Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Der Buchenwald Grumsin repräsentiert den basenreichen Tiefland-Buchenwaldtyp der Region "Mitteleuropäische Buchenwälder". Dier natürlichen Waldgesellschaften liegen im Bereich der Endmoränen des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin. Es handelt sich um den Idealtyp einer naturnahen jungen Endmoränenlandschaft mit starkem Relief und großer Vielfalt eingelagerter Erlenbrüche, Moore und Seen.

Die Welterbefläche Grumsin ist das beste Beispiel in dieser Qualität und herausregender Bestandteil der größten noch zusammenhängenden Tiefland-Buchenwälder weltweit, die insgesamt eine Fläche von 560 Hektar innerhalb dieser Kernzone des Biosphärenreservates einnimmt.

Der Buchenwald Grumsin ist ein alter Waldstandort, auf dem die Buche seit langem die bestimmende Baumart ist. Menschliche Ansiedlungen wurden in der Nähe des Forstes für die Zeit von 1500 bis 1750 allerdings fast keine nachgewiesen, obwohl es Fundplätze aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit gibt. Auch aus dem 12. uund 13. Jahrhundert sind slawische Siedlungsplätze belegt. Einige Ortsnamen haben einen slawischen Wortstamm, wie beispielsweise Buckow (buk - Buche).

Der Wald diente vor allem der Jagd. Entlang eines 1661 angelegten, über 70 Kilometer langen Zaunes wurden Zaunsetzer und -wärter angesiedelt. Auf diese Weise entstand 1728 das auch heute nur aus wenigen Häusern bestehende Dorf Grumsin, das etwa zwei Kilometer vom Welterbegebiet entfernt liegt.

Der Wald verfügte um 1720 über eine natürliche Baumartenzusammensetzung mit dominierender Buche. Vorhandene großkronige Eichen wurden vom Holzeinschlag ausgenommen, um die Eicheln für die Schweinemast zu verwenden. Anfang des 19. Jahrhunderts spielte hier bereits die Naturverjüngung eine Rolle. Außerdem wurde die Entwässerung forciert, um die Anbauflächen auszuweiten.

Auch später, um 1845, dominierte die Buche den Wald deutlich mit einem hohen Anteil von über 100-jährigen Beständen. Im Umfeld wurden allerdings auch die Kiefer gefördert Seit den 1950er Jahren erfolgte die Holznutzung zur Bau- und Brennholzgewinnung eher extensiv. Besonders in der Zeit der DDR-Staatsjagden spielte sie eine untergeordnete Rolle.
Die heutige Verteilung der Baumarten in der Umgebung zeigt wieder eine verstärkte Dominanz der Buche.

Der Buchenwald Grumsin selbst hat seit mehreren 100 Jahren fast flächendeckend als Laubwaldbestand überdauert. Der Buchenwald Grumsin ist heute Teil des 6.100 ha großen Naturschutzgebietes "Grumsiner Forst-Redernswalde". Mit 657 ha ist der Grumsin das größte Naturentwicklungsgebiet im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin



weitere Informationen:
Weltnaturerbe Buchenwald Grumsin e.V.
Altklünkendorfer Straße 24
16278 Angermünde OT Altklünkendorf
Tel. : 0170-9077731
Internet : www.schorfheide-chorin.de/seite/145315/buchenwald-grumsin.html