Das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Jahr 1970

Alle Völker haben das Recht, ihr Schicksal durch freie Willensäußerung zu bestimmen. Dieses Recht muß durch eine internationale Kontrolle über die Einhaltung der Menschenrechte seitens aller Regierungen garantiert werden.
Andrej Sacharow


Polen Propaganda Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges spitzte sich die Situation zwischen Polen und Deutschland zu. Beide Staaten bestanden auf Gebietsforderungen gegenüber der jeweiligen anderen Partei. Polen beanspruchte aus ihrer historischen Sicht : Oberschlesiens, Ostpommern, Westpreußen, das Ermland und Masuren und das Memelland. Dies konnte und wollte das Deutsche Reich nicht zu lassen, da es sich zum Teil um reindeutsche Kreise und Bevölkerungen handelte.

In der Provinz Posen war der Anteil der deutschen Bevölkerung 35 Prozent. Durch Zwangsvertreibung und freiwilligen Auswanderung ins Deutsche Reich, ging der Anteil der deutschen Bevölkerung in der Provinz Posen bis zum Jahr 1931 auf 2 Prozent zurück.

In Westpreußen lag der Anteil der deutschen Bevölkerung im Jahre 1918 bei zirka 70 Prozent. Dagegen der polnische Anteil an der Bevölkerung nur 25 Prozent. (Anteil der deutschen Bevölkerung : Bromberg - 77 Prozent, Graudenz - 85 Prozent, Thorn - 66 Prozent). Trotzdem wurden große Teile der Provinz Westpreußen nach dem Willen des Versailler Vertrag zum polnischischen Staat zugeschlagen. In Danzig betrug der Anteil der deutschen Bevölkerung fast 97 Prozent. Obwohl der deutsche Anteil der Bevölkerung so hoch lag, wurde Danzig nach dem Versailler Vetrag aus dem Deutschen Reich ausgegliedert. Die Stadt erhielt den Status einer Freien Stadt und stand unterm dem Schutz des Völkerbundes.

Polen Propaganda In Oberschlesien wird nach langen Verhandlungen eine Volksabstimmung über den Verbleib beim Deutschen Reich erreicht. Polen versucht diese Abstimmung mit allen Mitteln zu verhindern. Bei der Volksabstimmung votieren 59,6 Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich. Nach der Niederlage der Polen bei der Abstimmung kommt es zum 3. Schlesischen Aufstand. Es kommt zu schweren Kämpfen zwischen Polen und Deutschen. Erst Allierte Truppen erzwingen einen Waffenstillstand in dem Konflikt. Danach wird über das Schicksal Oberschlesiens bei der Pariser Botschafterkonferenz besiegelt. Oberschlesien wird geteilt zwischen den mehrheitlich deutschen und polnischen Gemeinden.

  • November 1916 - Am 5. November proklamierten das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn die Neugründung eines "Königreichs Polen".
  • April 1917 - Die Polnische Legionen sollen unter Leitung von Jozef Piłsudski Teil des deutschen Heeres werden. Im Juli 1917 verweigern die Polnischen Einheiten den Eid auf den deutschen Kaiser. 15.000 Angehörige der Polnischen Legion werden verhaftet, unter ihnen auch Jozef Piłsudski (in Magdeburg inhaftiert). Im Jahre 1918 dienen fast 9.000 Soldaten in der Polnischen Wehrmacht.
  • August 1917 - Am 15.08 wird in Lausanne das Polnisches Nationalkomitee gegründet, welches bis Ende 1917 von den westlichen Alliierten und den Vereinigten Staaten als Vertretung Polens anerkannt wurde.
  • März 1918 - Friedensvertrag von Brest-Litowsk zwischen Russland und den Mittelmächten. Darin verzichtet Russland auf Polen, Kurland und Litauen.
  • Oktober 1918 - Die polnischen Abgeordneten im Deutschen Reichstag verlangen ein unabhängiges Polen mit freien Zugang zum Meer und die Abtretung der polnischen Kreise Ober- und Mittelschlesiens, Posens, Westpreußen und der polnischen Kreise Ostpreußens.
Piłsudski Josef Piłsudski (1867-1935)
  • November 1918 - Am 9. November bildet sich in Posen ein Oberster Polnischer Volksrat. Am 10. November treffen sich die polnischen Abgeordneten des Deutschen Reichstages unter der Leitung des polnischen Nationalisten Wojciech Korfanty in Posen. Jozef Piłsudski wird Präsident von Polen.
  • November 1918 - Harry Graf Kessler überreicht Josef Piłsudski sein Beglaubigungschreiben als deutscher Gesandter in Warschau. Die polnischen Gesandten des Polnischen Nationalkomitees unter Führung von Roman Dmowskis in Versaille versuchen dies mit allen Mitteln zu verhindern. Es sollten gemäß der Vorgabe von Frankreich keine bilateralen Abkommen im Vorfeld der Friedenskonferenz geschlossen werden.
  • November 1918 - Im Gebiet von Posen wird die deutsche Abwehrfront "Heimatbund Ost" gebildet.
  • November 1918 - das ehemalige Herzogtum Teschen (Teschener Land) wird von Polen und Tschechoslawakei beansprucht. Es kommt zur Teilung entlang des Flusses Olsa.
    Volksrat_Polen Das erste Treffen des polnischen Sejm am 3.12.1918 in Posen.
  • Dezember 1918 - Die Warschauer Regierung bricht die diplomatischen Beziehungen zum Deutschen Reich ab. Der deutsche Gesandte Harry Graf Kessler muss das Land verlassen.
    Ein Teilsejm in Posen fordert den Anschluss der Provinz Posen an Polen.
    Pilsudski-treue POW (Polska Organizacja Wojskowa Górnego Ślaska - Polnische Militär Organisation) entfesseln einen Aufstand in der Provinz Posen. (der sogenannte Großpolnische Aufstand - siehe dazu auch die Polnischen Propagandabilder dazu.)
    Der Aufstand polnischer Nationalisten am 27. Dezember 1918, der sich von der Stadt Posen aus, breitet sich auf die gesamte Provinz Posen aus.

    Der Posener Aufstand, der zum einen dazu diente, den faktischen Machtbereich Polens nach Westen auszudehnen und, obwohl die Reichsregierung bereits ihr Einverständnis bekundet hatte, die mehrheitlich von Polen bewohnten Provinzteile abzutreten, somit ein fait accompli für die anstehende Friedenskonferenz zu schaffen, zum anderen aber innenpolitisch motiviert war und den Einfluß Piłsudskis auch auf die von den Nationaldemokraten beherrschten Westgebiete sicherstellen sollte, brachte bis zum 8. Januar 1919 fast die gesamte Provinz in die Hand der polnischen Verbände. Die Kampfhandlungen hielten jedoch noch an und wurden erst am 7. Februar 1919 durch die in Berlin von einer aus polnischen und deutschen Vertretern zusammengesetzten Waffenstillstandskommission vereinbarte Festlegung einer Demarkationslinie in Posen und Westpreußen beendet.
    Vgl. Hoensch: Geschichte Polens, S. 254. – Roos: Polnische Nation, S. 56f. – Kellermann: Schwarzer Adler, S. 37f. sowie Broszat: Zweihundert Jahre, S. 201ff.

