Brandenburger Landstreicher

Der Brandenburger Landstreicher

Deutsch-Polnisches Erbe Gruß aus Crossen

Wappen von Crossen Crossen liegt auf beiden Seiten der Oder, an der Mündung des Bober in die Oder. An dieser Stelle errichtete Bolesław I. von Polen eine hölzerne Festung, die den Ansturm des Heeres von Kaisers Heinrich II. aufhält. 1159 kommt Crossen zum Herzogtum Breslau. Anfang des 13. Jahrhunderts (1230) verleiht Herzog Heinrich I. der Bärtige von Schlesien Crossen das Stadtrecht nach deutschen Recht. Herzog Heinrich I. der Bärtige von Schlesien läßt Wehrmauern errichten, das Schloss befestigen und die Stadtpfarrkirche zur Heiligen Jungfrau Maria und eine neue Oderbrücke wird gebaut.

Nach dem Tode Heinrich II. in der Schlacht bei Wahlstatt, kommt Crossen zum Herzogtum Glogau. Im Jahre 1275 wird Crossen an die Brandenburger Askanier verpfändet und der brandenburgische Markgraf Johann II. führt den Titel Herr von Krossen. 1314 geben die Askanier Crossen im Austausch gegen Gebiete um Züllichau an die Glogauer Piasten zurück.

Im Jahre 1476 testamentiert der kinderlose Herzog Heinrich XI. von Glogau die Stadt und das Land Crossen an seine Gemahlin Barbara von Brandenburg. Dadurch entsteht Streit zwischen dem Vater von Barbara von Brandenburg, dem Kurfürsten von Brandenburg Albrecht Achilles, und dem Herzog Johann II. von Sagan. Herzog Johann II. von Sagan belagert die Stadt und zerstört diese. Durch eine Stadtbrand im Jahre 1481 werden alle Häuser und auch die Marienkirche vernichtet. Im Vertrag von Kamenz im Jahre 1482 einigt man sich, Barbara von Brandenburg verzichtet auf Glogau und Crossen. Kurfürst Albrecht Achilles übernimmt das Herzogtum Crossen mit den Städten Crossen, Züllichau, Bobersberg und Sommerfeld als Pfand, und muss seiner Tochter 50.000 Taler jährlich zahlen. 1537 verzichtet Kaiser Friedrich I. auf alle böhmischen Rechte an Crossen, damit kommt Crossen in den Besitz Brandenburgs. Das Herzogtum Crossen bleibt aber unter der Lehnshoheit Böhmens.

Während des Dreißigjährigen Krieges wird Crossen mehrfach von den Schweden belagert und zerstört. Sie wird im jahre 1631 die Stadt, das Schloss und die Marienkirche in Brand gesetzt. Danach zogen die Schweden in die Stadt, es brach die Pest aus. 1742 kommt Schlesien zu Preußen und damit endet die böhmische Lehnshoheit über das Herzogtum Crossen.

Nach der Preußischen Verwaltungsreform im Jahre 1807 wird Crossen Kreisstadt im Regierungsbezirk Küstrin. Im Jahre 1870 bekommt Crossen einen Eisenbahnanschluß Guben–Bentschen der Märkisch-Posener Eisenbahn-Gesellschaft. Damit entwickelte sich in Crossen die Industrie (Holz-, Metall- und Fleischverarbeitungsindustrie). Die Stadt entwickelte sich stark, so entwickelte sich auf der rechten Seite der Oder die Neustadt, auf der linken Seite der Oder befindet sich die Altstadt.

Im Jahre 1939 hatte Crossen an der Oder 10.794 Einwohner. Während der Kämpfe des Zweiten Weltkrieges wurde Crossen zu 60 Prozent zerstört. Nach dem Potsdamer Abkommen wurden alle Gebiete rechts der Oder und der Lausitzer Neiße unter polnische Verwaltung gestellt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die deutschen Einwohner von Crossen gewaltsam vertrieben. Der heutige polnische Name von Crossen an der Oder lautet : Krosno Odrzańskie.
(Text größtenteils aus Wikipedia® mit Korrekturen und Ergänzungen)