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Kurze Heimatkunde des Kreises Crossen (Oder)

2. Bewässerung

Crossen - Die Oder bei Crossen mit Blick auf Crossen
Die Oder bei Crossen mit Blick auf Crossen

 Der größte Fluß im Kreise ist die Oder. Sie hat ihren Namen vielleicht von dem slawischen Worte oda, d.h. Wasser erhalten oder auch von odra = Zerteiler (des Landes). Oberhalb des Dorfes Pommerzig tritt sie in den Kreis ein und durchströmt ihn in ostwestlicher Richtung in einer Länge von etwa 60 km (Gesamtlauf 905 km). Sie teilt den Kreis in zwei fast gleich Teile.

 Beim Eintritt in den Kreis liegt ihr Wasserspiegel 48 m über Meereshöhe und beim Austritt 33 m, sie hat also im Kreise ein Gefälle von 15 m. Ihr Bett ist 200-250 m breit. Während sie im Sommer zuweilen so wenig Wasser führt, daß die Schifffahrt tuen muß, hat sie zur Zeit der Schneeschmelze und der Gewitterregen einen sehr hohen Wasserstand. Dann tritt sie oft über die Ufer. Um die anliegenden Niederungen vor Überschwemmungen zu schützen, sind zu beiden Seiten des Stromes Dämme (Deiche) gebaut worden. Bei Hochwasser ist dann der breite Raum von Damm zu Damm mit gelben Fluten ausgefüllt, die mit wilder Kraft dahineilen. Die Überschwemmungen sind insofern von Nutzen, als sie Schlammassen zurücklassen, die Wiese und Feld vortrefflich düngen. Wachsen sie aber zu riesiger Größe an, so können sie ungeheure Verwüstungen verursachen. Die gewaltigen Wassermassen durchbrechen dann wohl die Dämme, um sich tosend über grüne Wiesen, bebaute Felder, gepflegte Gärten und blühende Ortschaften zu ergießen und einen sich auf Millionen belaufenden Schaden anzurichten. Die verheerendsten Oderhochwasser der letzten Jahrhunderte waren in den Jahren 1736, 1785, 1830, 1838, 1854 und 1903. Um die Schifffahrt zu erleichtern, sind die Buhnen in den Strom gebaut. Sie werden aus Faschinen und Steinen hergestellt.

Sie sollen das Flußbett einengen und den Strom zwingen, den ihm gewiesenen Lauf in gleichmäßiger Tiefe zu durchströmen.

Im Bauamtsbezirk Crossen sind von 1874-1894 auf einer Stromlänge von 116,7 km 1113 neue Buhnen gebaut und 885 ältere verbessert worden. Die Kosten betrugen über vier Millionen Mark. Seitdem Dämme und Buhnen dem Flusse die Richtung weisen, kann er den Lauf nicht mehr verlegen, wie es früher oft geschehen ist. Sümpfe und tote Arme, zumeist als "Alte Oder" bezeichnet, zeigen noch an, wo er ehemals floß. Bei Crossen führt über den Strom eine eiserne Brücke, Länge 163,5 m. Außerdem bestehen noch Fähren bei Pommerzig, Blumberg, Deutsch-Nettkow, Rädnitz und Pollenzig.

 Auf der Oder herrscht gewöhnlich ein reger Schiffsverkehr. Den Strom hinab gleiten schwerbeladene Lastkähne. Bei günstigem Winde werden die großen, weißen Segel aufgespannt, sie treiben das Schiff in beschleunigter Fahrt dahin. Von Zeit zu Zeit dröhnen die Maschinen eines Dampfers oder das weithin schallende Heulen seiner Dampfpfeife. Keuchend, aus den Schornsteinen gewaltige schwarze Rauchsäulen empor sendend, zieht er eine dichtgedrängte Reihe von Kähnen nach sich. Männern von fremdländischem Aussehen steuern lange Flöße den Strom abwärts. Die Bewohner der Oderdörfer, von denen nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen und Kinder das Ruder geschickt handhaben, fahren nach ihren entfernteren Feldern und Wiesen. Fischer sind beschäftigt, den Reichtum des Flusses an Fischen in ihre Netze zu bergen.

 Nächst der Oder ist der Bober der größte Fluß des Kreises. Der Name ist wahrscheinlich slawischen Ursprungs und bedeutet Biber; ehemals war der Fluß biberreich.