  • Dezember 1918 - Polen lässt Truppen an der Demarkationslinie im Teschener Land aufmarschieren und ruft zu Wahlen zum polnuischen Sejm in tschechischslowakischen Teil von Teschen auf.
  • 23. Januar 1919 - Um das Teschener Gebiet kommt es zu einem Polnisch-Tschechoslowakischen Grenzkrieg. Der Grenzkrieg dauert 7 Tage und am 3. Februar unterzeichnen Polen und die Tschechoslowakei ein Waffenstillstandsabkommen.
  • 1919-1923 - 50.000 Deutsche verlassen freiwillig das nun polnische Gebiet um Posen, oder werden von polnischer Seite dazu gezwungen.
  • 1919 bis 1939 - 1,5 Millionen Deutsche werden aus Ostoberschlesien, Westpreussen, Region Posen und anderen Teilen Polens vertrieben.
  • 18. Januar 1919 - In Paris wird die Friedenskonferenz eröffnet. In Beuthen wird der separatistische "Bund der Oberschlesier" gebildet.
  • Februar 1919 - Frankreich handelt einen Waffenstillstand zwischen den polnischen Aufständischen und den deutschen Freikorps aus (Gebiet Posen). Weitere Informationen zum Polnischen Aufstand in der Provinz Posen 1919.
  • 25. Februar 1919 - Überreicht die polnische Delegation eine Denkschrift mit den polnischen Gebietsforderungen an die "Kommission für polnische Angelegenheiten" unter Leitung von Jules Cambons. Die polnische Delegation erhebt Ansprüche auf ganz Oberschlesien, Teile Mittelschlesiens, die Provinzen Posen und Westpreußen den östlichen Teil Pommerns, Danzig und Masuren und fordert die völkerrechtliche Loslösung von Ostpreußen vom Deutschen Reich. Das Deutsche Reich sollte 84.194 Quadratkilometer Gebiet an Polen abtreten. Durch den Einspruch des britischen Premierministers David Lloyd George wurden die Bestimmungen etwas gemildert. Die Bestimmungen über West- und Ostpreußen als auch Danzig wurden geändert. Statt einer Abtrennung Ostpreußens wurde eine Volksabstimmung im Gebiet um Allenstein und um das westpreußische Marienwerder festgelegt. Danzig, mit seiner ca. 315.000 deutschen und ca. 10.000 polnischen Einwohner zählenden Bevölkerung, wurde zur Freien Stadt erklärt. Am 7. Mai 1919 wurde das Vertragswerk an die deutsche Delegation übergeben. Dies löst im Deutschen Reich eine Sturm der Entrüstung aus, da Deutschland die alleinige Kriegsschuld zugewiesen bekam.

    Freie Stadt Danzig

    Roman Dmowski machte in dieser Denkschrift vom 8. Oktober 1918 besonders ethnische Ansprüche Polens auf die von Masuren, Kaschuben und Oberschlesiern bewohnten Ostgebiete des Deutschen Reiches geltend, eine Politik, die Martin Broszat als "doppelbödig" bezeichnet, da Polen im Osten aufgrund historischer Rechte Anspruch auf Teile der von Litauern, Ukrainern und Weißruthenen besiedelten Gebiete erhob, im Westen aber ethnische Argumente zur Fundierung seiner Forderung nach mehrheitlich von "germanisierten Masuren und Kaschuben" bewohnten Landesteilen in den Vordergrund rückte.
    Vgl. Broszat: Zweihundert Jahre, S. 205.

  • 29. Mai 1919 - Die deutsche Delegation legt in Versailles einen Gegenentwurf vor. Dadurch wird eine Abstimmung in Oberschlesien erreicht.
  • Mai 1919 - Die Zugehörigkeit von Oberschlesien sollte per Volksentscheid entschieden werden, die polnische Regierung versuchte dies mit allen Mitteln zu verhindern.
  • Juni 1919 - In der Mantelnote vom 16.6.1919 wird die alleinige Schuld am Krieg von Deutschland hervorgehoben. Am 28. Juni wurde der Friedensvertrag von Versaille von deutscher Seite unterschrieben. Polen musste einen Minderheitenschutzvertrag abschließen. Mit fast 90 Prozent der Fläche fiel fast die gesamte vormalige preußische Provinz Posen an Polen. In Westpreußen betrug der Gebietsverlust fast 70 Prozent. Polen hob zirka 4.000 Ansiedlerverträge die bis zum 1. November 1918 noch nicht registriert waren auf und enteignete des Eigentum von Reichsdeutschen in Polen. Dies führte in den ehemaligen preußischen Ostprovinzen kommt es zum Massenexodus der deutschstämmigen Bevölkerung (900.000 Menschen).
    Polen hat Zugang zum MeerPolen hat Zugang zum Meer
  • August 1919 - Polnische Freikorps versuchen einen Aufstand in Oberschlesien zu initieren. (Erster Schlesischer Aufstand). Der Aufstand wird niedergeschlagen, die Aufständigen flüchten nach Polen.
  • September 1919 - Gründung einer oberschlesischen Miliz, um die Bevölkerung gegen deutsche Übergriffe zu schützen.
  • 1920-1921 - Der Polnisch-Sowjetische Krieg endet mit dem Frieden von Riga. Die UdSSR muss Teile der Ukraine, Weißrussland und Litauen an Polen abtreten.
  • Januar 1920 - Allierte Truppen rücken in das Abstimmungsgebiet Oberschlesien ein. Deutsche Grenzschutztruppen müssen die nachdem Versailler Vertrag nun zu Polen gehörenden Gebiete räumen.
  • Februar 1920 - Die Interallierte Kommission übernimmt die Verwaltung von Oberschlesien.
  • Juli 1920 - Volksabstimmungen über den Verbleib beim Deutschen Reich in West- und Ostpreußen bringen eine deutliche Mehrheit für Deutschland (90 Prozent). Im Südteil Ostpreussen stimmen 87,8 Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich und nur 2,1 Prozent für den Anschluss an Polen. Der westpreußische Kreis Marienwerder stimmt mit 92,4 Prozent für den Verbleib beim Deutschen Reich, trotzdem werden Teile Polen zugesprochen.

