Geschichte sehen und erleben

Das Land Brandenburg wurde anfangs von den germanischen Semnonen, in der Altmark von den Langobarden, östlich der Oder von den Burgundern bewohnt, nach der Völkerwanderung wurde das fast leere Gebiet von slawischen Stämmen (Liutizen) besetzt. Diese slawischen Stämme wurden schon von Karl dem Großen und Heinrich I. erfolgreich bekämpft und zu Zeiten Otto I., durch den Markgraf Gero unterworfen. Es entstand die Nordmark, 948 wurden die Bistümer Havelberg und Brandenburg gestiftet. Durch den Wendenaufstand von 983 ging jedoch das Land östlich der Elbe dem Christentum und der deutschen Herrschaft wieder verloren.

Der Askanier Albrecht der Bär, dem Kaiser Lothar 1134 den deutsch gebliebenen Teil der Markgrafschaft (Altmark) verliehen hatte, gewann Siedlung und Burg Brandenburg erneut, dazu die Prignitz und die westliche Mittelmark, und setzte hier deutsche Siedler vorwiegend aus dem askanischen Harzgebiet und dem Niederrheingebiet (daher Niederdeutsch vorherrschend) an, zumal das Land durch die Kämpfe der Liutizen mit Polen und Deutschen weitgehend entvölkert war.

1157 verlegte Albrecht der Bär seinen Sitz in die Siedlung Brandenburg und nannte sich "Markgraf von Brandenburg". Seine Nachfolger vergrößerten Brandenburg durch die Uckermark, Barnim, Teltow, Stargard, Lebus, einen Teil der späteren Neumark und die Oberlausitz. 1231 übertrug ihnen Kaiser Friedrich II. die Lehnshoheit über Pommern. Die Koloniosationstätigkeit erreichte ihren Höhepunkt; die Zisterzienser legten die Klöster Zinna (1170), Lehnin (1180) und Chorin (1258-72) an; es entstanden die Städte Stendal (1160), Brandenburg (um 1170), Spandau (1232), Cölln (zuerst genannt 1237), Berlin und Frankfurt an der Oder (1253).

Nach dem Aussterben der Askanier (1320) übertrug Kaiser Ludwig des Bayer 1323 Brandenburg als erledigtes Reichslehen seinem Sohn Ludwig dem Älteren. Unter den relativ schwachen Wittelsbacher Markgrafen schwangen sich die schon unter den letzten Askaniern einflußreichen Landstände mit dem Landesfürsten zusammen zu Trägern der Landherrschaft auf (1345 erster Landtag). Böhmen erwarb 1320-50 die Oberlausitz, 1368 die Niederlausitz. Kaiser Karl IV. ließ sich 1373 die Mark Brandenburg abtreten. Durch die Goldene Bulle von 1356 wurde den Kurfürsten die Kurwürde bestätigt. Karl IV., der Tangermünde zur Residenz ausbaute, hinterließ die Mark seinem Sohn, König Sigismund; dieser verpfändete sie 1388 seinem Vetter Markgraf Jobst von Mähren und verkaufte die Neumark 1402 dem Deutschen Orden.

1411 setzte Sigismund den Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg aus dem Hause Hohenzollern zum erblichen Statthalter in Brandenburg ein und übertrug ihm 1417 auch die Kurwürde (Friedrich I.). Sein Sohn Friedrich II., der Eiserne (1440-70) schränkte die Macht der Landesstämme ein und unterwarf die bis dahin autonomen Städte, gewann 1455 die Neumark wieder und gab durch den Kauf der Herrschaften Cottbus und Peitz seinem Land einen neue Ausdehnungsrichtungnach Schlesien(1445-48). Ihm folgte sein Bruder Albrecht Achilles (1470-86), der im Hausgesetzvon 1473(Dispositio Achillea) die Unteilbarkeit der märkischen Lande festsetzte und eine Musterhafte Finanzverwaltung schuf sowie Crossen und Züllichau erwarb.

Albrechts Sohn Johann Cicero (1486-99), der als erster ausschließlich in Berlin residierte, verfocht nachdrücklich seine Landeshoheit über die Städte der Mark. Sein Sohn Joachim I. (1499-1535) gründete 1506 die Universität Frankfurt an der Oder, 1516 das Kammergericht in Berlin und schuf durch die "Constitutio Joachimica" eine einheitliche Rechtsprechung in Brandenburg. Er zog 1524 die Grafschaft Ruppin als erledigtes Lehen ein und sicherte seinem Hause im Vertrag von Grimnitz 1529 das Erbfolgerecht in Pommern. Als Kurfürst folgte ihm Joachim II. (1535-71), während sein zweiter Sohn Johann (Hans) von Küstrin die Neumark erhielt. Joachim II. führte nach kursächsischen Vorbild die Reformation in Brandenburg ein und lehnte sich eng an Kursachsen an; die meisten Klöster wurden in Domänenämter umgewandelt. Nach dem fast gleichzeitigen Tod der Brüder vereinigte Joachims Sohn Johann Georg (1571-98) wieder die märkischen Länder und zog die Bistümer Brandenburg, Havelberg und Lebus ein. Joachim Friedrich (1598-1608) überließ 1603 die fränkischen Fürstentümer Ansbach und Bayreuth seinen Brüdern und errichtete 1604 die Zentralbehörde des Geheimen Rats. In der Folgezeit wurde der Einfluß des 1603 verstorbenen letzten Zollern der älteren fränkischen Linie, Georg Friedrich, in der Lösung Brandenburgs von der sächsischen Führung und Hinwendung zu den westeuropäischen Vorbildern der Kurpfalz, der Oranier und Bourbonen und ihrem Kalvinismus bestimmend. Unter Johann Sigismund (1608-19), der 1613 zum Kalvinismus übertrat wurden 1614 Kleve, Mark, Ravensberg und Ravenstein sowie 1618 das Herzogtum Preußen erworben. Unter Georg Wilhelm (1619-40) war Brandenburg in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs der Verwüstung und Ausbeutung preisgegeben. Sein Sohn Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, führte es einem neuen Aufstieg entgegen; damit geht die Geschichte Brandenburgs in diejenige Preußens über.

Die Provinz Brandenburg wurde bei der Neuordnung der preußischen Verwaltung 1815 in die Regierungs-Bezirke Potsdam und Frankfurt gegliedert, wobei man große Teile, bisher sächsische Gebietsteile (Niederlausitz) der neuen Provinz anschloß, während die Altmark zur neuen Provinz Sachsen und der nördöstlichste Zipfel der Neumark zu Pommern kamen. 1920 wurde Berlin als selbständige Provinz aus Brandenburg ausgegliedert.

1945 kamen die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie unter polnischer Verwaltung; der übrige Teil Brandenburgs gehörte seitdem zur sowjetischen Besatzungszone. Am 31.1.1947 bekam Brandenburg unter der Regierung K. Steinhoff (1946-49) eine Verfassung, nach der ein Landtag gewählt wurde. Nach der Auflösung Preußens durch Gesetz des Allierten Kontrollrats (25.2.1947) wurden die Regierungs-Bezirke aufgehoben, und die Provinz erhielt am 24.7. 1947 die Bezeichnung "Land". 1949 wurde Brandenburg ein Land der Deutschen Demokratischen Republik; Ministerpräsident wurde R. Jahn (SED, bis 1952). Durch Gesetz vom 23.7.1952 wurden die Landesregierung und der Landtag abgeschafft, das Land auf vier Bezirke (Cottbus, Frankfurt (Oder), Potsdam, Neubrandenburg) aufgeteilt.

Mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland wurde das Land Brandenburg wiederhergestellt.