Bobermündung bei Crossen
Die Bobermündung bei Crossen

Man leitet ihn auch her von Bobrowac - der Leichtzudurchwatende. Er ist ein Kind des Riesengebirges. Dem Kreise gehört nur der letzte Teil seines Laufes an (38 Kilometer). Beim Dorfe Weißig tritt er ein und durchläuft ihn in der Richtung von Süden nach Norden bis zu seiner Einmündung in die Oder; dabei zerschneidet er den südlichen Kreisteil wieder in zwei ziemlich gleiche Teile. Er hat einen sehr gewundenen Lauf. Die größte Krümmung ist der sogenannte Briesnitzer Bogen. Das Dorf Chrumow liegt zwischen den beiden Enden der Schleife, die kaum 1 Kilometer von einander entfernt sind; die Schleife selbst misst dagegen 7 Kilometer.

 Der Bober hat ein starkes Gefälle. beim Eintritt in den Kreis liegt sein Wasserspiegel 67 m über Meereshöhe, bei der Mündung 39 Meter. Auf einer Länge von 38 Kilometer hat er also ein Gefälle von 28 Metern, er ist deshalb sehr reißend. (Durchschnittliches Gefälle des Bobers im Kreise Crossen auf 1 Kilometer 74 Zentimeter, der Oder nur 25 Zentimeter.) Zur Schiff-Fahrt ist er nicht geeignet, da er gewöhnlich wasserarm ist. Zeitweilig schwillt er jedoch sehr stark und sehr schnell an. Er ist darum auch eingedeicht. Die bedeutendsten Hochfluten des vorigen Jahrhunderts waren in den Jahren 1804 und 1897. Um Verheerungen, wie sie durch solche gewaltige Überschwemmungen angerichtet wurden, zu verhindern, ist in den Jahren 1904 bis 1912 die Bobertalsperre bei Mauer in Schlesien erbaut worden. Auch das Tal der Queis, des größten Nebenflusses des Bobers, ist bei Marklissa durch eine Talsperre abgeschlossen. Die durch die Sperrmauer aufgestauten Wassermassen bilden kilometerlange, von hohen Bergen eingeschlossene Seen.

 Bei Deichow-Neubrück wälzt der Bober seine rauschenden Wogen brausend über ein Stauwehr, um die hier befindlichen Papierfabriken zu betreiben. Vor dem Wehr liegt eine große Sandbank im Fluß. Früher hatte er viele Inseln und Buchten. Jetzt ist er reguliert und dadurch vieler landschaftlicher Schönheiten beraubt worden. An mehreren Stellen ist der Bober überbrückt. Bei Weißig führt eine Holzbrücke über den Fluß, die Eisgang und Hochwasser abgetragen wird. Die alte Holzbrücke bei Bobersberg ist im Jahre 1912 durch eine Eisenbetonbrücke ersetzt worden (Länge 156 Meter). Bei Deichow und bei Benschbude befinden sich auch noch Holzbrücken. Bei Alt-Rehfelde ist eine Eisenbrücke, auf der Eisenbahn und Chaussee den Bober überschreiten. Nach wechselvollem Laufe wirft er sich bei Crossen der Oder in die Arme, die mit ihm den lustigen Wellentanz weiterführt bis zum Schoße des Meeres.

 In neuester Zeit hat man ihm eine neue Mündung gegeben. Früher floß er fast rechtwinklig in die Oder; dadurch staute sich das Wasser der Oder bei Hochwasser an. Jetzt liegt die Mündung 1,5 k, weiter stromab, und der Bober fließt in schräger Richtung ein. Dadurch wird der Hochwasserspiegel für die Stadt Crossen und das Dorf Alt-Rehfelde, sowie deren Wiesen gesenkt. Ferner lagerten sich früher an der Bobermündung viel Sand und Kies in der Oder ab und bereiteten der Schifffahrt mancherlei Hindernisse, die bei der schlankeren Einmündung vermieden werden sollen.

 Von noch geringerer Bedeutung als der Bober ist die Lubst oder Lubis (slawisch luba - das Tiefe), die bei Sommerfeld auf eine kurze Strecke den kreis durchschneidet. Sie ist nicht schiffbar. Sie treibt mehrere Wasserwerke und nimmt die Abwässer der Sommerfelder Fabriken auf.

 Neben diesen Flüssen besitzt der Kreis noch zahlreiche Bäche und Fließe. An vielen liegen Mühlen, deren Räder sie in Bewegung setzen müssen. Die Bäche des nördlichen Höhenlandes werden sämtlich von der Oder aufgenommen.