    Abstimmungsdenkmal in Allenstein


    Abstimmungsergebnis in Ostpreußen
    Kreis Einwohnerzahl
    am 8.10.1919
    Stimmberechtigte
    am 11.7.1920
    abgegebene
    Stimmen für
    Deutschland
    abgegebene
    Stimmen für
    Polen
     
    Oletzko 40.259 32.010 28.625 2 Deutschland
    Allenstein Stadt 34.731 20.160 16.742 342 Deutschland
    Allenstein Land 57.518 41.586 31.707 4.871 Deutschland
    Johannisburg 52.403 38.964 33.817 14 Deutschland
    Lötzen 45.681 33.339 29.349 10 Deutschland
    Lyck 57.414 40.440 36.529 44 Deutschland
    Neidenburg 38.571 26.449 22.235 330 Deutschland
    Ortelsburg 73.719 56.389 48.207 497 Deutschland
    Osterode 76.258 54.256 46.368 1.031 Deutschland
    Rössel 49.658 39.738 35.248 758 Deutschland
    Sensburg 50.789 38.736 34.332 25 Deutschland
    Zusammen 577.001 422.067 363.159 7.924 Deutschland
    Abstimmungsergebnis in Westpreußen
    Kreis Einwohnerzahl
    am 8.10.1919
    Stimmberechtigte
    am 11.7.1920
    abgegebene
    Stimmen für
    Deutschland
    abgegebene
    Stimmen für
    Polen
     
    Marienburg 27.858 20.342 17.805 191 Deutschland
    Marienwerder 40.730 31.913 25.608 1.779 Deutschland
    Rosenberg 56.057 39.630 33.498 1.073 Deutschland
    Stuhm 39.538 29.291 19.984 4.909 Deutschland
    Zusammen 164.183 121.176 96.895 7.947 Deutschland
    Aus Angst über eine Niederlage Polens bei der Abstimmung in Oberschlesien, wird durch polnische Truppen unter Führung von Michał Grażyński der Zweite Schlesische Aufstand herbeigeführt.

  • August 1920 - Schwere Unruhen im oberschlesischen Kattowitz zwischen Polen und Deutschen. Teile des Kreises Kattowitz werden von Polen besetzt, sie forden u.a. die polnische Selbstverwaltung und Aussiedlung aller Deutschen.
  • August 1920 - in Breslau wird das polnische und französische Konsulat von deutschen Demonstranten gestürmt.
  • September 1920 - Das sogenannte "Beuthener Abkommen" beendet die militärischen Auseinandersetzungen um Oberschlesien.
  • März 1921 - Abstimmung in Oberschlesien : 59,6 Prozent der Bevölkerung spricht sich für den Verbleib beim Deutschen Reich und 40,3 Prozent dagegen aus. 597 Gemeinden hatten mehrheitlich für Polen, 664 in ihrer Mehrheit für Deutschland votiert. Nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse wird von Seiten der Polen der Dritte Schlesische Aufstand initiert.

    Wojciech Korfanty Wojciech Korfanty (1873-1939)

    Aufruf von Wojciech Korfanty

    Oberschlesier!

    Das Schicksal Oberschlesiens liegt in den Händen seiner Bevölkerung und die überwiegende Mehrheit dieser Bevölkerung wünscht sich den Anschluß an Polen. Oberschlesische Brüder, wollt Ihr Euch mit Euren Stimmen dem Willen der ansässigen Bevölkerung entgegenstellen? Tuet es nicht - es liegt weder im Interesse der ansässigen Bevölkerung, noch in Eurem Interesse! Sicherlich ist die Anhänglichkiet an Eure Heimat in Euch noch nicht erloschen. Mancher von Euch wünscht zurückzukehren, um sich ständig hier niederzulassen. Dies kann nur dann geschehen, wenn Oberschlesien mit Polen vereint wird. Ihr wisst, daß in Deutschland 10 Millionen Menschen zu viel wohnen, daß daher in Oberschlesien, wenn es bei Deutschland bliebe, die einheimische Bevölkerung verdrängt würde und an ihre Stelle reichsdeutsche Kolonisten kämen.

    Ihr seid polnischer Abstammung, Ihr trägt polnische Namen, Euch wird der Preuße Oberschlesien für immer versperren!

    Ein Weg steht Euch nur offen, um Euch vor den deutschen Steuern, von der wirtschaftlichen Erschöpfung, der Not und dem Hunger zu retten. Dieser Weg ist:
    Oberschlesiens Anschluß an Polen!
    Wenn Ihr aus Deutschland nach dem mit der Republik Polen vereinten Oberschlesien zurückkehrt und Euch hier niederlasset, werdet Ihr die Fesseln zerreißen, die Euch an Deutschland ketten und Euch von all den Lasten befreien, welche der Versailler Friedensvertrag den Deutschen auferlegt. Behaltet die Augen offen und tuet das, was Euch das Interesse Oberschlesiens, sowie Euer und Eurer Familien Interesse zu tun gebietet. In Polen erwartet Euch Freiheit und Wohlstand
    In Deutschland Knechtschaft und Elend!

    Beuthen, im März 1921
    Wojciech Korfanty

    Oberschlesien - Propaganda Deutsch

    Oberschlesien - Propaganda Polen Oberschlesien - Propaganda Polen

    Oberschlesien - Propaganda Polen Oberschlesien - Propaganda Deutsch

    Oberschlesien - Propaganda Deutsch Oberschlesien - Propaganda Deutsch

    Abstimmungsergebnis in Oberschlesien
    Kreis Einwohnerzahl
    am 08.10.1919
    Stimmberechtigte
    am 20.03.1921
    abgegebene
    Stimmen für
    Deutschland
    abgegebene
    Stimmen für
    Polen
     
