abgeordneten der KPD wird einfach das Mandat aberkannt. Zwischen dem 8. und 10. März werden die Hoheitsrechte der deutschen Länder abgeschafft. 32 deutsche Gaue entstehen - Brandenburg wird Gau Kurmark

21.3.1933
Das Konzentrationslager Oranienburg wird errichtet. Im April 1933 befinden sich 30.000 Personen in der sogenannten Schutzhaft.

11.4.1933
Hitler ernennt Hermann Göring (NSDAP) zum Ministerpräsidenten in Preußen. (Reichsstatthaltergesetz)

8.7.1933
Auflösung des preußischen Staatsrates. Durch die Auflösung des Reichstags wird automatisch am 14.10.1933 auch der Landtag aufgelöst; eine Neubildung erfolgt nicht mehr.

1933-45
Konzentrationslager werden in Brandenburg errichtet, in ihnen wurden politische und religiöse Gegner ("Bibelforscher"), Kriminelle, "Asoziale", Homosexuelle, Juden und Zigeuner sowie ab 1939 auch unerwünschte Ausländer und Kriegsgefangene inhaftiert.
1933 erste Lager entstehen in Oranienburg, Königs Wusterhausen, Bornim, 1935 Zuchthaus Brandenburg-Görden, 1936/37 Konzentrationslager Sachsenhausen, 1939 Konzentrationslager Ravensbrück, 1939 Kriegsgefangenenlager Mühlberg/Elbe, 1942 Arbeitserziehungs- und Gestapodurchgangslager in Großbeeren, 1942 das sogenannte Jugendschutzlager Uckermark, 1943/1944 Konzentrationslager Lieberose-Jamnitz.

1933-45
Terror gegen die jüdische Bevölkerung :
  • 17.3.1933 - Der Berliner Staatskommissar Julius Lippert verfügt die Entlassung aller jüdischen Ärzte aus den Berliner Krankenhäuser.
  • 1.4.1933 - Propagandaminister Joseph Goebbels verfügt einen allgemeinen Judenboykott
  • 4.10.1933 - Schriftleitergesetz wird erlassen, es dürfen nur "Arier" Schriftleiter bei Zeitschriften und Zeitungen sein.
  • 15.9.1935 - Die sogenannten "Nürnberger Gesetze" werden auf dem NSDAP-Reichsparteitag in Nürnberg erlassen.
  • 14.11.1935 - Sämtliche jüdische Beamte werden aus dem Staatsdienst zum 31.12. entlassen.
  • Juni 1938 - Juden rumänischer Herkunft werden die Aufenthaltserlaubnis für Deutschland entzogen oder stark beschränkt
  • 27.7.1938 - Berliner Strassen die jüdische Namen haben werden umbenannt.
  • 31.8.1938 - Nach einer Zunahme der Einreise von Juden deutscher Abstammung in die Schweiz, will die Schweiz das Paß- und Visumabkommen mit Deutschland kündigen. Man will aber nur für alle Juden mit deutscher Abstammung einen Visumzwang ein, damit will man den Zustrom von deutschen Juden unterbinden. Deutschland garantiert der Schweiz eine Änderung der Pässe der Juden mit deutscher Abstammung. (siehe 5.10.1938)
  • 27.9.1938 - Jüdische Rechtsanwälte erhalten Berufsverbot
  • 5.10.1938 - Die Pässe der Juden in Deutschland werden eingezogen und mit einem eingestempelten roten "J" neu ausgegeben.
  • 09.11. - 10.11.1938 - Faschistische Progrome gegen jüdische Bürger, die sogenannte Reichskristallnacht. Nach dem tödlichen Attentat von Herschel Grynszpan, am Botschaftssekretär Ernst von Rath in Paris, wurden von den Nationalsozialisten unter den Deckmantel "spontaner Kundgebungen" Synagogen, jüdische Friedhöfe, Wohn- und Geschäftshäuser zerstört. 20.000 Personen kommen in die Konzentrationslager.
  • 12.11.1938 - Juden dürfen keine öffentlichen Veranstaltungen mehr besuchen (Theater, Kino usw.)
  • 15.11.1938 - Jüdische Kinder wird der Besuch öffentlicher Schulen untersagt.
  • 3.12.1938 - Den Juden in Deutschland werden die Führerscheine entzogen.
  • 6.12.1938 - Einige Strassen in Berlin werden mit einem sogenannten "Judenbann" belegt. Juden dürfen diese Strassen nicht mehr betreten.
  • 1.1.1939 - Männliche Juden müssen zusätzlich den Namen Israel, jede Jüdin den Namen Sarah in den Ausweispapieren führen.
  • 17.1.1939 - Jüdische Zahnärzte, Krankenpfleger, Tierärzte, Apotheker und Heilpraktiker werden mit Berufsverbot belegt.
  • 23.2.1939 - Jüdischen Bürgern wird die Benutzung von Schlaf- und Speisewagen auf deutschen Eisenbahnstrecken verboten.
  • 4.7.1939 - Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland wird zwangsweise gegründet. Sie organisiert die unter Aufsicht der Gestapo die Auswanderung von Juden unter Zurücklassung ihres Eigentums.
  • 6.2.1940 - Juden erhalten keine Kleiderkarten mehr.
  • 4.7.1940 - Juden dürfen nur noch in der Zeit von 17.00-18.00 Uhr Lebensmittel kaufen.
  • 29.7.1940 - Die Telefonanschlüssen der jüdischen Bevölkerung werden gekündigt.
  • 13.9.1941 - Juden dürfen auf den Weg zu ihren Arbeitsstätten nicht mehr öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
  • 19.9.1941 - Die Juden in Deutschland müssen den sogenannten "Judenstern" (Davidstern) tragen.
  • 18.10.1941 - Massendeportationen der Berliner Juden beginnen.
  • 10.1.1942 - Auf der sogenannten "Wannseekonferenz" wird die "Endlösung der Judenfrage" erörtert.
  • 13.11.1944 - Juden wird der Aufenthalt in den öffentlichen Wärmehallen verboten.
Bitte lesen Sie auch : Terror gegen die Sinti und Roma

21.3.1934
Das Schiffshebewerk in Niederfinow wird in Betrieb genommen, es ist 36 Meter hoch.

17.2.1935
Der Achtstundentag wird als verbindliche Arbeitszeit im Deutschen Reich eingeführt.

16.3.1935
Die allgemeine Wehrpflicht wird entgegen den Bestimmungen des Versailler Vertrags wieder im Deutschen Reich eingeführt.

1.8.-16.8.1936
Die XI. Olympischen Sommerspiele finden in Berlin statt. 328 Frauen und 3738 Männer aus 49 Ländern nahmen an 129 Wettbewerben in 20 Sportarten teil. Der Olympische Fackellauf feierte seine olympische Premiere. Viele NOK (Nationale Olympische Kommites), wollten vor allem aus Ablehnung der deutschen Rassegesetze gegen die Juden von 1934, die XI. Sommerspiel boykottieren. Deutschland war die erfolgreichste Mannschaft mit 33mal Gold, 36mal Silber und 3mal Gold. Weitere Informationen zum Olympischen Dorf in Däberitz.

5.1.1938
Himmler erlässt eine Anordnung zur Ausweisung aller Juden mit sowjetischer Staatsangehörigkeit, mit Ausnahme von Personen mit Diplomatenpässen.

