Brandenburger Landstreicher

Der Brandenburger Landstreicher

Deutsch-Polnisches Erbe Gruß aus Friedeberg

Wappen von Friedeberg Friedeberg liegt zwischen dem Pommerschen Hohenrücken und dem Netzebruch. Die nächste größere Stadt ist Landsberg an der Warthe, 26 Kilometern in südwestlicher Richtung.

Anstelle von Friedeberg gab es bereits im frühen Mittelalter eine slawische Siedlung. In strategisch günstiger Lage, am so genannten Markgrafenweg von Landsberg nach Osten, erbaute der brandenburgische Markgraf Konrad im Jhare 1260-1270 eine Burg, vor dessen Toren er Zuwanderer aus dem Westen ansiedelte. Konrad hatte 1254 diesen Teil der Neumark als Mitgift zur Hochzeit mit der Tochter des großpolnischen Herzogs Przemysł I. erhalten. 1260 verlieh der Markgraf dem Burgort das Magdeburger Stadtrecht und den Namen Friedeberg.

Im 14. Jahrhundert gewann die Stadt an Bedeutung, als sie 1345 das alleinige Schifffahrtsrecht für Netze und Warthe erhielt, 1348 zum Gerichtsort erhoben und ihr 1363 die Markgerechtigkeit verliehen wurde. Weniger gut erging es ihr im nächsten Jahrhundert. Die brandenburgischen Kurfürsten hatten das Interesse an der Neumark verloren, und auch der Deutsche Orden, der das Land 1402 erwarb, tat wenig für die Weiterentwicklung. Das Machtvakuum nutzten Raubritter, polnische und hussitische Heere, um plündernd durch das Land zu ziehen. Die Hussiten zerstörten 1433 die Stadt. Auch der Dreißigjährige Krieg, als schwedische und kaiserliche Truppen die alte Heerstraße, an der Friedeberg lag, für ihre Durchmärsche nutzten, hinterließ schwere Verwüstungen. Am Ende des Krieges hatte die Stadt nur noch etwa 40 Einwohner.

Nach der Gründung des preußischen Königreiches 1701 rückte die Neumark wieder mehr in den Blickpunkt des Interesses. Friedeberg profitierte unmittelbar vom Trockenlegungsprogramm für den Netzebruch, das 1770 von Friedrich dem Großen veranlasst worden war. Mit der preußischen Verwaltungsneuordnung wurde Friedeberg 1816 Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. Bei der Anlegung moderner Verkehrswege konnte die Stadt zunächst nur Nutzen von der Reichsstraße 1 Berlin–Königsberg ziehen, die sie unmittelbar berührte. Die ebenso wichtige Strecke der Ostbahn verlief allerdings sieben Kilometer südlich, erst 1897 konnte durch den Bau der Friedeberger Kleinbahn der Anschluss an das Hauptbahnnetz geschaffen werden. Den Charakter einer Ackerbürgerstadt konnte Friedeberg auch während der Phase der Industrialisierung ausgangs des 19. Jahrhundert nicht abschütteln, denn nur kleine Betriebe der Möbel- und Lederwarenherstellung siedelten sich an.

Als 1938 die Provinz Grenzmark aufgelöst wurde, kam Friedeberg mit dem Landkreis zur Provinz Pommern. Im Jahre 1939 lebten 5.918 Einwohner in der Stadt. Bei den Kämpfen um die Stadt zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Friedeberg zu 80 Prozent zerstört.

Der heutige polnische Name von Friedeberg lautet : Strzelce Krajeńskie
(Text größtenteils aus Wikipedia® mit Korrekturen und Ergänzungen)