    Beuthen (Stadt) 71.187 39.991 29.890 10.101 Deutschland
    Beuthen 213.790 109.749 43.677 63.021 Polen
    Cosel 79.973 51.364 37.651 12.449 Deutschland
    Gleiwitz 69.028 41.949 32.029 8.558 Deutschland
    Groß Stehlitz 76.502 46.528 23.046 22.415 Deutschland
    Hindenburg 167.632 90.793 43.261 45.219 Polen
    Kattowitz (Stadt) 45.422 28.531 22.774 3.900 Deutschland
    Kattowitz 227.657 122.342 52.892 66.119 Polen
    Königshütte 74.811 44.052 31.864 10.764 Deutschland
    Kreuzburg 52.558 40.602 37.975 1.652 Deutschland
    Leobschütz 78.247 66.697 65.128 259 Deutschland
    Lublinitz 55.380 29.991 15.453 13.679 Deutschland
    Namslau (ohne den Kreis Namslau) 5.659 5.606 5.348 133 Deutschland
    Neustadt 51.287 36.941 31.825 4.268 Deutschland
    Oppeln (Stadt) 35.483 22.930 20.816 1.098 Deutschland
    Oppeln 123.165 82.715 56.170 24.726 Deutschland
    Pleß 141.828 73.923 18.675 53.378 Polen
    Ratibor (Stadt) 36.994 25.336 22.291 2.227 Deutschland
    Ratibor 78.238 45.900 26.349 18.518 Deutschland
    Rosenberg 54.962 35.976 23.857 11.150 Deutschland
    Rybnik 160.836 82.350 27.919 52.347 Polen
    Tarnowitz 86.563 45.561 17.078 27.513 Polen
    Tost-Gleiwitz 86.461 48.153 20.098 27.198 Polen
    Zusammen 2.073.663 1.220.979 707.393 479.365 Deutschland
  • April 1921 - Das sogenannte "Korridorabkommen" regelt den Verkehr nach Ostpreußen durch Polen.
  • Mai 1921 - Polnische Aufständige fordern entgegen der Volksabstimmung, die Angliederung Oberschlesiens an Polen. Die polnischen Aufständigen werden von Frankreich unterstützt. Französische Truppen in Gleiwitz
  • Juni 1921 - Britische Truppen werden nach Oberschlesien zur Beilegung der Kämpfe entsendet. Am 24.6. kommt zu einer Einigung über die Räumung von Oberschlesien zwischen Deutschland und den Allierten.
  • Oktober 1921 - Der Völkerbund schlägt eine Teilung von Oberschlesien anhand der Abstimmungsergebnisse vor. Das Danziger-Polnische Hafenabkommen wird geschlossen. Damit erhalten polnische Schiffe das Recht, ohne Vorankündigung und Erlaubnis den Hafen in Danzig anzulaufen. (Das Abkommen wurde ab 1932 nicht mehr verlängert.) Teilung Oberschlesiens
  • März 1922 - Deutschland muss laut Beschluss der allierten Grenzkommission einige Dörfer rechts der Weichsel an Polen abtreten. Grenze zwischen Polen und Ostpreußen an der Weichsel
  • April 1922 - Vertrag von Rapollo zwischen dem Deutschland und Sowjetrussland (gegenseitige diplomatische Anerkennung und Verzicht auf Reparationsleistungen).
  • Mai 1922 - Große Teile des Oberschlesischen Abstimmungsgebietes gelangen mit Hilfe des französischen Generals der interallierten Truppen in die Hände der polnischen Aufständigen. In Genf wird die Teilung von Oberschlesien zwischen Polen und Deutschland besiegelt. Am 20. Oktober wird von der allierten Botschafterkonferenz die Teilung von Oberschlesien verfügt.
    Polen unter Pilsudski
  • August 1922 - In Berlin wird der Bund der Polen in Deutschland (Związek Polaków w Niemczech, ZPwN) gegründet. Dem Bund gehören zirka 40.000 Mitglieder an.
  • August 1924 - Dawes-Abkommen, Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland.
  • 5.Januar 1925 - Der sogenannte "Briefkastenstreik" in Danzig. In der Nacht zum 5. Januar 1925 lässt Polen an polnische Gebäude in Danzig heimlich polnische Briefkästen anbringen.
  • März 1925 - Der Danziger Völkerbundskommissar, Mr. MacDonnell, stellte fest, daß der polnische Postdienst in Danzig zu Unrecht eingerichtet worden ist. Polen soll diesen Dienst einstellen, Polen weigert sich.
  • Juli 1925 - Polen will Personen ausweisen, die sich nach den Gebietsabtretungen 1921 für die Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit ausgesprochen haben und die über keinen Grundbesitz verfügen.
    Polnische Propagandakarte : Thorn
  • 16. Oktober 1925 - Ein Schiedsvertrag wird zwischen Deutschland und Polen unterzeichnet, dieser enthält aber keine Anerkennung der Ostgrenze.
  • 8. September 1925 - Deutschland wird Mitglied des Völkerbundes, dies stellt eine diplomatische Niederlage für Polen dar. Polen, mit Hilfe von Frankreich, wollte mit allen Mitteln einen nichtständigen Ratssitzes in der Völkerbundversammlung durchsetzen - Deutschland konnte dies bei den Beitrittsverhandlungen verhindern.
  • 1926 - Es kommt zu Protestkundgebungen in Deutschland, weil die Eisenbahnschranken in den polnischen Nationalfarben rot und weiß reichsweit gestrichen werden.
  • 1926-1928 - kommt es zum "oberschlesischen Schulstreit". Obwohl die schulwahl in Oberschlesien den Eltern überlassen war, kam es in den Oberschlesichen Gebieten, die zu Polen gehörten, zu einer Affäre die erst im April 1928 vor dem Internationalen Gerichtshof in Haag geklärt wurde. Im Sommer 1926 wurden rund 7.114 von 8.829 Kinder nicht an deutschen Schule zugelassen. Polen entschied darüber einsietig mit der Begründung : fehlende Deutschkenntnisse.
  • Mai 1926 - Jozef Piłsudski initiiert einen Militärputsch und bleibt bis zu seinem Tode im Jahre 1935 Oberbefehlshaber des Polnischen Armee. Piłsudski verweigert den Posten des Staatspräsidenten. Der Sejm wählt den neuen Präsidenten : Ignacy Mosciki. Polnischer Präsident - Ignacy Mosciki
  • 1927 - Polen erlässt mehrere Gesetze die die nationalen Minderheiten stark benachteiligen, es soll der Anteil der nationalen Minderheiten an der Bevölkerung auf 1,5 Prozent gesenkt werden (15 Prozent nach dem Ersten Weltkrieg). Alle Grundbucheintragungen die zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Inkrafttreten des Versailler Vertrag werden ungültig erklärt (4.000 deutsche Familien verlieren ihr Land). Das Grenzzonengesetz untersagt das Erbrecht für Deutsche in den Grenzgebieten zum Deutschen Reich.
