Zeittafel Brandenburg

1603
Tod des Markgraf Georg Friedrich von Bayreuth-Ansbach und Aussterben der fränkischen Linie der Hohenzollern. Kurfürst Joachim Friedrich wird vom polnischen König zum Administrator von Preußen ernannt.

1604
Gründung des Geheimen Rates als zentrales Regierungskollegium durch Kurfürst Joachim Friedrich. 25.06.1604 heiratet Agnes von Brandenburg, Tochter des Kurfürsten Johann Georg (Kurfürst von 1571-1598), den pommerschen Herzog Philipp Julius Herzog von Pommern-Wolgast.

1605
Der Kurfürst Joachim Friedrich wird zum Administrator des Herzogtums Preußen bestellt. Im Sommer beginnt der Bau des Finowkanals, große Bedeutung für die Wasserverbindung Berlin-Stettin.

18.7.1608
Kurfürst Joachim Friedrich stirbt unerwartet, sein Sohn Johann Sigismund wird neuer Kurfürst von Brandenburg und Administrator von Preußen.

1609
Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg, mit der ältesten Tochter von Albrecht II. (Herzog in Preußen) Anna verheiratet, erhält die Vormundschaft über Herzog Albrecht II. in Preußen. Anna ist auch als älteste Schwester des letzten Herzogs von Jülich-Kleve-Berg Haupterbin von dessen Besitzungen.

25.3.1609
Nach dem Tod des letzten Herzogs von Jülich-Kleve-Berg, Johann Wilhelm, kommt es zum Jülich-Kleveschen Erbfolgestreit. 6 deutsche und 2 ausländische Fürsten machen Ansprüche geltend.

12.12.1610
Dorothe Sybille von Brandenburg, Tochter des Kurfürsten Johann Georg (Kurfürst von 1571-1598), heiratet den schlesischen Piastenherzog Johann Christian Herzog von Brieg.

1611
Im Jahre 1611 wird der Kurfürst Johann Sigismund in Brandenburg förmlich mit dem Herzogtum Preußen belehnt.

1613
Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg tritt gegen den Willen seiner Untertanen zum Kalvinismus über.

1614
Im Folge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreites erhält Brandenburg Herzogtum Kleve, Grafschaft Mark, Ravensberg und Ravenstein zugesprochen. (Vertag von Xanten)

1618
Nach dem Tode von Herzog Albrechts in Preußen fällt das Herzogtum Preußen an die brandenburgischen Hohenzollern. Mit dem Prager Fenstersturz beginnt der Dreißigjährigen Krieg. Während des Krieges brechen in Brandenburg mehrere große Epidemien aus : Ruhr (1624), Pocken (1625), Ruhr (1626), Pest (1626), Pocken (1628), Pest (1630/31), Pocken (1643), Pocken (1648).

1619
Kurfürst Johann Sigismund stirbt in Berlin, sein Sohn Georg Wilhelm wird neuer Kurfürst von Brandenburg.

1620
Fertigstellung des Finowkanals. Dieser verfällt aber während des Dreißigjährigen Krieges weitgehend.

ab 1626
Die Mark Brandenburg wird zum ständigen Kriegsschauplatz im Dreißjährigen Krieg.

1631
König Gustav II. Adolf von Schweden besetzt Frankfurt/Oder und Spandau und zwingt damit den Kurfürsten von Brandenburg, Georg Wilhelm, und Johann Georg von Sachsen zum Anschluß an Schweden.

1632
König Gustav II. Adolf von Schweden fällt in der Schlacht bei Lützen.

1635
Prager Separatfrieden zwischen dem Kaiser einerseits und Brandenburg und Kursachsen, das Hilfe gegen die Schweden zusagt, andererseits. Die Niederlausitz wird von Kursachsen erworben. Die erzstiftischen Ämter Jüterbog und Dahme gelangen ebenfalls in kursächsischen Besitz. Durch die politische Kehrtwendung des Kurfürsten (Bündnis mit Sachsen und dem Kaiser), wird fast die gesamte Kurmark durch Schweden besetzt. Kaiser Ferdinand II. erklärt Frankreich den Krieg. Die Mark Brandenburg ist schutzlos den schwedischen Truppen ausgeliefert.

1636
Die schwedischen Truppen siegen über die kaiserlichen Truppen (jetzt von Kursachsen unterstützt) bei Wittstock an der Dosse.

1637
Der letzte Herzog aus dem Greifengeschlecht, Herzog Bogislaw XIV. stirbt am 10.3. Teile Pommern fallen als erledigtes Lehen an Polen und das Reich zurück.

1638
Verlegung des kurfürstlichen Hof nach Königsberg. Der brandenburgische Kurfürst Georg Wilhelm erhält einen Lehnbrief (Pommern) des Kaisers.

1640
Nach dem Tod des Kurfürsten Georg Wilhelm und Herzog in Preußen, übernimmt sein Sohn Friedrich Wilhelm (der große Kurfürst) die Regentschaft.

1641
Zwischen Brandenburg und Schweden wird in Stockholm ein Waffenstillstand geschlossen. Schweden erhält Driesen, Landsberg, Krossen, Frankfurt an der Oder und Gardelegen. Der Rest des Landes erhält der Kurfürst wieder.