12.3.1938
Der sogenannte "Anschluß von Österreich"
  • 12.2. 1938 - Treffen vom deutschen Reichskanzler Adolf Hitler mit dem österreichischen Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg
    Der deutsche Reichskanzler forderte die Aufhebung des Verbotes der österreichischen Nationalsozialisten und diese an der Regierung zu beteiligen.
  • Österreichische Nationalsozialisten übernehmen das Innenministerium und die Polizeigewalt
  • 9. 3. 1938 - Österreichischen Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg ordnet eine Volksabstimmung "Für ein freies und deutsches, unabhängiges und soziales, für ein christliches und einiges Österreich!" an.
  • Deutsche Reichskanzler Adolf Hitler stellt ein Ultimatum zur Rücknahme der Abstimmung und droht mit dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich. Gleichzeitig wird die Übergabe der Regierungsgewalt an den österreichischen Nationalsozialisten Athur Seyß-Inquart gefordert.
  • 11.3.1938 - Rücktritt des österreichischen Bundeskanzler Kurt von Schuschnigg. Der österreichische Bundespräsident Wilhelm Miklas weigert sich Seyß-Inquart zum Nachfolger Schuschniggs zu ernennen.
  • 12.3.1938 - Einmarsch deutscher Truppen in Österreich. Die deutschen Truppen stießen auf keinen Widerstand.
  • 10.4.1938 - Volksabstimmung "Anschluß" an Deutschland. 99,73 Prozent der Österreicher und 99,01 Prozent der Deutschen dafür.
31.3.1938
Polen erlässt am 31. März 1938 ein Gesetz, dass die Möglichkeiten zur Ausbürgerung polnischer Staatsangehöriger, die im Ausland lebten vorsah. Damit waren 30.000 Juden polnischer Herkunft in Deutschland betroffen.

1938
Die Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen wird aufgelöst. Das Gebiet Posen kommt zu Brandenburg. Die restlichen Gebiete werden den Nachbarnprovinzen Pommern und Schlesien zugeordnet.

29.9.1938
Münchner Abkommen
Am 29. September 1938 unterzeichneten die Premierminister von Großbritannien und Frankreich unter Vermittlung Mussolinis in München das Münchner Abkommen mit Hitler, in dem sie der Abtretung jener Gebiete der Tschechoslowakei, die vorwiegend von Sudetendeutschen bewohnt waren, an das Deutsche Reich. Im Gegenzug garantierten England und Frankreich den Bestand des tschechoslowakischen Reststaats.
Im Rahmen des Münchner Abkommens wird das Teschener Land von Polen annektiert.

9.11. - 10.11.1938
Die "Reichsprogromnacht" 1938
In der Nacht vom 9. zum 10. November wurden im gesamten Deutschen Reich fast alle Synagogen in Brand gesteckt und ausgeraubt. Zirka 7.000 jüdische Geschäfte und Einrichtungen wurden vollständig demoliert und ausgeplündert.

2.7.1939
Auf dem Flugplatz Rechlin in Brandenburg wird in Anwesenheit Hitlers und Görings das erste Raketenflugzeug der Welt, die "He 178", erfolgreich getestet.

August/September 1939
Der sogenannte Hitler-Stalin-Pakt wird ausgehandelt und unterschrieben. Damit wird Polen unter dem Deutschen Reich und der Sowjetunion aufgeteilt. Polen sollte als eigenständiger Staat nicht mehr existieren. Nach der Unterzeichnung des Paktes bringt Stalin spontan einen Trinkspruch aus: "Ich weiß, wie sehr das deutsche Volk seinen Führer liebt, ich möchte deshalb auf seine Gesundheit trinken.". Der sowjetische Außenminister Molotow bezeichnete Polen "als Missgeburt des Versailler Vertrages" in Prawda vom 1. September 1939.

1.9.1939
Beginn des 2. Weltkrieges durch Deutschland am 1.9.1939. Am 3.9.1939 erklären Frankreich und Großbritanien den Krieg gegen das Deutsche Reich. Der 2. Weltkrieg forderte das Leben von 27 Millionen Soldaten und 25 Millionen Zivilpersonen; 3 Millionen Menschen blieben vermißt.

17.9.1939
Agressionspolitik der UdSSR gegenüber ihren Nachbarstaaten.
  • 1937/1938 werden in der Ukrainischen Stadt Winnyzja durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD zirka 9.500 Menschen erschossen.
  • Sowjetische Truppen marschieren, wie im Hitler-Stalin-Pakt vereinbart, am 17.September in Ostpolen ein. (Die Sowjetunion und Polen hatten einen Nichtangriffsvertrag abgeschlossen, 230.000 polnische Soldaten werden inhaftiert, im Juni 1941 leben noch etwa 82.000 Soldaten). Aus Polen werden nach russichen Angaben 381.000 Menschen und nach polnischen Angaben 1.000.000 Menschen verschleppt. Beim deutschen Angriff auf die Sowjetunion wurden in den sowjetischen lagern zwischen 20.000-30.000 polnische Gefangene auf Befehl von Berija hingerichtet.
  • Am 28. September unterzeichnen Deutschland und die UdSSR einen Grenz- und Freundschaftsvertrag. (Darin wurde die Interessengrenze neu festgelegt, nunmehr entlang der Flüsse Pissa, Narew, Bug und San.)
  • Die unabhängigen Staaten Estland, Litauen und Lettland wurden gezwungen, militärische Stütztpunkte an die UdSSR abzutreten.
  • im Dezember 1939 wird die UdSSR durch den Völkerbund als Agressor verurteilt und aus dem Völkerbund "herausgeworfen".
  • Massive Drohungen der UdSSR gegen Finnland. Finnland soll Gebiete nördlich von Leningrad abtreten und einen militärischen Stützpunkt an der finnischen Küste zulassen.
  • Massaker von Katyn : Am 5. März 1940 unterzeichneten die Mitglieder des Politbüros der KPdSU – Stalin, Molotow, Kaganowitsch, Woroschilow, Mikojan, Beria und Kalinin – den Befehl zur Exekution von "Nationalisten und konterrevolutionären Aktivisten" in den besetzten Gebieten. Diese weite Definition ermöglichte es, neben Offizieren, Soldaten und Reservisten auch zirka 10.000 polnische Intelektuelle und Polizisten zu töten. Vom 3. April bis zum 19. Mai 1940 ermordete das NKWD die polnischen Gefangenen.
  • Einmarsch von sowjetischen Truppen in Finnland ohne Kriegserklärung am 30.11.1939. Der Finnisch-Sowjetische Winterkrieg endete mit dem Frieden von Moskau am 12.3.1940. Rund 45.000 Finnen werden nach Sibirien verbannt, danach 70.000 Karatschaier und 90.000 Kalmücken.
  • Im Juni 1940 wurden die unabhängigen Staaten des Baltikums von der sowjetischen Armee besetzt und nach einer Scheinabstimmung in die UdSSR eingegliedert. Aus Estland werden 60.000, aus Litauen 40.000 und aus Lettland 34.000 Menschen vom NKWD verschleppt.
  • Forderung der Abtretung von Bessarabien und der Bukowina. Im Juli 1940 tritt Rumänien diese Gebiete an die UdSSR ab.
  • Japan und die Sowjetunion vereinbaren am 15. September 1941 einen Waffenstillstand. Unterzeichnung eines Nichtangriffspakt mit Japan.
ab Dezember 1939 - 1941
Aus den neugebildeten Gauen - Danzig-Westpreußen und Wartheland - werden polnische Bürger in das sogenannte Generalgouvernement deportiert. Die freiwerdende Höfe werden mit Deutschen aus dem Baltikum und Wolhynien besetzt. 650.000 Polen verlieren dadurch ihre Heimat und werden verfolgt. Diese menschenverachtene Politik wird sich 1945 wiederholen. 12 Millionen Deutsche werden ihre Heimat in den deutschen Ostgebieten verlieren, 2 Millionen Polen müssen aus den polnischen Ostgebieten flüchten (Ukraine, Weissrussland, Litauen).