  • 31. Oktober 1929 - Das Deutsche Reich und Polen verzichten auf gegenseitige Entschädigungen.
  • November 1929 - Das Deutsche Reich und Polen beschließen die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen.
  • November 1930 - Bei den Wahlen zum oberschlesischen Parlament verhindert die polnische Regierung die geheime Abstimmung. Im Vorfeld der Wahlen werden viele deutsche Kandidaten für die Wahl verhaftet.
  • Juli 1931 - Polnische Marinekommandos patroullieren unrechtmäßig in Danzig. Der Völkerbund gibt der polnischen Haltung zu den polnischen Patrouillen nach und deutsche Polizei muss diese polnischen Patrouillien vor der deutschen Bevölkerung schützen.
  • Oktober 1931 - In Berlin wird das Polnische Haus eröffnet, es soll als zentraler Ort für Veranstaltungen der polnischen Vereine in Deutschland dienen.
  • November 1931 - Polen verhindert die geheime Abstimmung bei den Wahlen in Oberschlesien, mehrere deutsche Kandidaten werden verhaftet, Polen befürchtet ein Votum zum Anschluss von Oberschlesiens an das Deutsche Reich.
  • 25. Juli 1932 - Polen und die Sowjetunion schließen einen Nichtangriffsvertrag ab. Aufruf zur Hilfe - Danzig 1932 Aufruf zur Hilfe - Nothilfe Deutsche Schulen 1932
  • 1933 - Von den 400.000 Einwohner von Danzig sind nur etwa 9 Prozent Polen. Polen beharrt aber weiterhin auf die außenpolitische Vertretung von Danzig.
  • 1933 - Piłsudski fordert Frankreich mehrfach zu einem Zweifrontenkrieg gegen Deutschland auf. Die angeblichen Ansprüche wurden definiert aus den alten Siedlungsgebiete der slawischen Völker.
    Polnische Westgrenze nach Józef Piłsudski.
    Polnische Westgrenze nach Pilsudski
  • 26. Januar 1934 - Polen und das Deutsche Reich unterzeichnen den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt.
  • Februar 1935 - In Berlin wird ein Deutsch-Polnisches Institut eröffnet.
  • 1936 - Polen schließt fast alle Eisenbahnverbindungen nach Ostpreußen. (laut Vertrag 8. Eisenbahnverbindungen zwischen Ostpreußen und dem restlichen Deutschen Reich).
  • 5. November 1937 - Polen und Deutschland beschließen eine Erklärung zum Schutz der beiderseitigen Minderheiten.
  • bis 1938 - Von den 2,2 Millionen polnischen Juden in Polen werden von polnischer Seite aus 500.000 zur Auswanderung gezwungen.
  • 31. März 1938 - Die polnische Regierung gibt den Erlaß eines Gesetzes bekannt, das die Möglichkeiten zur Ausbürgerung polnischer Staatsangehöriger, die im Ausland lebten, vorsah. Dadurch waren 30.000 Juden polnischer Herkunft in Deutschland bedroht.
  • 01. Juli 1938 - Wirtschaftsabkommen zwischen Polen und Deutschland wird unterzeichnet.
  • 06. Oktober 1938 - Polen erlässt ein Dekret, wonach die Pässe der im Ausland lebenden polnischen Staatsangehörigen nur noch in Verbindung mit einem konsularischen Prüfungsvermerk, also praktisch einem Visum, zur Einreise nach Polen berechtigen sollten. Dieser Vermerk sei insbesondere denjenigen zu verweigern, auf die das Gesetz vom 31. März 1938 sich bezog, also den seit Jahren im Ausland lebenden Personen und ihren Nachkommen.
  • 1938 - Im Zusammenhang der Annektion der Tschechoslowakei durch Deutschland (Münchner Abkommen), annektiert Polen die Gebiete um Teschen und Oderberg. (Teschener Gebiet - ehemalige Tschechoslowakei). Nach dem Anschluß des Teschener Gebietes werden 30.000 Tschechen von den Polen vetrieben. Der Sowjetisch-Polnischen Nichtangriffspakt von 1932 wird daraufhin von der Sowjetunion gekündigt.
    Teschener Gebiet
    Polen zwingt Litauen zur Aufnahme von diplomatische Beziehungen. Damit muss Litauen das Gebiet um Wilna als polnische Gebiet anzuerkennen.
  • Oktober 1938 - Deutschland schafft 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit an die Granze nach Polen und 12.000 werden nach Polen ausgewiesen (sogenannte Polenaktion). Polen will diese Menschen aber nicht aufnehmen, viele werden in polnischen Lagern inhaftiert. (Polen hatte diesen Menschen im Schnellverfahren die Staatsangehörigkeit entzogen). Aus Rache werden 12.000 Deutsche die in polnischen Gebieten lebten die Pässe abgenommen und in "Abschiedehaft" inhaftiert. Die polnische Aktion wird aber gestoppt.
  • 24. Januar 1939 - Polen und Deutschland schließen eine Vereinbarung ab, wonach Polen die zirka 6.000 Angehörigen der Abgeschobenen vom Oktober 1938 aufnimmt.
  • 1939 - Die Spannungsfelder zwischen Polen und Deutschland : deutsche Minderheiten in Polen, Transitwege nach Ostpreußen, die Stadt Danzig.
  • März 1939 - England und Frankreich geben Garantieerklärungen für Polen ab. Das Deutsche Reich kündigt daraufhin das deutsch-englische Flottenabkommen und den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt.
  • 8. Mai 1939 - Heydrich erlässt eine Anweisung zur Abschiebung der 7.000 Juden polnischer Abstammung die noch in Deutschland verblieben sind.
  • ab 1939 - zirka 1.000.000 Polen werden aus dem sogenannten Warthegau (ehemalige polnische, Posener und Westpreussische Gebiete) vertreiben und zwangsumgesiedelt. 900.000 polnische Zwangsarbeiter werden ins Deutsche Reich deportiert.
  • 28. Apriil 1939 - Deutschland kündigt den Deutsch-Polnischen Nichtangriffsvertrag.
  • 17. August 1939 - Polen sperrt den Kleinen Grenzverkehr nach Deutschland.
  • 22. August 1939 - Hitler äußert in einer Rede vor der militärischen Führung sich zum Krieg gegen Polen : "Vernichtung Polens im Vordergrund. Ziel ist die Beseitigung der lebendigen Kräfte, nicht die Erreichung einer bestimmten Linie [...]. Herz verschließen gegen Mitleid. Brutales Vorgehen [...]. Verfolgung bis zur völligen Vernichtung".
  • 23. August 1939 - Der deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt (Stalin-Hitler-Pakt) vereinbart.
