Naturpark Hoher Fläming

Logo des Naturparkes Altehrwürdige Burgen, sanfte Hügel, bunte Wiesen und weite Wälder: Das sind die prägenden Elemente des im Dezember 1997 gegründeten Naturparks Hoher Fläming. Über 90 Prozent des 827 Quadratkilometer großen Gebietes im Südwesten des Landes Brandenburg sind als Natur- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Die Schönheit ihrer Heimat, so sagen es oft die Flämingbürger, erschließt sich jedoch erst auf den zweiten Blick. Seinen Namen verdankt der Fläming den Flamen, die dort, gerufen von deutschen Fürsten, ab dem 12. Jahrhundert siedelten.

Die Kreisstadt Belzig ist das "Tor zum Naturpark". Sie feierte 1997 ihr 1.000-jähriges Bestehen. Die Burg Eisenhardt gibt der Stadt ein mittelalterliches Flair. Berlin ist etwa 60 Kilometer entfernt. Rund 70 Ortschaften liegen im Naturpark, der mit etwa 30 Einwohner pro Quadratkilometer nur sehr gering besiedelt ist. So ist der Naturpark ein Paradies für "Stillesucher".

Der Hohe Fläming wird auch das "kleinste Mittelgebirge Deutschlands" genannt. Mit dem immerhin 200 Meter hohen Hagelberg befindet sich dort die höchste Erhebung des norddeutschen Tieflandes. Was so überragend ist, wurde in der Saale-Kaltzeit vor etwa 150.000 Jahren von den Gletschern aufgetürmt. Im Norden fällt der Fläming bis zu 60 Meter steil in das Baruther Urstromtal ab.

Von der Kraft des Eises zeugen die vielen Findlinge. Gletscher schoben sie aus Skandinavien heran (z.B. der Riesenstein bei Grubo). Kaltzeiten und Erosion hinterließen eine weitere Besonderheit: Die Rummeln (Rinnen). Diese verzweigten, engen Trockentäler führen nur bei starken Regen oder während der Schneeschmelze Wasser. Als die im Mittelalter einsetzenden Abholzungen auch vor den Rummeln nicht halt machten, kerbten Wind und Wasser sie bis zu 12 Meter tief ein.

Fast die Hälfte des Naturparks ist bewaldet. In weiten Teilen dominieren Kiefernforste. Mit einem Waldumbauprogramm wird deren ökologische Qualität verbessert und dadurch die Artenvielfalt vergrößert. Mit Buchen-Traubeneichenbeständen, z.B. im Naturschutzgebiet Flämingbuchen, gibt es im Naturpark aber auch noch naturnahe Wälder mit bis über 200 Jahre alte Bäume. In diesen alten Mischholzbeständen mit viel Totholzanteil ist der "Wappenvogel" des Naturparks, der Mittelspecht, zu Hause. Man kann ihn u.a. um Burg Rabenstein und im Wiesenburger Park beobachten.

Der Hohe Fläming ist wasserarm. An seinen Rändern jedoch, in einer Höhe von 85 bis 100 Meter, entspringen zahlreiche Quellen. Das Gewässernetz besteht aus wenigen Flüss(ch)en und vielen Bächen und Gräben. In den kühlen, sauerstoffreichen Oberläufen ist die Bachforelle heimisch. Die "Forellengewässer" des Flämings sind seit 1975 unter Schutz gestellt. Hier lebt noch seltene Bachneuenauge. Ein zoologisches Kleinod sind auch Restvorkommen des Edelkrebses, der in den meisten GewässernEuropas vor 100 Jahren durch die "Krebspest" ausgerottet wurde. Entlang der Fließgewässer brüten u.a. Gebirgsstelze und Eisvogel und der scheue Schwarzstorch geht hier auf Nahrungssuche. Fischotter und Biber sind nachgewiesen. In den letzten Jahren wurden einige Fläminggewässer renaturiert. Dort ist wieder ein buntes Biotop-Mosaik entstanden.

Das Naturschutzgebiet Flämingbuchen, durch das ein von Medewitz kommender Wanderweg führt, gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten des gesamten Flämings. Hier zimmert der Schwarzspecht seine Höhlen und ist auch der Mittelspecht zu Hause.

Das Niederungsgebiet der rund 41 Quadratkilometer großen "Belziger Landschaftswiesen" liegt im Baruther Urstromtal, das im Nordosten an den Hohen Fläming grenzt. Es wurde vor etwa 150.000 Jahren von den Schmelzwässern der Weichsel-Kaltzeit geformt. Dort befindet sich eines der wichtigsten Wiesenbrütergebiete Brandenburgs. Bedeutsam sind die Landschaftswiesen, durch die sich zahlreiche Flämingbäche ziehen, auch als Rastplatz für Watvögel und Lebensraum der Großtrappe, deren Hähne bis zu 17 Kilogramm auf die Waage bringen. Wenn im Winterhalbjahr Tausende nordische Gänse und Enten hier Station machen bietet sich dem Besucher ein beeindruckendes Bild.

Koboldsteine, Engelsstein, Riesenstein... der Fläming ist eine steinreiche und sagenhafte Gegend. Als die Burgen Eisenhardt, Wiesenburg und Rabenstein zu gleicher Zeit von Riesen erbaut wurden, wuchs Eisenhardt schneller. Neidvoll schleuderten die beiden anderen "Bauherren" Steine gegen sie. Burg Rabenstein, die besterhaltene Höhenburg der Mark Brandenburg, ist aus Feld- und Granitsteinen der Näheren Umgebung gebaut. Unter ihrem Schutz entstand im 14. Jahrhundert das Dorf Raben. Noch heute sind typische Angerdörfer, Rundlinge, Straßendörfer und Waldarbeitersiedlungen zu erkennen.

"Typisch Fläming" sind nicht nur seine Sagen und mittelalterlichen Burgen, sondern auch die vielen spätromanischen Feldsteinkirchen. Sie wurden etwa in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Das Baumaterial lieferte die von Gletschern herantransportierten Findlinge und Lesesteine, die seit Jahrhunderten bei der Bodenbearbeitung aus den Feldern herausgelesen werden.

Sehenswert sind auch die vielen Mühlen des Flämings. Die restaurierte Borner Bockwindmühle reckt sich auf dem 156 Meter hohen Mühlenberg ihre neun Meter langen Flügel in den Wind. Sie wurde Anfang des 18. Jahrhunderts gebaut. Wie die Cammer Mühle ist sie als technisches Denkmal geschützt.

weitere Informationen:
Naturparkzentrum "Alte Brennerei"
Brennereiweg 45
14823 Rabenstein OT Raben
Telefon : (033848) 60004
Fax : (033848) 60360
eMail : info@flaeming.net
Internet : www.flaeming.net