22.6.1940
Der Waffenstillstand von Compicgne besiegelt den deutschen Sieg über Frankreich.

4.6.1941
Am 4. Juni stirbt Wilhelm II. in Doorn (Holland), der letzte Kaiser Deutschlands. Auf Geheiß Hitlers wird er bei seinem Wohnsitz im Mausoleum Doorn mit militärischen Ehren beigesetzt.

14.8.1941
Atlantik Charta 1941:
US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der britische Premier Winston Churchill vereinbaren die Grundsätze ihrer Kriegs- und Nachkriegspolitik. Die Atlantikcharta ist 1945 ein Grunddokument der UNO.
 
Ziele:
  • Verzicht auf Gebietsgewinne
  • Territoriale Veränderungen nur im Einverständnis mit den Betroffenen
  • Selbstbestimmungsrecht für alle Völker
  • Beteiligung sämtlicher Staaten am Welthandel
  • Internationale Zusammenarbeit
  • Freiheit von Furcht und Not
  • Freiheit der Meere
  • Verzicht auf Waffengewalt
22.6.1941
Deutsche Truppen marschieren in die Sowjetunion ein. Deutschland, Italien, Slowakei, Rumänien, Finnland, Ungarn und Albanien erklären der UdSSR den Krieg.
Der Oberste Sowjet erläßt am 28. August 1941 ein Dekret, indessen Folge werden 700.000 Wolgadeutschen nach Sibirien und Zentralasien deportiert. Ein Jahr später wurden alle arbeitsfähigen Russlanddeutsche in Arbeitslager gesperrt (Männer ab 15 Jahre und Frauen ab 16 Jahre wurden dort eingesperrt).

1942
Die Errichtung eines Mädchen-Konzentrationslager wird vom Reichskriminalpolizeiamt angeordnet. In der Nähe des Konzentrationslager Ravensbrück wird das sogenannte "Jugendschutzlager Uckermark" errichtet. Dieses lager ist speziell für minderjährige weibliche Gefangene vorgesehen. In dem Lager werden ca. 1.200 Mädchen und junge Frauen inhaftiert. Im Januar 1945 wird das Lager geräumt und Mädchen und jungen Frauen in das KZ Ravensbrück überstellt.

20.1.1942
Auf der Konferenz am Berliner Wannsee erörtern NS-Politiker unter dem Vorsitz von Reinhard Heydrich die sogenannte "Endlösung der Judenfrage", die Vernichtung des jüdischen Volkes in Europa.

14.2.1942
Mit dem Erlass "Area Bombing Directive" geht die Royal Air Force zum Flächenbomben gegen deutsche Städte über. Weitere Informationen unter: GEO.de - Terror gegen den Terror ?
"Es ist klar, dass die Zielpunkte Siedlungsgebiete sein sollen und beispielsweise nicht Werften oder Luftfahrtindustrien. Das muss ganz deutlich gemacht werden."

16.12.1942
Der sogenannte "Auschwitzerlass" gegen Sinti und Roma. Heinrich Himmler, Reichsführer SS, ordnete am 16. Dezember 1942 die Deportation aller im Deutschen Reich noch lebenden 13.000 Frauen, Männer und Kinder des Volkes der Sinti und Roma nach Auschwitz-Birkenau an.

14.-26.1.1943
Die Konferenz von Casablanca. Treffen von USA Präsident Franklin D. Roosevelt mit dem britischen Winston Churchill. Es wurde vereinbart, den Kampf solange durchzuführen, bis die sogenannten Achsenmächte (Deutschland, Italien und Japan) bedingungslos kapitulieren. Stalin konnte wegen der Kriegslage nicht an der Konferenz teilnehmen.

18.2.1943
NS-Propagandaminister Joseph Goebbels fordert im Berliner Sportpalast vom deutschen Volk den "totalen Krieg".

19.-30.10.1943
Moskauer Außenministerkonferenz, Teilnehmer : Molotow (UdSSR), Eden (Großbritanien) und Hull (USA). Beschlüsse über die Wiederherstellung Österreichs in den Grenzen von 1937 und die Abtrennung Ostpreußens von Deutschland wurden gefasst.

28.11.-1.12.1943
Konferenz von Teheran, Teilnehmer : Roosevelt (USA), Churchill (Großbritanien) und Stalin (UdSSR). Sie diskutierten über :
  • den künftiger Umfang von Polen
  • Curzon-Linie als Ostgrenze Polens
    (Die Curzon-Linie (benannt nach dem ehemaligen britischen Außenminister Lord Curzon) bildet heute die Ostgrenze Polens. Sie war bereits nach dem Ersten Weltkrieg als polnisch-sowjetische Grenze vorgeschlagen worden, bevor es dem polnischen Staat unter Jozef Pilsudski gelang, weite Gebiete von der Sowjetunion zu erobern. Die Curzon-Linie verläuft in etwa vom Südende des Wystiter Sees nach Südosten, dann kurz vor Hrodna (Grodno) nach Süden, verläuft am Fluss Bug entlang und knickt schließlich nach Südwesten ab, bis die Tatra nahe des Duklapasses erreicht wird. Verbunden damit war die Vertreibung von 1.000.000 Millionen Polen aus den polnischen Ostgebieten nach 1945.)
    siehe auch Landkarte : Curzon Linie
  • Abtretung deutscher Ostgebiete an Polen als Kompensation
  • Anerkennung der Ansprüche der UdSSR auf Königsberg
die Nachkriegspolitik und die Aufteilung Deutschlands unter den Siegermächten.

12.9.1944
In London wird das Protokoll über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von Groß-Berlin unterzeichnet.

25.9.1944
Ein sogenannter "Führererlass" von Adolf Hitler formulierte die Bildung des Volkssturms. Alle 16-60 jährigen Männer sollen den Volkssturm bilden zur Reichsverteidigung.

31.01.1945
Am 31.01.1945 steht die Rote Armee an der Oder - in Kienitz wird der erste Brückenkopf gebildet.

4.- 11.2.1945
Konferenz von Jalta. Die Alliierten legten die allgemeinen Kapitulationsbedingungen für Deutschland fest. Zitat : "Wir haben die militärischen Pläne der drei Alliierten Mächte für die endgültige Niederwerfung des gemeinsamen Feindes erwogen und festgesetzt. Zeitliche Folge, Umfang und Koordinierung von führenden Schlägen sind in vollem Einvernehmen beschlossen und in allen Einzelheiten geplant worden."
Churchill setze durch, daß das Deutsche Reich unter Beteiligung Frankreichs besetzt und der gemeinsamen Verwaltung der Siegermächte unterstellt wurde. (4 Besatzungszonen)
Anerkennung der Curzon-Linie, damit wurde das östliche Polen der Sowjetunion zugesprochen. Zum Ausgleich sollte Polen mit deutschem Gebiet bis zur Oder-Neisse-Linie entschädigt werden.