 Der Mühlbockbach, auch Schwemme genannt, tritt beim Vorwerk Hammer aus dem Züllichauer in den Crossener Kreis und mündet bei der Deutsch-Nettkower Mühle.

 Der Grieselbach hat seine Quelle mitten im Dorfe Griesel. An ihm liegen sechs Mühlen.

Pleiskehammer - Hammerwerk
Hammerwerk in Pleiskehammer

 Der Pleiske bildet die Grenze mit dem Sternberger Kreise und treibt die zum Crossener Kreise gehörenden Mühlenwerke Cunersdorf, Neumühl, das Pleisker Hüttenwerk und die Riesnitzer Neumühle.

 Die Biele entspringt bei Glembach, treibt auf ihrem Laufe die Strauber und Zettitzer Mühlen und mündet bei Güntersberg.

 Das Kähmener Fließ kommt aus dem Kähmener Schloßteich und mündet bei der Pfeffermühle.

 Die Kontoppe ist der Abfluß des Messower Sees, sie fließt in ostwestlicher Richtung in den Sternberger Kreis.

 Auf dem linken Oderufer münden das Thiemendorfer und das Tschausdorfer Fließ, die aus dem Grünberger Höhenlande kommen und bei Thiemendorf und Tschausdorf je zwei Mühlen treiben.

 Der Strieming bildet sich bei Pfeifferhahn und fließt in westlicher Richtung durch die linksseitige Oderniederung in den Gubener Kreis. Er nimmt auf der linken Seite den Merzwiesener Mühlengraben, die Schwichau und die Hammernitze auf. Er ist reich an Krebsen.

 In den Bober mündet bei Briesnitz das Cossarsche Mühlenfließ. Es kommt aus dem Musketeich bei Treppeln, treibt hier die Schloß- und die Untermühle und auf seinem ferneren Wege die Cossarmühle, die Bothendorfer und die Briesnitzer Mühle, auch Aumühle genannt.

 Auf der linken Seite nimmt der Bober das Bobersberger Mühlenfließ (die Bache) auf, es sammelt sich im Dachower Luch und treibt auf seinem Laufe drei Mühlen.

 Aus dem Jähnsdorfer See kommt der Landgraben oder das Hühnerwasser, fließt an Hermswalde und Göhren vorüber und ergießt sich im Gubener Kreise in die Lubst.

 Zur Entwässerung der linken Oderniederungen ist im Jahre 1859 von Polnisch-Nettkow aus ein Kanal angelegt worden, der gegenüber von Goskar in die Oder einmündet.

 Sehr reich ist unser Kreis an Seen. Ihre Größe ist recht verschieden. Der größte ist der Jähnsdorfer See. Er hat einen Flächeninhalt von etwa 200 Hektar.

Im Grieseltal liegt eine große Reihe von Seen, darunter der Kalksee, der Matschteich, der Kalkteich, der Joting-, der Gelud-, der Ziskensee. In der Senke, die sich von Beutnitz nach Trebichow hinzieht, ist ebenfalls eine lange Seenkette, deren Glieder durch Bäche miteinander in Verbindung stehen. Der Küchen-, der Beutnitzer und der Glembacher See haben ihren Abfluß nach der Biele. Der Trebichower See und der Klippatzteich sind durch den Linskengraben, der die Klippatzmühle treibt, verbunden. Der Lochwitzer, der Kähmener, der Murziger und der besonders schön gelegene Heidesee sind von geringem Flächeninhalt. Im Höhenlande rechts vom Bober liegen noch der Gersdorfer und der Plauer See, die ihren Abfluß nach dem Bober haben, links vom Bober außer dem Jähnsdorfer See der Sand-, der Bloch- und der Kempfensee bei Brankow und der Wellmitzer See zwischen Wellmitz und Preichow, aus dem der Seegraben nach der Lubst abfließt.

 Die Seen bilden einen reizvollen Schmuck unsere Heimat. Besonders anmutig sind die stillen Waldseen. Hohe, schlanke Bäume umkränzen sie, säuselnd wiegen sich ihre Wipfel; in den blauen Fluten spiegeln sich glitzerndes Sonnengold und lachendes Himmelblau, und die Binsen am Ufer wiegen sich im sanften Lüftchen und flüstern geheimnisvoll, und die Wellen murmeln leise. Ein Bild der Ruhe und des Friedens!
(Crossener Kreiskalender 1921)

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