1643
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg verlegt die Residenz wieder von Königsberg zurück nach Berlin-Cölln.

1645
Kurfürst Friedrich Wilhelm verleiht die Jurisdiktionen an Adlige. Damit waren diese berechtigt, zivile und strafrechtliche Gerichtsbarkeit in erster Instanz auszuüben.

1646
Beginn der Anlage des Berliner Lustgartens. Gründung der Brandenburgisch-Preußischen Post.

1648
Der Westfälischer Frieden beendete den Dreißigjährigen Krieg.
Die Mark Brandenburg verlor fast 50 Prozent seiner Gesamtbevölkerung. Durch die Unterstützung von Frankreich konnte Brandenburg neue Territorien gewinnen. Schweden mußte Hinterpommern an Brandenburg abtreten. Als Ersatz für Vorpommern erhielt der Kurfürst das Erzbischoftum Magdeburg und die Bistümer Halberstadt, Minden und Cammin und die Grafschaft Hohenstein. Das Herzogtum Magdeburg sollte nach den Bestimmungen des Westfäischen Friedens erst ab 1680 an Brandenburg fallen.

1651
In Brandenburg-Preußen richtet Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg den zentralistisch organisierten "Geheimen Rat" ein, schwächt damit die Landstände und schafft die Grundlage eines absolutistischen Preußens.

1652
Kurfürst Friedrich Wilhelm berief einen allgemeinen Landtag ein. (Termin wurde 7 mal verschoben - es ging um die Einführung einer kombinierten Verbrauchs-, Gewerbe- und Kopfsteuer. Nach 1653 fand in Brandenburg kein allgemeiner Landtag mehr statt.) Das Schloß Orienburg bei Berlin wird vollendet.

1653
Mit dem Landtagsrezeß von 1653 wurde die Durchsetzung der Gutsherrschaft in Brandenburg rechtlich fixiert. Diese Verhältnisse blieben bis zu den Reformen am Beginn des 19. Jahrhundert unverändert. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der Große Kurfürst) schafft ein vereinheitlichtes Beamtentum in Brandenburg-Preußen.

1655
Der 1. Nordische Krieg beginnt. Schweden will seine Vormachtstellung im Ostseeraum gegenüber Polen demonstrieren. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg verhält sich zunächst abwartend. Wird dann aber als Lehnsherr in Ostpreußen in den Krieg gezogen.

17.01.1656
Im Vertrag von Königsberg wird die Souveränität des Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, von schwedischer Seite, im Herzogtum Preußen anerkannt. Der Kurfürst verpflichtet sich zur Neutralität, muß die schwedischen Truppen frei durch sein Land ziehen lassen, die Häfen werden für schwedische Schiffe geöffnet. Dafür bekam Brandenburg das Ermland als schwedisches Lehen.

23.06.1656
Vertrag von Marienberg zwischen Brandenburg und Schweden. Hier verpflichtet sich der brandenburgische Kurfürst zum Beistand im Krieg gegen Polen. Er erhält dafür das Bistums Ermland und vier große polnische Wojwodschaften von Schweden.

19.9.1657
Vertrag von Wehlau : Gegen die Anerkennung der Souveränität im Herzogtum Preußen durch Polen, wechselt Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg von der schwedischen auf die neu koalierte polnisch-dänische Seite. Der Kurfürst erhält dafür Lauenburg und Bütow als erbliches Lehen von Polen.

1658
Die Arianer, auch Polnische Brüder genannt (religiöse Gruppe), werden auf Beschluß des polnischen Sejm aus Polen ausgewiesen. Sie siedeln sich in der Gegend um Königswalde (Neumark) an.

1659
Das schwedische Pommern wird von vereinten brandenburgisch-österreichischen Truppen besetzt.

1660
Der Vertrag von Oliva beendet den ersten Nordischen Krieg. Alle europäischen Mächte verbürgen dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg die Souveränität in Preußen. Brandenburg musste sich aus den besetzten schwedischen Gebieten in Pommern, Holstein und Schleswig zurückziehen.

1661
Eröffnung der kurfürstlichen Bibliothek, durch Kurfürst Friedrich-Wilhem von Brandenburg, in Berlin. 1701 bis 1918 Königliche Bibliothek, 1918 bis 1945 Preußische Staatsbibliothek. Im Zweiten Weltkrieg Bestände in alle Teile Deutschlands ausgelagert, danach geteilt in Deutsche Staatsbibliothek im Haus Unter den Linden und Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in der Potsdamer Straße. Seit 1992 vereinigt zur Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz.

1662
Friedrich Wilhelm I. führt in der Mark Brandenburg die allgemeine Schulpflicht ein.

1664
In der Mark Brandenburg gründet Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg die kurbrandenburgische Flotte.

1665
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg schließt sich dem Rheinbund an.

1666
Die Stadt Magdeburg wird vom großen Kurfürsten eingenommen.

1667
In Brandenburg wird eine Verbrauchssteuer eingeführt, die auf den Widerstand des Adels stößt und deshalb nur in den Städten durchgesetzt werden kann.