  • 25. August 1939 - Als Reaktion auf den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt wird der britisch-polnische Beistandspakt vereinbart.
  • 30. August 1939 - Generalmobilmachung in Polen.
  • 31. August 1939 - Überfall auf den Sender Gleiwitz durch als Polnische Soldaten getarnte deutsche SD-Leute, dies wird zum Anlass genommen um Polen zu überfallen.
  • 1. September 1939 - Das Deutsche Reich greift Polen an, und damit auch der Beginn des 2. Weltkrieges. Im Oktober kapitulieren die letzten polnischen Truppen.
  • 17. September 1939 - Die UdSSR überschreitet die polnische Grenze und besetzt wie im Stalin-Hitler-Pakt vereinbart den Ostteil Polens.
  • ab 1939 - Umsiedlung von Deutschen aus Estland und Lettland in die ehemalige polnische Gebiete (sogenannte Warthegau)
  • September 1939 - Der polnische Staatspräsident flieht nach Rumänien und wird dort inhaftiert. Am 27. September 1939 kapituliert Warschau. Am 30. September entsteht in Frankreich die polnische Exilregierung unter Leitung von General Sikorski. 1940 flieht die polnische Exilregierung nach London.
  • 5. Oktober 1939 - Hitler macht ein "Friedensangebot" an Polen. Polen soll als ein von Deutschland abhängigen polnischen Reststaates fortbestehen. Dies wird aber von Polen abgelehnt.
  • 8. Oktober 1939 - Durch einen Erlass von Hitler werden die westlichen Gebiete Polens zu "eingegliederten Ostgebiete" und sind damit Gebiete des Deutschen Reiches.
  • Oktober 1939 - Die Deutsche Volksliste wird im Gebiet des ehemaligen Polens und der Region Posen eingeführt. Erläuterung Volksliste
  • September 1939-1941 - In den von der UdSSR annektierten polnischen Gebieten (Stalin-Hitler Pakt) kommt es zu Repressionen gegen die polnische Bevölkerung. Es werden zirka 1.000.000 Millionen Polen verschleppt.
  • November 1939 - Die UdSSR annektiert mit rund 450.000 Soldaten die polnischen Ostgebiete laut dem Hitler-Stalin-Pakt.
  • 17. Dezember 1939 - Die "Blaue Polizei" wird im Generalgouvernement gegründet, in ihr dienen fast 10.000 ehemalige polnische Polizisten.
  • 27. Januar 1940 - Hitler fordert aus dem Generalgouvernement die Bereitstellung von mindestens einer Million Polen als Industrie- und Landarbeiter zum Arbeitseinsatz in Deutschland.
  • 8. März 1940 - die sogenannten "Polenerlasse" traten in Kraft. Polnische Zwangsarbeiter in Deutschland mussten ein P auf der Kleidung tragen, Ausgangssperre nach Dunkel werden, schlechtere Verpflegung, Besitz von Wertgegenständen war verboten, Der Besuch von Gaststätten war verboten und die Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Mai 1940 - Das Konzentrationslager Auschwitz, und dessen spätere Außenlager, wird errichtet. In diesen Konzentrationslagern werden zirka 1 Millionen Menschen ermordet. Bis 1945 entstanden auf polnischen Gebiet zirka 400 Ghettos für die jüdische Bevölkerung errichtet.
    • Auschwitz-Stammlager (Mai 1940 - Januar 1945)
    • Auschwitz-Birkenau (Oktober 1941 - Januar 1945)
    • Auschwitz-Monowitz (Ende 1942 - Januar 1945)
    • Groß-Rosen (Mai 1940 - April 1945)
    • Majdanek (Juli 1941 - Juli 1944)
    • Plaszow (Dezember 1942 - Januar 1945)
    • Stutthof (September 1939 - Mai 1945)
    • Belzec (März 1942 - Dezember 1942)
    • Kulmhof (Dezember 1941 - April 1943 und April 1944 - Januar 1945)
    • Sobibor (Mai 1942 - Oktober 1943)
    • Treblinka (Juli 1942 - November 1943)
    • Litzmannstadt (Dezember 1942)
    • Sobibor (November 1941 - November 1943)
    • Poniatowa (1941 - November 1943)
    • Trawniki (1941 - November 1943)
  • Mai 1940 - Errichtung des Warschauer Ghettos, es wurde im Stadtzentrum Warschaus, westlich der Altstadt im Stadtteil Wola zwischen Danziger Bahnhof und dem alten Hauptbahnhof Warszawa Glowna und dem Jüdischen Friedhof errichtet. Weitere Ghettos auf polnischen Gebiet :
    • Izbica
    • Piaski
    • Rejowiec
    • Krasnystaw
    • Opole Lubelskie
    • Deblin
    • Zamosc
    • Chelm
    • Wlodawa
    • Miedzyrzec Podlaski
    • Białystok
    • Dębica
    • Krakau
    • Litzmannstadt
  • bis 1941 - Aus dem sogenannten Warthegau werden rund 500.000 Polen ausgesiedelt (zum Teil auch ermordet) in das sogenannte Generalgouvernement, dafür werden zirka 250.000 Volksdeutsche aus sowjetischen Gebieten angesiedelt.
  • Die Verordnung über die Strafrechtspflege gegen Polen und Juden in den eingegliederten Ostgebieten wird am 4.12.1941 erlassen, sogenannte "Polenstrafrechtsverordnung".
  • Juli 1942 - Die "Aktion Reinhardt" wird von Heinrich Himmler beauftragt. es kam zur systematischen Ermordung aller Juden des Generalgouvernements. Bis Oktober 1943 wurden zwei Millionen Juden und 50.000 Sinti und Roma ermordet.
  • 1941-1944 - Der sogenannte Musterbezirk Zamosc, in der Nähe von Lublin, wird von der Leitung der SS angelegt. Dafür wurden zirka 110.000 Polen aus ihrer Heimat vertrieben oder ins KZ Auschwitz deportiert.
  • 19. April - 16. Mai 1943 - Aufstand im Warschauer Ghetto, nach der Niederschlagung werden die Juden in die Vernichtungslager deportiert und das Ghetto zerstört.
  • November 1943 - Bei der "Aktion Erntefest" wurden in wenigen Tagen 43.000 Juden in den Lagern Majdanek, Poniatowa und Trawniki ermordet.
  • November 1943 - Auf der Teheraner Konferenz setzt Stalin gegenüber Großbritanien und den USA seine Ansichten über ein Nachkreigspolen durch. Die 1939 widerrechtlich besetzten Gebiete verbleiben bei der UdSSR und Polen kommt unter den sowjetischen Machteinfluss.
  • 1944 - Brief der polnischen Exilregierung an den britischen Unterstaatssekretär Alexander Cadogan, sogenannte Cadogan-Brief. Die Existenz des Briefes wurde noch im Jahre 1947 vom britischen Außenministerium geleugnet.