April 1945
Im Rahmen der Aktion "Bernadotte" konnten rund 7.500 Frauen des KZ Ravensbrück mit Bussen und Zügen in die Schweiz und nach Schweden gebracht werden.

14.4.1945
Die Zerstörung der Potsdamer Innenstadt am 14. April 1945 durch die Alliierten. Was die anglo-amerikanischen Bomber nicht trafen, wurde durch den massiven Artilleriebeschuß Potsdams durch die Rote Armee am 25. April 1945 zerstört.

16.4.-18.4.1945
Vom 16. bis 18. April 1945 tobte um die Seelower Höhen die entscheidende und zugleich blutigste Schlacht des Zweiten Weltkrieges. Etwa 70 Kilometer von Berlin entfernt an der Oder gelang es der Roten Armee, die letzte befestigte Stellung der Deutschen östlich der Reichshauptstadt zu zerschlagen und so die Voraussetzung für die Eroberung Berlins zu schaffen. Auf dem Schlachtfeld blieben 33.000 sowjetische Soldaten und polnische Soldaten sowie 12.000 deutsche Soldaten, Volkssturmangehörige und Hitlerjungen.

21.4.1945
33.000 Gefangene aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen werden auf "Todesmarsch" in Richtung Ostsee (Lübecker Bucht) geschickt. Die Gefangenen sollten auf Schiffen untergebracht werden, die dann mit den Häftlingen versenkt werden sollten. Nach knapp zwei Wochen, am 2. Mai 1945, erreicht der "Todesmarsch" Schwerin. Am 3. Mai sind die Bewachungsmannschaften der SS verschwunden. 6.000 Gefangene überleben diesen "Todesmarsch" nicht.

22.4.1945
Das Konzentrationslager Sachsenhausen wird durch sowjetischen Truppen befreit. 23.4.-2.5.1945
Zum Ende des zweiten Weltkrieges bildeten im Raum Halbe/Teupitz sowjetische Panzereinheiten einen Kessel um die Reste der geschlagenen 9. Armee des Generals Busse, einer Armee des letzten Aufgebotes von blutjungen Kerlen und militärischen Halbkrüppeln. General Busse lehnte auf Anraten General Wencks das Kapitulationsangebot der Sowjets ab. Die Wälder um Halbe, Teupitz und Märkisch Buchholz wurden zu einer Hölle der Vernichtung. Die falschen Versprechungen von General Busse und General Wenck brachten 60.000 Menschen, Militärs wie auch ganze Trecks flüchtender Zivilpersonen, den Tod, in einem Augenblick, in dem jeder Widerstand sinnlos und wahnsinnig war. 120.000 Mann der deutschen Armee gingen in Kriegsgefangenschaft. 20.000 Mann konnten aus dem Kessel ausbrechen und sich mit Armee von General Wenk vereinen. Dieser führte dann die Armee Wenck bis an die Elbe in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

25.4.-26.4.1945
Nach der Einnahme der Stadt Eberswalde durch die sowjetische Armee. Wurde die Stadt durch deutsche Bomber angegriffen und stark zerstört, 389 Häuser sind völlig zerstört, 106 Häuser erlitten schwere, über 1.500 Gebäude mittlere und geringere Schäden.

27.4.1945
Rund 10.000 Häftlinge des Konzentrationslager Ravenbrück werden in westlicher Richtung auf den "Todesmarsch" getrieben.

30.4.1945
Das Konzentrationslager Ravensbrück wird durch sowjetischen Truppen befreit.
Am 30.4. nahm Adolf Hitler sich zusammen mit seiner Frau Eva Braun im Führerbunker der Reichskanzlei in Berlin das Leben.

2.5.1945
Die Stadt Berlin kapituliert vor der Roten Armee. Bei den Bombenangriffen der Allierten auf Berlin starben mindestens 11.000 Menschen.

7.5.1945
Die bedingslose Kapitulation deutschen Wehrmacht wird am 7.5.1945 im Hauptquartier der Westalliierten in Reims unterzeichnet. Der Kapitulationsakt wird am 9. Mai um 0:16 Uhr in Berlin-Karlshorst gegenüber den sowjetischen Oberkommandierenden nochmals unterzeichnet. Zu dieser Zeit befanden sich zirka 3.100.000 Millionen deutsche Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangeschaft und zirka 7.700.000 Millionen in amerikanischer und englischer Kriegsgefangeschaft. Davon starben alleine in sowjetischer Kriegsgefangenschaft 1.100.000 Millionen und in amerikanischer und englischer Kriegsgefangeschaft 35.000 Soldaten. Die Soldaten werden hauptsächlich zu schwerer Zwangsarbeit eingesetzt.
Deutschland wird in mehrere Besatzungszonen geteilt. Am 9. Juni wurde die Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD) gebildet. Im Juni 1945 wurden die sogenannte antifaschistisch-demokratische Parteien und Gewerkschaften zu. Neben der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), die sich nun neu konstituierten, entstanden im Juni und Juli 1945 als neue Parteien die Christlich-Demokratische Union (CDU) und die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD). Alle Parteien wurden in eine antifaschistisch-demokratische Einheitsfront eingebunden.

5.6.1945
Übernahme der Macht in Deutschland durch den Allierten Kontrollrat. Deutschland wird in 4 Besatzungszonen aufgeteilt.

1945
11. Januar 1945 wird von Berija (Geheimdienstchef der UdSSR) ein streng geheimer Befehl "Zur Gewährleistung der Säuberung des Hinterlandes der Roten Armee von feindlichen Elementen" erlassen, darin ordnet er eine umfangreiche Verhaftungen in den deutschen Ostgebieten an.
Am 3. Februar erläßt das Staatliche Verteidigungskomitee der UdSSR den Beschluss Nummer 7467ss, in diesem wird heißt es : "Durch gnadenlose Liquidierung an Ort und Stelle ist schonungslos mit Personen abzurechnen, die terroristischer Diversionsakte überführt sind.". Und im NKWD-Befehl Nummer 0061 vom 6. Februar 1945 heißt es : "Mit Personen die überführt worden sind, Terror- und Diversionsakte verübt zu haben, ist hart abzurechnen, indem die Personen am Ort des verbrechens erbarmungslos liquidiert werden". Dies kann als direkter Aufruf zum wahllosen Töten der deutschen Zivilbevölkerung angesehen werden, damit wurde das Töten von Unschuldigen auch legalisiert.

Errichtung von Speziallagern der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) und des NKWD/MWD (Volkskommissariat für Innere Angelegenheit, ab 1946 Innenministerium) in der SBZ (Sowjetischen Besatzungszone). Diese Lager basierten auf Alliierten-Recht, nachdem in allen Besatzungszonen durch die Siegermächte Internierungslager errichtet werden durften, die für die "Aufbewahrung" von Personen gedacht waren, die den "Aufbau" der "neuen Gesellschaft" stören könnten, bzw. verbrechen begangen hatten.

