Carinhall

Im Jahre 1933 schenkte der preußische Staat dem Preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring ein Grundstück in der Schorfheide. Das Grundstück lag zirka 65 Kilometer von Berlin entfernt. Der Architekt Werner Mach sollte ab Juli 1933 ein repräsentatives Ensemble (Jagdhaus und Gästehaus) auf einem Hügel zwischen Wuckersee und dem Döllnsee entstehen lassen. Die bisherigen Häuser in Carinhall wurden in die neuen Bauten integriert. Carinhall entstand in erster Linie als Denkmal für die Frau von Hermann Göring. Sie starb am 17. Oktober 1931 in Stockholm und wurde auf dem Friedhof in Lovo begraben. Nach einem Besuch des Grabes 1933 in Schweden, und den Protesten gegen die Politik Deutschlands, entschied er die sterblichen Überreste nach Carinhall zu überführen. Es wurde ein Mausoleum auf einer kleinen Lichtung angelegt. Den Weg zum Mausoleum säumten rote Granitfelsen mit dem Wappen von Carin Göhring. Am 19. Juli 1934 wurden der Sarg von Schweden nach Deutschland überführt.

1935 heiratete Hermann Göring die deutsche Staatsschauspielerin Emmy Sonnermann. 1936 begann man mit weiteren Planungen des Ausbaues von Carinhall. Am 20.Juli 1937 war aus der einfachen Jagdhütte eine riesige Villa entstanden. Das zweistöckige Hauptgebäude wurde von zwei Flügeln flankiert. Zum großen Innenhof waren die Gebäude mit Arkaden, ähnlich in Klöstern, geöffnet. In Carinhall waren rund 20 Angestellte beschäftigt, auch eine Feuerwehr, eine Wäscherei, eine medizinische Klinik befanden sich im Wirtschaftstrakt. Der Wirtschaftstrakt entstand 1940 nach Plänen von Hermann Göring.

Zum Ende des 2. Weltkrieges entstanden zahlreiche Bunker auf den Gelände von Carinhall, auch wurden die gebäude mit riesigen Tarnnetzen gegen Luftangriffe gesichert. Am 12. Januar 1945 feierte Hermann Göring zum letzten mal auf Carinhall seinen Geburtstag. An diesem Tag wurden auch die Pläne zu einem Erweiterungsbau (293 Meter Länge) von Architekten vorgelegt. Das Gebäude sollte als Kunstmuseum im Jahre 1953 eröffnet werden.

Zum Ende des 2. Weltkriegees verbrachte Hermann Göring seine geraubten Kunstschätze mit mehreren Zügen nach Berchtesgaden. In seinen Besitz befanden sich 1.375 Gemälde, 250 Skulpturen und 168 Wandteppichen. Viele der Kunstwerke wurden nach dem Krieg nach Russland verbracht.

Nachdem Hermann Göring am 20. April 1945 verließ Hermann Göring Carinhall für immer. Deutsche Pioniertruppen zerstörten vor dem Anrücken der Roten Armee alle Gebäude von Carinhall (auch das Mausoleum). Bis 1946 wurde das gesamte Gelände wegen der Suche nach Kunstwerken von der Roten Armee gesperrt. Auch das Grab von Carin Göhring wurde dabei geschändet und gelündert. 1947 entdeckten Förster die Überreste von Carin Göhring und begruben sie wieder. 1950 wurde Carin Göhring heimlich im Auftrag vom schwedischen Minister Heribert Johansson exhumiert und nach Schweden überführt. In den 50er Jahren übernahm die NVA das Gelände und pflanzte schnellwachsende Bäume auf dem Gelände. Carinhall existierte offiziell nicht mehr in der DDR.

weitere Informationen :
www.roland-harder.de/carinhall/goerings_carinhall.html
Wikipedia : Carinhall

Carinhall 1940
Carinhall im Jahre 1940





Carinhall Planung bis 1953
Carinhall geplanter Ausbau bis 1953