Die Moschee im Kriegsgefangenlager Wünsdorf-Zossen

Während des 1. Weltkrieges war das Osmanische Reich Verbündeter des Deutschen Reiches. Im November 1914 rief der Herrscher des Osmanischen Reiches die Muslime in der Welt, die als Soldaten aus den Kolonien auf Seiten Englands und Frankreichs kämpften zum Heiligen Krieg (Dschihad) gegen ihre Kolonialmächte auf. Die gefangenen muslimische Soldaten im Halbmondlager in Wünsdorf-Zossen sollten überzeugt werden zum Kampf gegen ihre Kolonialmächte. Das Kriegsgefangenenlager unterschied sich sehr von den üblichen Lagern in Deutschland. Die Kriegsgefangenen sollten durch religiöse Beeinflussung, gute Verpflegung, und Bekleidung zum Kampf gegen ihre Kolonialmächte bewegt werden. In dem Halbmondlager in Wünsdorf-Zossen waren zirka 30.000 Kriegsgefangene aus Russland und den britischen und französischen Kolonien untergebracht (vom Schwarzen Meer, Indien und Nordafrika).

Wichtigstes Instrument zur Überzeugung der islamischen Gefangenen war die Förderung der Ausübung islamischer Praktiken in diesen Lagern. So wurde etwa der Ramadan geachtet, indem zu dieser Zeit die Verpflegungsrationen erst nach Sonnenuntergang ausgegeben wurden. Am 13. Juli 1915 wurde zudem im Halbmondlager die erste tatsächlich zur Religionsausübung gedachte Moschee auf deutschem Boden eingeweiht. Als Vorbild der Moschee diente der Felsendom. Die Holzkonstruktion wurde 1925/26 wegen Baufälligkeit wieder abgerissen.

Moschee in Wünsdorf-Zossen


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