Punkt 1 des NKWD-Befehls Nr. 00315 vom 18. April 1945 : (der Befehl blieb bis 1954 in Kraft)
Beim Vorrücken der Truppen der Roten Armee auf das vom Feind zu befreiende Territorium sind bei der Durchführung tschekistischer Maßnahmen zur Säuberung des Hinterlandes der kämpfenden Truppen der Roten Armee von feindlichen Elementen durch die Frontbevollmächtigten des NKWD zu inhaftieren:
  • Spionage-, Diversions - und terroristische Agenturen der deutschen Geheimdienste;
  • Angehörige aller Organisationen und Gruppen, die von der deutschen Führung und den Geheimdiensten des Gegners zu Diversionshandlungen im Hinterland der Roten Armee abgestellt wurden;
  • Betreiber illegaler Sendestationen, Waffenlager und Druckereien, wobei die für feindliche Handlungen bestimmte Ausrüstung zu beschlagnahmen ist;
  • aktive Mitglieder der nationalsozialistischen Parteien, Führer der faschistischen Jugendorganisationen auf Gebiets-, Stadt- und Kreisebene;
  • Angehörige der Gestapo, des SD, Justiz und Strafvollzug und anderer deutscher Terrororgane;
  • Leiter administrativer Organe auf Gebiets-, Stadt- und Kreisebene sowie Zeitungs- und Zeitschriftenredakteure und Autoren antisowjetischer Veröffentlichungen.
  • Angehörige der SS und SA.
Nach wahllosen Festnahmen der nachrückenden Truppen des NKWD wurden in den deutschen Ostgebieten östlich der Oder und Neiße zirka 235.000 Menschen (Zivilisten, keine Angehörigen von SA, SS, Wehrmacht) in Durchgangslager inhaftiert. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Frauen, Kinder und ältere Menschen. Durch den Tod vieler Kriegsgefangener in der sowjetischen Lagern, sollte diese Gefangenen die verstorbenen Kriegsgefangene in der Sowjetunion ersetzen (von den 235.000 Inhaftierten kamen 163.000 als Zwangsarbeiter in die UdSSR). Von den Zwangsdeportierten werden bis 1946 zirka 40.000 Menschen wegen Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit wieder nach Deutschland zurückgeführt. 67.000 Zwangsdeportierte starben nach sowjetischen Angaben in den sowjetischen Arbeitslagern.

Speziallager :
  • Mühlberg/Elbe - ehemaliges Kriegsgefangenlager Stalag IV B (Speziallager Nr. 1 des NKWD - September 1945 bis Oktober 1948),
  • Buchenwald bei Weimar - ehemaliges KZ Buchenwald (Speziallager Nr. 2 des NKWD - bis Februar 1950),
  • Berlin-Hohenschönhausen (Speziallager Nr. 3 des NKWD - Mai 1945 bis Oktober 1948) - Totenbuch des Speziallager Nr. 3 des NKWD,
  • Bautzen - ehemalige Landesstrafanstalt "Gelbes Elend" (Speziallager Nr. 4 des NKWD - bis Februar 1950),
  • Fürstenwalde/Ketschendorf (Speziallager Nr. 5 des NKWD - April 1945 bis 1947),
  • Jamlitz/Lieberose - ehemaliges Außenlager KZ Sachsenhausen (Speziallager Nr. 6 des NKWD - September 1945 bis April 1947),
  • Sachsenhausen - ehemaliges KZ Sachsenhausen (Speziallager Nr.7 des NKWD - August 1945 bis März 1950),
  • Torgau (Fort Zinna) - ehemalige Militärstrafanstalt und (Speziallager Nr. 8 des NKWD - August 1945 bis März 1947),
  • Neubrandenburg/Fünfeichen - ehemaliges Kriegsgefangenenlager Stalag II der Wehrmacht (Speziallager Nr. 9 des NKWD - April 1945 bis Oktober 1948),
  • Torgau (Seydlitz-Kaserne) - speziell für sowjetische Staatsangehörige (Speziallager Nr. 10 des NKWD - Mai 1946 bis Oktober 1948),
  • Frankfurt/Oder - Internierungslager in der Dammvorstadt (heute Slubice - Siedlung an der Wachsbleiche - Zeitraum Mai-September 1945 - dann "Todesmarsch" nach Jamlitz/Lieberose) (Mai 1945 bis September 1947).
  • Weesow bei Werneuchen - im Mai 1945 richtete die sowjetische Geheimpolizei in sechs eiligst mit Drahtzäunen umschlossenen Bauernhöfen des kleinen Dorfes Weesow unter primitivsten Umständen ein Durchgangslager für politische Häftlinge ein. (Mai 1945 bis August 1945)
  • Frankfurt an der Oder - Lager 69 - in der sogenannten Horn-Kaserne und einem angrenzenden, ehemaligen Barackenlager der Wehrmacht. Wegen seiner verkehrsgünstigen Lage an der Bahnstrecke Berlin - Moskau kamen fast alle deutschen Kriegsgefangenen und Zivilinternierte und Speziallagerhäftlinge, die in die Sowjetunion deportiert bzw. aus der Sowjetunion zurückkamen durch das Lager.
Nach sowjetischen Angaben wurden in den Speziallagern 122.671 Deutsche interniert. Nach deutschen Schätzungen lag die Anzahl der Lagerinsassen bei 176.000 Deutschen und noch 235.000 Deutsche aus den Ostgebieten und 110.000 sogenannte "Volksdeutsche". In den Speziallagern starben 42.889 Häftlinge und an 756 Häftlingen wurde die Todesstrafe vollstreckt.
Wahllos wurden in den betzten deutschen Gebieten Zivilisten verhaftet, meistens Frauen und Kinder, und Deportation in die Sowjetunion. Stalin hatte auf der Konferenz von Jalta das Zugeständnis der Westmächte erhalten, Arbeitskräfte in Deutschland zum Wiederaufbau der Sowjetunion "zu rekrutieren".

April - August 1945
Zirka 1.000.000 Deutsche kehren zurück in ihre Heimatgebiete. Damit befinden sich zirka 5.000.000 Deutsche unter polnischer Verwaltung. Im April 1945 beginnt die sogenannte "wilde" Vertreibung der Deutschen mit Raub, Plünderungen, Vergewaltigungen und Mordtaten wurden 300.000 Deutsche aus der Oder-Neiße Region, 800.000 Deutsche aus dem Sudentenland und 253.000 Deutsche aus Ungarn gezwungen ihre Heimat zu verlassen. Auf der Potsdamer Konferenz (Artikel XIII) wurde dann die "ordnungsgemäße und humanitäre" Überführung der deutschen Bevölkerungsteile aus Polen, Tschechien und Ungarn beschlossen ?!
Vertreibung nach 1945

Vertreibung der Deutschen

Freilassung der Kriegsgefangenen :
  • Im Frühjahr 1945 kommen Hunderttausende deutsche Kriegsgefangene nach Deutschland zurück. Es handelt sich dabei um hauptsächlich um kranke und invalide Kriegsgefangene.
  • Im Juni 1945 werden 225.000 kranke und invalide Kriegsgefangene freigelassen.
  • Im August 1945 nochmals 400.000 kranke und invalide Kriegsgefangene nach Deutschland freigelassen.
  • Rund 2.600.000 Millionen russische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter werden in ihre Heimat zurückgeführt. In der UdSSR werden viele von ihnen wegen "angeblicher Feigheit vor dem Feind" zur Zwangsarbeit und Verbannung nach Sibirien verurteilt.
  • Juni 1946 kommen über 140.000 kranke Kriegsgefangene frei.
  • Mai 1947 werden 100.000 Kriegsgefangene nach Deutschland entlassen
  • 1948 werden 660.000 Kriegsgefangene nach Deutschland entlassen
  • Im Januar 1949 werden 370.000 Kriegsgefangene, nach Druck der westlichen Alliierten, nach Deutschland freigelassen
  • November/Dezember 1949 werden über 13.000 deutsche Kriegsgefangene freigelassen. Nach Angaben der UdSSR sind nur noch 14.000 deutsche Kriegsgefangene in der UdSSR
  • Herbst 1952, es werden 12.000 Kriegsgefange entlasssen.
  • September 1955, Konrad Adenauer kann die letzten 10.000 deutschen Kriegsgefangenen aus der UdSSR freibekommen, diese treffen Anfang 1956 in Deutschland ein. (nicht wundern: 1949 noch 14.000 deutsche Kriegsgefangene, 1952 12.000 davon entlassen, 1956 10.000 nochmals entlassen - das ist politische Mathematik auf dem Rücken der Menschen)
30. April 1945
Die Gruppe um Walter Ulbricht und weitere KPD-Funktionäre treffen aus Moskau in Deutschland (Frankfurt/Oder) ein. Im Gründungsaufruf der KPD vom Juni 1945 wird "eine parlamentarische-demokratische Republik mit allen demokratischen Rechten und Freiheiten" angestrebt.