    "Der Premierminister hat mir nun, nach Beratung mit dem Kabinett, den Auftrag gegeben, Ihnen folgende Antwort zu erteilen. Sie fragten an erster Stelle, ob die Regierung Seiner Majestät selbst in dem Falle, dass die Regierung der Vereinigten Staaten sich dazu außerstande finde, den in den letzten Moskauer Besprechungen vorgesehenen Änderungen an der Westgrenze Polens zuzustimmen, diese Änderungen bei der Friedensregelung befürworten werde. Die Regierung Seiner Majestät bejaht diese Frage. Sie fragten zweitens, ob die Regierung Seiner Majestät bestimmt für die Vorverlegung der polnischen Grenze bis zur Oder-Linie einschließlich des Hafens Stettins sei. Die Antwort lautet, dass die Regierung Seiner Majestät tatsächlich der Ansicht ist, dass Polen das Recht haben sollte, sein Gebiet so weit auszudehnen".

  • August 1944 - Warschauer Aufstand der polnischen Heimatarmee. Der Aufstand endet im Oktober 1944 mit der Niederlage der Aufständigen. Zirka 200.000 Zivilisten sterben während der Kämpfe in Warschau. Warschau wurde während des Aufstandes fast vollständig zerstört. Die sowjetischen Truppen greifen nicht in die Kämpfe ein, sondern verharren passiv unmittelbar vor der Stadt.
    Erinnerungstafel an den Warschauer Aufstand
  • 1944 - Bei der sogenannten "Heu-Aktion" werden zirka 50.000 polnische und weißruthenische Jungen im Alter von 12-14 Jahren nach Deutschland verschleppt.
  • 31. August 1944 - Die polnische Regierung erläßt ein Dekret über die "Strafzumessung für faschistisch-hitleristische Verbrecher". Damit sollten alle Personen bestraft werden, die Verbrechen an polnische Zivilisten und Kriegsgefangene begangen hatten. Das Dekret wurde 1946 erweitert auf "die Mitgliedschaft in einem nationalistischen Verband". Betroffen dadurch waren aber auch zirka 1.200.000 Polen die sich 1939 zum Deutschtum bekannt hatten.
  • Januar 1945 - Das Polnisches Komitee für die nationale Befreiung (Lubliner Komitee gegründet im Juli 1944 in Moskau) errichtet die erste provisorische polnische Regierung in Lublin. Das Lubliner Komitee wurde von Stalin unterstützt und arbeitet gegen die Polnische Exilregierung in London. In den neuen polnischen Gebieten müssen auf Anordnung der polnischen Behörden alle Deutsche weiße Armbinden oder Hakenkreuze tragen. Erst im mai 1945 wird diese Anordnung von der sowjetischen Besatzungsmacht widerrufen.
    In Polen werden bis 1949 eine große Anzahl Lagern und Gefängnisse für Deutsche eingerichtet. 200.000 Deutsche werden in dort inhaftiert u.a. in :
    • Lager Beuthen
    • Lager Breslau
    • Lager Cieslin (Kreis hohensalza)
    • Lager Deutsch Krone
    • Gut Szczykue bei Warschau
    • Lager Güldenhof (Kreis Hohensalza)
    • Lager Hohensalza
    • Lager Kaltwasser
    • Lager Kattowitz
    • Lager Köslin
    • Lager Lamsdorf
    • Lager Landsberg an der Warthe (nach russischer Übergabe von Polen bis 1946 weitergeführt)
    • Lager Lask
    • Lager Lauenburg
    • Lager Libiaz bei Jaworzno
    • Lager Lodz
    • Lager Massin (Kreis Landsberg/Warthe)
    • Lager Nesselgrund (Kreis Soldin)
    • Lager Pakoćś bei Hohensalza
    • Lager Polanowice
    • Lager Pomerellen
    • Lager Posen
    • Lager Potulitz bei Bromberg (ehemaliges Außenlager des KZ Stutthof)
    • Lager Preußisch-Eylau
    • Lager Rembertow bei Warschau
    • Lager Rügenwalde
    • Lager Saniki bei Warschau
    • Lager Schlawe
    • Lager Schneidemühl
    • Lager Schubin
    • Lager Schwiebus (nach russischer Übergabe von Polen bis 1946 weitergeführt)
    • Lager Schwientochlowitz (ehemaliges Außenlager des KZ Auschwitz)
    • Lager Schönlanke (Netzekreis)
    • Lager Sikawa bei Lodz
    • Lager Soldin
    • lager Stargard
    • Lager Stolp
    • Lager Stettin
    • Lager Thorn-Rudak
    • Lager Tost in Oberschlesien
    • Lager Tschernow
    • Lager Wloclawek-Mielecin
    • KZ Auschwitz
    • KZ Jaworzno
    • KZ Majdanek
    • KZ Trzebinia
  • Februar 1945 - Der Führer der Polnischen Arbeiterpartei (PPR), Wladyslaw Gomulka verkündet öffentlich die vollständige Entfernung der Deutschen aus Polen. Die neue polnische Reghierung erläßt mehrere Gesetze und Dekrete um die deutsche Bevölkerung zu enteignen und zu vertreiben.
    • Dekret des Ministerrats vom 28. Februar 1945 über den Ausschluss feindlicher Elemente aus der polnischen Volksgemeinschaft.
    • Gesetz vom 6. Mai 1945 über den Ausschluss feindlicher Elemente aus der polnischen Volksgemeinschaft.
    • Gesetz vom 6. Mai 1945 über das verlassene und aufgegebene Vermögen.
    • Gesetz vom 3. Januar 1946 betreffend der Übernahme der Grundzweige der nationalen Wirtschaft in das Eigentum des Staates.
    • Dekret vom 8. März 1946 über das verlassene und ehemals deutsche Vermögen.
    • Verordnung des Ministers für die wiedergewonnenen Gebiete vom 24. März 1946 über die Durchführung einer Erfassung des ehemals deutschen beweglichen Eigentums.
    • Dekret vom 6. September 1946 über Landform und Ansiedlung auf dem Gebiet der wiedergewonnenen Liegenschaften und ehemaliger Freistadt Danzig
    • Dekret vom 13. September 1946 über den Ausschluß von Personen deutscher Nationalität aus der polnischen Volksgemeinschaft
    • Dekret vom 22. Oktober 1947 über der Nationalität der polnischen Bürger wohnhaft auf dem Gebiet der Freistadt Danzig
    • Dekret vom 27.09.1949 über die Übernahme von Immobilien in Staatseigentum, die zu jener Zeit keine Besitzer hatten und in bestimmten Kreisen östlicher Wojwodschaften lagen
  • 1945 - 6.000.000 Millionen Polen verlieren während der Zeit des Zweiten Weltkrieges ihr Leben.
  • 1945 - 1.200.000 Millionen Polen werden aus ihrer Heimat (Region Vilnius, aus dem westlichen Weißrusslands und der westlichen Ukraine - Wolhynien, Galizien) vertrieben und werden in den ehemaligen deutschen Gebiete angesiedelt.
  • Juni 1945 - Das "Kabinett der nationalen Einheit" aus allen polnischen Parteien gebildet. Eduard Osóbka-Morawski wird Ministerpräsident, die Westmächte erkennen die neue Regierung am 6. Juni an.
  • Juni 1945 - Auf der Potsdamer Konferenz am 17. Juni, erhält die UdSSR die 1939 besetzten polnischen Gebiete (siehe Hitler-Stalin Pakt). Die Ostgrenze wird die sogenannte Curzon-Linie und die polnische Westgrenze bildet die Oder-Neiße-Linie. Danach wären aber die Städte Stettin und Swinemünde weiter deutsch geblieben.