1669
Vollendung des Kanals zwischen Oder und Spree. (Friedrich-Wilhelm-Knanal)

21.12.1669
Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg schließt mit dem König Ludwig XIV. von Frankreich einen Geheimvertrag, in dem er für den Fall eines französisch-niederländischen Krieges Unterstützung zusagt.

1671
Wiederzulassung der Juden in Brandenburg. Der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg gestattet 50 aus Wien vertriebenen jüdischen Familien die Ansiedlung in seinem Land und Handelsfreiheit.

23.6.1672
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg schließt nach Ausbruch des Holländischen Krieges ein Bündnis mit Kaiser Leopold I. gegen Frankreich ab.

21.6.1673
Kurfürst Friedrich Wilhelm schließt mit Frankreich einen Sonderfrieden ab.

1.7.1674
Der Kurfürst Friedrich Wilhelm wechselt wiederum die Seiten und kämpft mit Kaiser Leopold I. gegen die Franzosen. Daraufhin veranlasst König Ludwig XIV. die Schweden in die Mark Brandenburg einzufallen (Beginn des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges).

25.06.1675
Der brandenburgische Generalfeldmarschall Derfflinger schlägt die schwedischen Truppen bei Fehrbellin zurück.

28.06.1675
In der Schlacht bei Fehrbellin werden die Schweden durch die Truppen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm entscheidend geschlagen. Schweden räumt ganz Brandenburg.

1677
Brandenburgische Truppen belagern das schwedische Stettin erfolgreich, sie nehmen Stralsund, und erobert damit ganz Pommern von den Schweden.

1678
Mit der Kapitulation von Stettin wird die Eroberung des bis dato schwedischen Vorpommerns durch den Großen Kurfürsten beendet.

1679
Im Frieden von St. Germain en Laye bestätigt der Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, den Frieden von Nijmwegen. Er muß Vorpommern wieder herausgeben (dazu gehören Stettin, Stralsund und Rügen), nur ein kleiner Landstreifen östlich der Oder verbleibt bei Brandenburg. Am 25.10. schließt er mit Frankreich ein Geheimbündnis, das ihn dazu verpflichtet, die Bewerbung Frankreichs um die Kaiserkrone zu unterstützen.
In Berlin wird der Botanische Garten angelegt.

1680
Das Erzbistum Magdeburg fällt an die Mark Brandenburg - bleibt als Herzogtum aber eine selbstständige verwaltungspolitische Einheit. Brandenburgische Kriegschiffe beginnen ihre erste Afrikafahrt.

1681
Brandenburgische Kriegschiffe, "Kurprinz" und "Morian", landen an der westafrikanischen Küste und schließen einen Vertrag mit afrikanischen Häuptlingen ab.

1682
Gründung der Brandenburgisch-Afrikanischen Kompanie. 1683 wird der Grundstein für das Fort "Groß Friedrichsburg" gelegt (im heutigen Ghana). Bis in das Jahr 1717 werden weitere Handelniederlassungen und Forts gebaut, es wird ein intensiver Handel betrieben. Im Jahre 1717 verkauft Friedrich Wilhelm I. die afrikanischen Besitzungen an die Holländer.

1685
Potsdamer Edikt - rund 20.000 Franzosen werden in den Territorien des brandenburgischen Kurfürsten aufgenommen und angesiedelt.

1686
Der deutsche Kaiser und der Große Kurfürst schließen ein geheimes Verteidigungsbündnis gegen Frankreich.

1688
Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg stirbt in Potsdam. Sein Nachfolger ist sein Sohn Friedrich III., der 1701 als Friedrich I. König in Preußen werden wird. Brandenburg, Kursachsen, Hannover und Hessen-Kassel schließen sich im "Brandenburger Konzert" gegen Frankreich zusammen.

1690
Der Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg befahl erstmals den Anbau von Maulbeerbäumen zur Seidenraupenzucht. Um 1790 gibt es in Brandenburg ungefähr 1.000.000 Maulbeerbäume.

1691
Brandenburgischer Vertrag mit dem Herzog von Kurland über die gemeinsame Nutzung der Insel Tobago.

1692
Umwandlung der Brandenburgisch-Afrikanischen Kompanie in die Brandenburgisch-Africanische-Americanische Compagne.

1694
Die Universität Halle wird gegründet. 1817 mit der bereits 1502 gegründeten sächsische Universität Wittenberg ("Leucorea") vereinigt.

1694-1700
Die Errichtung einer Preußischen Kunstakademie in Berlin wird vorbereitet. 1696 erfolgte dann die feierliche Stiftung. Im Jahre 1700 folgte die Gründung einer Preußische Akademie der Wissenschaften.

1699-1753
Hans Georg Wenzlaus von Knobelsdorff wird 1699 geboren. Er setzt das Werk von Andreas Schlüter fort. Unter seiner Regie enstehen die Staatsoper in Berlin, das Schloß Sanssouci in Potsdam, die Neugestaltung des Potsdamer Stadtschlosses sowie der Umbau des Rheinsberger Schlosses.