ab Mai 1945
Der Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD), der SMERSCH (militärischer Abwehrdienst) und das Volkskommissariat für Staatssicherheit (NKGB) werden in der Sowjetischen Besatzungszone aktiv. Das Personal von Gestapo, Polizei, des Sicherheitsdienstes (SD), der Gefängnisse und der Dienststellen der NSDAP müssen sich registrieren lassen. Im Laufe des Jahres 1945 wurden vom NKWD in Deutschland rund 58.000 Deutsche verhaftet. Im Sommer 1945 werden zahlreiche Jugendliche, wegen des sogannten "Werwolfs", verhaftet (bis 1946 zirka 10.000 Jugendliche). Ende 1945 befanden sich in der Sowjetischen Besatzungszone 75.000 Menschen in Haft (nur 1.500 Menschen wurden angeklagt und verurteilt). 1946 kamen nochmals 4.500 Deutsche in sowjetische Haft. Auf dem Boden der Sowjetischen Besatzungszone entstehen sogenante innere Gefängnisse des NKWD:
  • Schwerin, im Gerichtsgefängnis Demmlerplatz
  • Waren, in der Kietzstraße 10
  • Rostock
  • Greifswald, in der Domstraße
  • Potsdam, Gerichtsgebäude in der Lindenstraße 54-55
  • Brandenburg/Havel, in den Kellerräumen der Villa in der Neuendorfer Straße 89
  • Brandenburg/Havel, Trakte 2 und 3 des Zuchthaus
  • Eberswalde
  • Cottbus, im Polizeigefängnis in der Mauerstraße
  • Frankfurt/Oder
  • Alt-Strelitz, in der Wilhelm-Stolte-Straße 1
  • Halle, im Zuchthaus "Roter Ochse"
  • Magdeburg, Vollzugsanstalt in Magdeburg-Sudenburg
  • Dessau, im Gerichtsgefängnis
  • Torgau, im Gerichtsgefängnis
  • Weimar, im Gerichtsgefängnis
  • Dresden, Heidehof in der Bautzener Straße
  • Dresden, im Landgericht am Münchener Platz
  • Leipzig
  • Zwickau
  • Chemnitz
  • Bautzen
  • Berlin, Hohenschönhausen, zentrale Untersuchungshaftanstalt des NKGB
  • Berlin, Lichtenberg, Gefängnis und Hinrichtungsstätte bis 1947, in der Nähe des ehemaligen Zentrale der Staatssicherheit
  • Berlin, Karlshorst im SMAD-Zentrale
  • Potsdam, Pfarrhaus in der Leistikowstraße 1, Gefängnis des SMERSCH

10. Juni 1945
SMAD-Befehl Nr.1 zur Bildung sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD, ab 10.1949 sowjet. Kontrollkommission SKK), Marschall Georgi Shukow wird Oberkommandierender der sowjetischen Besatzungstruppen und SMAD-Vorsitzender.

11. Juni 1945
SMAD-Befehl Nr.2, zur Zulassung antifaschistischer Parteien und Gewerkschaften, "... die Schaffung und Tätigkeit aller antifaschistischen Parteien zu erlauben, die sich die endgültige Ausrottung der Reste des Faschismus und die Festigung der demokratischen Grundlagen und bürgerlichen Freiheiten in Deutschland zum Ziel setzen". Es werden die KPD, SPD, CDU und die LDP (Liberal-Demokratische Partei) zugelassen. 1948 werden dann noch auf Betreiben der SED die NDPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands), und die DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands) gegründet.

Juli 1945
Carl Steinhoff - Bild von www.wilhelmshorst-online.de Carl Steinhoff Aus den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt/Oder wird die Provinzialverwaltung "Mark Brandenburg" mit Sitz in Potsdam gebildet. Brandenburg erhielt eine Verfassung, nach der ein Landtag gewählt wurde. Erster Präsident in der Provinz Mark Brandenburg wird Dr. Carl Steinhoff (SPD, ab 22.4.1946 SED). Ab dem 20. Dezember 1946 wird Dr. Carl Steinhoff Ministerpräsident.

Carl Steinhoff geboren am 24.11.1892 in Herford/Westfalen
Studium der Rechtswissenschaften in Marburg, Heidelberg und München
1922 Mitglied der SPD
1930 Vizepräsident im Königsberger Oberpräsidium
1933 Entlassung aus dem Beamtendienst durch Hermann Göring
1945 Erster Präsident der Provinz Mark Brandenburg bis 1946
bis 1949 Ministerpräsident des Landes Brandenburg
1949 Erster Innenminister der DDR
1952 aus "gesundheitlichen Gründen" in den vorzeitigen Ruhestand versetzt
19.07.1981 stirbt Dr. Carl Steinhoff in Berlin

17.7.-2.8.1945
Potsdamer Konferenz der drei Siegermächte im Schloß Cecilienhof. In der Abschlußerklärung, die als Potsdamer Abkommen in die Geschichte einging, wurden unter anderem festgelegt: völlige Abrüstung und Entmilitarisierung Deutschlands, Auflösung der NSDAP, Verbot jeder nazistischen Betätigung und Propaganda, Annullierung aller nazistischen Gesetze. Unter anderem wird die Westgrenze Polens besprochen und die Ausweisung der Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten.
Von den 16,558 Millionen deutscher Ostbevölkerung, die bei Kriegsende noch in den Oder-Neiße-Gebieten (9,575 Millionen), der Tschechoslowakei (3,477 Millionen), den Baltischen Staaten (250.000), Danzig (380.000), Polen (1,371 Millionen), Ungarn (623.000), Jugoslawien (537.000) und Rumänien (786.000) lebten, kamen in wenigen Monaten nach Kriegsende insgesamt 11,73 Millionen durch Flucht und Vertreibung in den Westen. 2,111 Millionen Menschen kamen dabei ums Leben, während 2,645 Millionen in ihrer Heimat verblieben. (Bei der Vertreibung starben in den einzelnen Gebieten : Ostpreußen 511.000 , Ostpommern 498.000 , Neumark - Ostbrandenburg 209.000 , Schlesien 389.000, Danzig 106.000, Polen 293.000 (Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Ostbrandenburg, Danzig, Polen - Grundlage der Vertreibung waren die Bierut-Dekrete) , Baltikum und Memeland 66.000 , CSR 238.000 (Benesch-Dekrete (von den Benesch-Dekreten waren auch die Ungarn betroffen.) ) , Ungarn 53.000 , Rumänien 102.000 ( Geschichte der Deutschen in Rumänien), Jugoslawien 175.000 ( AVNOJ-Dekrete).