    Auf der Dreizehnte (abschließende) Sitzung am 1. August 1945 wird von Stalin eine weitreichende Änderung der Westgrenze Polens in das Protokoll eingearbeitet. "Stalin: Ich habe eine Abänderung. Zur Frage der Westgrenze Polens heißt es im zweiten Absatz, daß die Grenze auf der Linie der Ostsee durch Swinemünde verläuft, als würde die Grenze durch die Stadt selbst gehen. Ich schlage daher vor zu sagen, daß die Grenzlinie von der Ostsee unmittelbar westlich oder etwas westlich von Swinemünde verläuft. Auf der Karte ist das deutlich."

    siehe dazu auch Potsdamer Konferenz - Dreizehnte (abschließende) Sitzung am 1. August 1945
  • 20. und 24. Juni 1945 - Die Regierung von Polen (Bierut und Mikolajczyk können auf der Potsdamer Konferenz die polnischen Forderungen vortragen. Bierut machte den Vorschlag : "dass nur eine solche Grenze gerecht sei, die am linken Ufer der Oder verlaufe und Stettin und Swinemünde für Polen vorsehe". Dagegen war der Vorschlag von Stanislaw Mikolajczyk noch weitreichender : "Das Wasserwege-System der Oder ... muss in den Händen Polens bleiben. Es darf nicht durch den deutschen Besitz von Stettin bzw. die deutsche Kontrolle des Schiffahrtssystems der Lausitzer Neiße blockiert werden.".
  • Juni 1945 - 1949 - 8 Millionen Deutsche werden aus ihrer Heimat (östlich der Oder - Pommern, Wetspreussen, Danzig und Ostpreussen) vertrieben.
  • 5. Juli 1945 - Die Stadt Stettin wird von der UdSSR an Polen übergeben.
  • 16. August 1945 - Polen und die UdSSR unterzeichnen einen Grenzvertrag, der die Westverschiebung Polens und den gegenseitigen Bevölkerungsaustausch festlegt. In der Folge werden 1.2 Millionen Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten vertrieben. Diese fanden in den ehemaligen deutschen Gebieten (Pommern, Westpreußen, Ostpreußen) eine neue Heimat. 1946 werden zirka 500.000 Ukrainer aus den polnischen Gebieten in die Ukraine zwangsumgesiedelt.
  • August 1945 - Polen und die UdSSR schließen einen Vertrag, der die Grenze (Curzon-Linie) anerkennt.
  • 19. November 1945 - Die polnische Forderung nach dem Wasserwegesystem der Oder wird von seitens der UdSSR nachgegeben. Der Abschnitt der Oder zwischen Greifenhagen, Stettin und Swinemünde werden Polen zugeschlagen.
  • 1946 - Das "Ministerium für die Wiedergewonnenen Gebiete" unter Leitung von Wladislaw Gomulka wird gegründet, es dient der Aussiedlung von Volksdeutschen und der Ansiedlung von Polen aus den Ostgebieten (Ukraine, Weißrussland ...)
  • 14.02.1946 - In der Operation "Schwalbe" werden 1.020.000 Deutsche bis zum Juni 1946 aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten von Polen und der UdSSR ausgewiesen.
  • 11.11.1946 - In der Rede zum Jahrestag der Novemberrevolution von Otto Grotewohl betonte er : "Die Demokratie wird in Deutschland nur dann lebensfähig sein, wenn das deutsche Volk den Lebensraum behält, den es seiner Größe nach zu beanspruchen hat. In einem um ein Drittel verkleinertem Haus kann ein 65 Millionen Volk nicht leben. Die Grenze kann daher auch nicht die Oder-Neiße-Grenze sein. Um ein so großes Volk zu ernähren, benötigt man einen ausreichenden Landbesitz oder eine Industriekapazität, die uns in die Lage versetzt, durch Export unserer Erzeugnisse und den Import von Lebensmitteln die Ernährung sicherzustellen".
  • April 1946 - Max Fechtner (stellvertretenden SED-Vorsitzenden) betonte : "Es ist allgemein bekannt, dass die in Potsdam gezogene Linie im Osten noch nicht endgültig ist. Die endgültige Festlegung wird durch den Friedensvertrag erfolgen. Ich habe mit dieser Feststellung nichts Neues gesagt".
  • April-Juni 1947 - 140.000 Ukrainer werden aus Polen deportiert oder in Lager eingesperrt (Aktion Weichsel), 1949 gehen die russisch-orthodoxen Kirchen zwangsweise in Staatseingentum über.
  • Juli 1947 - Eine hochrangige SED-Delegation weilt in Moskau. Stalin wurde von Otto Grotewohl zitierte: "In der Frage der Einheit Deutschlands müssen wir schrittweise weiterkommen. Die SED ist eine deutsche Partei. Wir müssen sie unterstützen, denn sie muss den Kampf um die Gestaltung Deutschlands von innen herführen. Die SED muss sich mit der KP in den Westzonen vereinigen. Deutschland braucht seine Einheit und seinen Friedensvertrag. Erst dann ist der Kampf um einen dauerhaften Frieden gewonnen. Darauf kommt es uns entscheidend an. Und darum müssen wir länger in Deutschland bleiben, als uns selbst lieb ist. Genosse Grotewohl hat die Frage der Grenzziehung angeschnitten. Was beispielsweise die Ostgrenze angeht, so kann die SED als eine deutsche Partei selbstverständlich einen anderen Standpunkt einnehmen als wir oder die Polen. Die SED braucht in der nationalen Frage den anderen Parteien keinen Agitationsgrund gegen sich zu geben."
  • 25. November - 15. Dezember 1947 - Auf der Londoner Außenministerkonferenz fordert der amerikanische Außenminister George Marshall die Revision der Grenzen Deutschlands. Das Veto der UdSSR verhinderte die Diskussion der Oder-Neiße-Frage.
  • Januar/Februar 1948 - Die UdSSR teilt der SED die Endgültigkeit der Oder-Neiße-Linie mit.
  • 17. März 1948 - Die SED wandelt ihre Ansichten zur Grenzfrage und der Oder-Neiße-Linie. Otto Grotewohl sagte: "... die Schuld für die Grenzziehung jenen zu, die das deutsche Volk zweimal in einen Weltkrieg hineingehetzt haben" und weiter "Durch die Schaffung eines freundschaftlichen Verhältnisses mit dem polnischen Nachbarn könne aber auch die Möglichkeit wachsen, die Erträge und Erzeugnisse der unter die Verwaltung Polens gestellten Gebiete für die Verbesserung der Lebensverhältnisse auch dem deutschen Volke nutzbar zu machen."
  • 1949 werden die polnischen Lager für Deutsche geschlossen, nur 32.000 Menschen von 110.000 Menschen überlebten.
  • 1950 - Die DDR schließt mit VR Polen das Görlitzer Abkommen, und macht die Oder-Neiße-Linie zur endgültigen deutsch/polnischen Grenze.
  • März 1950-April 1951 - Bei der Aktion "Link" erhalten Deutsche in Polen ihre Ausreise in die DDR und die BRD aus Polen.
  • In der Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag am 20.10.1953 erklärte Konrad Adenauer :"Der deutsche Volk wird niemals die Oder-Neiße-Linie als Grenze anerkennen".
  • 1970 - Die Bundesrepublik Deutschland erkennt faktisch mit dem Warschauer Vertrag die Oder-Neiße-Linie als Grenze zu Polen an.