Einrichtung eines Rates der Außenminister, an dem auch Frankreich und China teilnahmen. Dieses Gremium sollte Friedensverträge für Deutschland, Italien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Finnland erarbeiten.
Die Provinz Brandenburg verliert nach den Beschlüssen fast 1/3 seiner Fläche, Ostbrandenburg kommt unter polnische Verwaltung. 700.000 Flüchtlinge kommen nach Brandenburg.
Brandenburg nach 1945

2.9.1945
Am 2.9.1945 werden in der Sowjetischen Besatzungszone mehr als 11.000 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 2,5 Millionen Hektar Land enteignet und zum Volkseigentum erklärt. Neusiedler erhalten aus den enteigneten Flächen im Losverfahren zirka sieben Hektar Nutzfläche zugeteilt. Ab 1952 müssen die Siedler ihr Land in große Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) einbringen. Infolge der Zwangskollektivierung verläßt fast jeder Zehnte das Land.

1.12.1945
Bei der Volkszählung in der Sowjetischen Besatzungszone werden 16.194.626 Personen gezählt.

7.3.1946
Die Freien Deutschen Jugend (FDJ) wird in Berlin unter Vorsitz Erich Honeckers gegründet.

ab April 1946
Infolge der Reperationsleistungen an die Besatzungs- und Siegermacht Sowjetunion werden ganze Fabriken und Produktionsstätten ab April 1946 abgebaut und in die Sowjetunion gebracht (Maschinenfabriken in Wildau und Babelsberg, das Stahlwerk Brandenburg usw.). Deutsche Kriegsgefangen in der UdSSR dürfen erstmals eine Postkarte mit 25 Wörtern in die Heimat schicken.

21.4.1946
Im April 1946 vereinigte sich die KPD, unterstützt von der SMAD (Sowjetische Militär Administration in Deutschland), gegen den Widerstand großer Teile der SPD-Basis, mit der SPD in der Sowjetzone zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

20.6.1946
Währungsreform in den Westzonen, am 23.06. ordnet die SMAD die Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone und Berlin an. (einschließlich der Westzonen)

1.10.1946
Urteilsverkündigung im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess.

20.10.1946
Erste Wahlen zu den Land- und Kreistagen in Brandenburg nach dem Krieg (91,5 Prozent Wahlbeteiligung). Die SED erreicht 43,9 Prozent der Stimmen. Im Landtag sind vertreten : SED (43,9 Prozent) 44 Abgeordnete, CDU (30,6 Prozent) 31 Abgeordente, LDPD (20,6 Prozent) 20 Abgeordnete und die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (4,9 Prozent) 5 Abgeordnete

21.10.1946
Deportation von deutschen Fachkräften in die Sowjetunion.

28.11.1946
Die neugegründete Volkspolizei beginnt mit der Bewachung der Grenzen des sowjetischen Sektors in Berlin und der sowjetischen Besatzungszone.

28.11.1946
Bildung der Bizone aus der britischen und amerikanischen Besatzzungszone.

15.1.1947
Ende der Industriedemontagen in der SBZ.

25.2.1947
Der Alliierte Kontrollrat beschließt am 25.2. mit der Anweisung Nr. 47 die Liquidierung des preußischen Staatswesens. ("Träger des Militarismus und der Reaktion")
Brandenburg erhält eine Verfassung, nach der ein Landtag gewählt wurde. Nach der Auflösung Preußens durch Gesetz des Allierten Kontrollrats (25.2.1947) wurden die Regierungs-Bezirke aufgehoben, und die Provinz erhielt am 24.7.1947 die Bezeichnung "Land".
In den neuen Ländern der Sowjetischen Besatzungszone werden sowjetische Militärgerichte gebildet (Berlin, Dresden, Halle, Potsdam, Schwerin und Weimar). 1955 fand der letzte Prozess vor einem sowjetischen Militärgerichte statt.

März 1947
Hochwasserkatastrophe an der Oder. Bei Reitwein bricht der Deich auf einer Länge von 1.000 Meter nach starkem Eisgang. Der gesamte Oderbruch wird von der Hochwasserkatastrophe betroffen.

April 1947
Auf der Moskauer Außenministerkonferenz beschlossen die die Allierten, dass die Repatriierung bis Ende 1948 abzuschließen ist.

21.7.1947
Die ehemaligen preußischen Provinzen Brandenburg und Sachsen-Anhalt erhalten den Länderstatus.

27.2.1948
Im Befehl Nummer 38 des SMAD wird die Beendigung der Entnazifizierung in der SBZ verkündet.

23.6.1948
In der sowjetischen Besatzungszone und im sowjetischen Sektor von Berlin wird die Währungsreform durchgeführt. Umstellung der alten Reichsmark auf Deutsche Mark der Deutschen Notenbank. (in den Westmächten am 20.6. auf D-Mark)

24.6.1948
Nach der Einführung der Westmark in Westberlin, sperren die sowjetischen Truppen die Gas- und Stromzufuhr nach Westberlin. Die Westmächte errichten am 26.6.1948 die Luftbrücke zur Versorgung von Westberlin. Erst am 12.5.1949 wird die Blockade aufgehoben.

30.11.1948
Spaltung des Berliner Magistrats. In Ost-Berlin wird eine eigene Stadtverwaltung eingerichtet. Das Schöneberger Rathaus wird Amtssitz des West-Berliner Magistrats.

8.4.1949
Bildung der Trizone aus der Bizone (britische und amerikanische BZ) und der französischen Besatzungszone.

September 1949
Brief der SED-Führung an Stalin, darin setzt sich die SED-Führung dafür ein, alle deutschen Kriegsgefangenen in der UdSSR zu entlassen. Moskau sichert der SED-Führung zu alle deutschen Kriegsgefangenen bis zum 1.1.1950 zu entlassen. 7.10.1949
Am 7. Oktober 1949 wird die Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gegründet. Der Gründung der DDR folgte am 10. Oktober 1949 die Übergabe aller Verwaltungsfunktionen von der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) an die "provisorische" Regierung in Berlin- Karlshorst durch Tschuikow. Brandenburg wird ein Land der Deutschen Demokratischen Republik. Die Wiederherstellung der Deutschen Einheit gilt weiterhin noch als Ziel.

5.12.1949
Neuer Ministerpräsident im Land Brandenburg wird Rudi Jahn (SED).

8.2.1950
Errichtung des Ministeriums für Staatssicherheit aus der Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft in der DDR. Der Sprachgebrauch der SED, der das MfS als "Schild und Schwert der Partei" bezeichnete, beschreibt die ihm zugedachte Funktion im politisch-ideologischen System der DDR.

16.2.1950
Die sowjetischen Speziallager auf dem Boden der DDR werden aufgelöst. 11.000 Gefangene blieben in Haft und werden in DDR-Gefängnisse verlegt. 3.500 von ihnen kamen in die Strafanstalt Waldheim. Da der größte Teil der Gefangenen von den Sowjetischen Organen noch nicht verurteilt wurden, wurden vom 26.4.1950 bis 14.6.1950 zirka 2.000 Häftlinge zu lange Haftstrafen (zu 15 bis 25 Jahren) verurteilt und 25 Häftlinge hingerichtet. Die Urteile von Waldheim wurden 1991 durch das Bezirksgericht Dresden wegen gravierender Verfahrensmängel als nichtig erklärt.

6.6.1950
Die Volksrepublik Polen und die DDR erklären die Oder-Neiße-Linie zur endgültigen deutsch-polnischen Grenze.

7.9.1950
Beginn der Sprengung des Berliner Stadtschlosses. Zalreiche Persönlichkeiten aus Ost und West setzten sich für den Wiederaufbau des Stadtschlosses ein. Die frühere Residenz der Hohenzollern, das bedeutendste Baudenkmal in der Stadt, weicht einen Aufmarschplatz der DDR-Regierung.

6.7.1950
Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze im Görlitzer Vetrag durch die DDR.

7.9.1950
Beginn des Abrisses des Berliner Stadtschlosses.

1951/52
Die Westmächte (USA, Großbritanien und Frankreich) beenden formell den Kriegszustand mit Deutschland.

10.3. und 9.4.1952
Die sogenannten Stalin-Noten. In der 1. Stalin-Note werden ein Friedensvertag und ein neutrales Deutschland vorgeschlagen. Die Westmächte lehnen Verhandlungen mit der Forderung nach freien Wahlen ab. In der 2. Stalin-Note erklärt sich die UdSSR bereit zu freien gesamtdeutschen Wahlen, aber nicht unter UN-Kontrolle, sondern unter der Kontrolle der 4 Siegermächte. Sie Westmächte lehnen dies ab mit der Begründung ab, erst nach einer freien Wahl und der Bildung einer deutschen Regierung sind Friedensverhandlungen möglich.

1952
Abkehr von der Deutschen Einheit, Walter Ulbricht verkündet den Aufbau eines sozialistischen Staates in der DDR. 23. Juli verabschiedete die Volkskammer das "Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Strukturen in den Ländern der DDR". Mit diesem Gesetz wurde der Brandenburger Landtag aufgefordert, sich selbst abzuwickeln. Am 23. Juli 1952 behandelte der Landtag Brandenburg das Gesetz und nahm es einstimmig an. Das Land Brandenburg wurde auf vier Bezirke (Cottbus, Frankfurt (Oder), Potsdam, Neubrandenburg) aufgeteilt. Die Bezirke Schwerin, Magdeburg und Neubrandenburg erhielten mit der Westprignitz Perleberg, Wittenberge, Lenzen), Havelberg und den Kreisen Prenzlau sowie Templin märkisches Land.
Die "erste sozialistische Stadt auf deutschen Boden" wird errichtet. In der Nähe von Fürstenberg an der Oder entsteht die Stadt Stalinstadt (später Eisenhüttenstadt).
3.000 Tote des sowjetischen Speziallagers Ketschendorf werden durch die DDR auf dem Soldatenfriedhof in Halbe als Unbekannte Tote in einem Massengrab umgebettet.

17.6.1953
Volksaufstand in der DDR. Weiterführende Informationen zum Volksauftand in der DDR finden Sie auf den Seiten der Konrad-Adenauer-Stiftung.

25.1.1954
Viererkonferenz der Siegermächte in Berlin endet am 18.2.1954 ohne Ergebnisse. (Themen : Deutschlandfrage, Triest und österreichischer Staatsvertrag)

25.1.1955
Die UdSSR erklärt den Kriegszustand mit Deutschland als beendet.

9.5.1955
Die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied der NATO. Am 14.5.1955 unterzeichnet die DDR den Warschauer Vertrag, und wird somit Mitglied des Warschauer Paktes.

1.8.1956
Mit der Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) am 1.3.1956, werden auf dem Territorium des ehemaligen Landes Brandenburg militärische Einrichtungen errichtet. Strausberg wird zur "militärischen Hauptstadt" der NVA. 130.000 sowjetische Soldaten sind auf dem Territorium des Landes Brandenburg stationiert. (Vogelsang und Wünsdorf waren verbotene Städte) Erst 1990 werden die letzten Soldaten der Besatzungs- und Siegermacht Sowjetunion das Territorium des Landes Brandenburg verlassen.

1959
Abriss des Potsdamer Stadtschlosses.

13.8.1961
Bau der Mauer in Berlin, die gesamte Grenze der DDR zur BRD wird abgeriegelt.

24.1.1962
In der DDR wird die allgemeine Wehrpflicht eingeführt.

20.2.1967
Das Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR löst die gemeinsame deutsche Staatsbürgerschaft ab. 1975 erkennt Österreich im Konsularvertrag als erster westlicher Staat die Staatsbürgerschaft der DDR an.

1968
Sprengung der Reste der Potsdamer Garnisionskirche. Die Kirche wurde aus ideologischen Gründen von der DDR abgerissen (siehe : 1933 Tag von Potsdam).

21.12.1972
Vertrag über die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (Grundlagenvertrag).

1986
Erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft zwischen Saarlouis und Eisenhüttenstadt.

1989
Im September 1989 wird das Neue Forum in Grünheide gegründet, am 7.10.1989 wird die erste sozialdemokratische Partei der DDR in Swante/Oranienburg gegründet.

9.11.1989
Öffnung der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze.

18.03.1990
Erste freie Wahlen zur Volkskammer in der DDR, allerdings löst sich das Parlament im Oktober 1990 mit Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland wieder auf. Ministerpräsident wird Lothar de Maiziére (CDU)
Wahlergebnis 1990 - Wahlbeteiligung 93,39 Prozent (keine 5 Prozenthürde):
  • CDU - 40,8 Prozent
  • SPD - 21,9 Prozent
  • PDS - 16,4 Prozent
  • DSU (Deutsche Soziale Union) - 6,3 Prozent
  • BFD (Bund Freier Demokraten) - 5,3 Prozent
  • Bündnis 90 - 2,9 Prozent
  • DBD (Demokratische Bauernpartei Deutschlands) - 2,2 Prozent
  • Grüne/UFV (Unabhängiger Frauenverband) - 2,0 Prozent
  • DA (Demokratischer Aufbruch) - 0,9 Prozent
  • NPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) - 0,4 Prozent
  • DFD (Demokratischer Frauenbund Deutschlands) - 0,3 Prozent
  • AVL (Aktionsbündnis Vereinigte Linke) - 0,2 Prozent
  • Sonstige - 0,4 Prozent


12.09.1990
Am 12.09.1990 erkannte die Bundesrepublik Deutschland die Oder-Neiße-Grenze als Westgrenze Polens endgültig an.

03.10.1990
Mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik am 03.10.1990 zur Bundesrepublik Deutschland wird das Land Brandenburg wiederhergestellt (aber ohne die Region um Havelberg und ohne die 1815 ausgegliederte Altmark). Erster Ministerpräsident wird Manfred Stolpe (SPD).

1991
Der Sarkophag von Friedrich dem Großen wird, nach testamentarischen Willen von Friedrich dem Großen, auf der Terasse von Schloss Sanssouci beigesetzt.

Januar 1992
Beginn der Planungen für den Flughafen Berlin-Brandenburg.

1996
5. Mai 1996 - Volksabstimmung über die geplante Fusion der Länder Berlin und Brandenburg. Obwohl beide Länderregierungen für eine Fusion waren, hatte sich mehrheitlich die Brandenburger Bevölkerung gegen eine Fusion entschieden.

1997
Oderhochwasser im Sommer 1997 in Brandenburg, Teilen von Polen und Teilen von Tschechien. Erster Deichbruch bei Brieskow-Finkenherd am 23.07., zweiter Deichbruch bei Aurith am 24.07., die Ziltendorfer Niederung wird überschwemmt.

1999
Wiederaufbau des Potsdamer Fortunaportals.